Aachen - Erik Meijer: Klausel im Gueye-Vertrag vergessen

Erik Meijer: Klausel im Gueye-Vertrag vergessen

Von: Christoph Pauli
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Hab‘ ich etwa was vergessen? Alemannias Ex-Manager Erik Meijer. Foto: imago/Reichwein

Aachen. Wütend war Erik Meijer aufgesprungen. „Wenn ihr mir nicht traut, kann ich sofort aufhören“, bellte Alemannias Sportlicher Leiter seine „Kontrolleure“ im Aufsichtsrat an. Was war passiert an diesem Tag im Frühjahr? Aufsichtsrat Horst Rambau wollte sich in dem Gremium mit dem Auflösungsvertrag von Babacar Gueye beschäftigen.

 Das Arbeitsverhältnis mit dem ziemlich erfolglosen Stürmer war Anfang des Jahres gegen eine Zahlung von 100.000 Euro vorzeitig beendet worden. Die Dinge waren auch in dem Gremium besprochen worden. Es war ein Geschäft, das sich gut anhörte: Für die Saison 2012/13 würden 400.000 Euro Gehalt anfallen, die Auflösung des Vertrags war da deutlich lukrativer.

Rambau hatte die Information, dass Alemannias Geschäftsführer vergessen habe, den Auflösungsvertrag unter den Vorbehalt zu stellen, dass die Regelung nur dann gelte, wenn Aachen die Klasse halte. Der Steuerberater schlug vor, Gueye-Berater Guido Nickolay noch während der Sitzung des Aufsichtsrats telefonisch zu befragen, was zu dem spontanen Zornausbruch von Erik Meijer führte. Zum angeregten Gespräch mit dem Berater aus dem Saarland kam es nach dem Auftritt des Managers nicht mehr. Der damalige Vorsitzende des Aufsichtsrats, Meino Heyen, sah davon ab.

Schon damals war der Zweitligist höchst abstiegsgefährdet. Gueye hatte in Aachen keine gute Zeit, war ausgeliehen worden zum FSV Frankfurt, nun standen die Zeichen deutlich auf Trennung. Die Parteien einigten sich auf 100.000 Euro Abfindung. Die Verhandlungen, so erinnert sich Nickolay, wurden nur telefonisch geführt mit Manager Erik Meijer. „Wir haben die ganze Zeit damit gerechnet, dass das Thema Klausel von Aachener Seite angesprochen wurde. Es kam nichts“, sagt Nickolay. Die 100.000-Euro-Frage wurde nicht gestellt.

„Für den Spieler gefreut“

Der Verein vergaß schlicht, den Vertrag unter den Vorbehalt des Klassenerhalts zu stellen. Im Falle des Abstiegs, der bald erfolgte, wäre der Vertrag von Gueye nicht mehr gültig gewesen. In all den Besprechungen wurde das Thema nicht angeschnitten. „Wir haben uns sehr für den Spieler gefreut“, sagt Nickolay. „Wir sind schließlich die Berater des Spielers, nicht die des Vereins.“ Ob der Vertrag aufgelöst worden wäre, wenn Alemannia die Voraussetzung Klassenerhalt eingewebt hätte, kann Nickolay nicht sagen. „Die Frage stellte sich ja nicht.“

Babacar Gueye übrigens wechselte zu Shenzhen Ruby, um dort mit 24 Treffern Torschützenkönig der chinesischen Liga zu werden. Noch heute sagt Nickolay: „Ich stehe jederzeit für eine Aufklärung zur Verfügung, ich habe nichts zu verbergen.“ Erik Meijer zog weiter als Fußball-Experte zum Bezahlsender Sky.

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