Aachen - Erik Meijer: „Ich war ein guter Sportdirektor”

Erik Meijer: „Ich war ein guter Sportdirektor”

Von: Klaus Schmidt
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„Nicht alles war schlecht”:
„Nicht alles war schlecht”: Im Falle des Klassenerhalts von Alemannia verzichtet Erik Meijer auf eine Abfindung. Foto: imago/Revierfoto

Aachen. Der Klub verbreitete die Nachricht am Mittwochabend fünf Minuten vor Beginn der Präsidiumssitzung, die wegen des Montag-Spiels gegen Eintracht Frankfurt verlegt worden war. Manche hatten es geahnt, nun vermeldete Alemannia Aachen: „Neuanfang ohne Erik Meijer”.

Die Wege des höchst gefährdeten Zweitligisten und des Geschäftsführers Sport, der seit Januar 2010 im Amt ist, trennen sich zum Saisonende. Nach einem Vier-Augen-Gespräch bereits am Dienstagabend hatten sich Meino Heyen, Vorsitzender des Aufsichtsrats der GmbH und Präsident des Vereins, und Meijer darauf verständigt. „Ich habe noch viel Energie und werde bis zum letzten Tag alles geben, damit wir das Unmögliche noch schaffen”, sagte der Ex-Profi.

Die Kritik an ihm u.a. wegen der Kaderzusammenstellung will Erik Meijer nicht von der Hand weisen. „Es stimmt, dass Spieler nicht eingeschlagen sind. Ich bin durchaus sehr kritisch mir gegenüber. Aber ich weiß auch, was ich geschafft habe. Nicht alles war schlecht”, erklärte der 42-Jährige gegenüber unserer Zeitung. Er sei ein „guter Sportdirektor” gewesen, „ich habe vieles geschafft - in der Jugend, im Trainer-Bereich, in der Organisation. Aber sportlich haben wir in dieser Saison nicht das Glück gehabt.”

Meino Heyen würdigte die „enormen Verdienste” Meijers um die Alemannia, „er genießt weiterhin unseren größten Respekt”. Die sportliche Bilanz habe aber zu dem Schluss geführt, „dass ein personeller Neuanfang für den Klub das Beste wäre”.

Den Misserfolg der Mannschaft sieht Erik Meijer zum Großteil im neuen Tivoli begründet. „Die Umfinanzierung ist zu spät zustande gekommen. Deshalb waren wir nicht konkurrenzfähig genug”, sagt der ehemalige Stürmer. „Wenn du in einem erstklassigen Stadion spielst, dann erwarten die Leute auch ein erstklassiges Produkt.” Schon sein Vor-Vorgänger habe „das Gleiche gesagt, Jörg Schmadtke hatte das auch schon moniert. Ich bin jetzt der Doofe, der in die Scheiße getreten ist.”

Was in der vergangenen Saison mit der Entwicklung von Spielern wie Marco Höger und Zoltan Stieber, die für Millionen-Beträge an Schalke 04 bzw. den FSV Mainz verkauft wurden, „noch gut gegangen ist”, darüber rede keiner mehr. „Jetzt wirst du angezählt.”

Erik Meijer war 2003 als spektakulärer Zugang vom Hamburger SV an den Tivoli gewechselt. Bis 2006 bestritt er 86 Liga-Partien (20 Tore), zog ins DFB-Pokalfinale 2004 und in den Uefa-Cup ein. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga beendete er seine aktive Karriere, war Co-Trainer von Michael Frontzeck (2006/07) und in der Vermarktung des neuen Stadions tätig, bevor er die Nachfolge von Sportdirektor Andreas Bornemann antrat. Der Vertrag läuft noch bis zum Jahresende 2013, wäre aber im Falle des Abstiegs hinfällig. „Wenn wir aber in der Zweiten Liga bleiben sollten, dann verzichte ich auf eine Abfindung”, kündigte Meijer an.

Am Mittwochabend, nach der Präsidiumssitzung, stellte Meijer dem Aufsichtsrat noch seine Pläne vor. „Ich hatte was vorbereitet für die nächste Saison”, Ideen zum Trainingslager oder zu möglichen Testspiel-Gegnern. Ob davon was übernommen wird, ist nicht mehr Meijers Thema.
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