Eklat um Ex-Alemannen Heinen und Klitzpera ab März vor Gericht

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
13896483.jpg
Haben sich nicht mehr viel zu sagen: Alemannias ehemaliger Sportdirektor Alexander Klitzpera und ... Foto: Ralf Roeger
13896486.jpg
... der ehemalige Jugendtrainer Harald Heinen würdigen sich kaum eines Blickes im Gerichtssaal. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Für den 13. März hat Klaus Brondics eine schöne Wiedersehensfeier von tüchtigen ehemaligen Alemannia-Mitarbeitern organisiert. Er macht das nicht aus Fanliebe, sondern amtlich. Und so findet das Treffen an besagtem Montag auch nicht am Tivoli, sondern im Justizzentrum Aachen statt.

Brondics ist dort Richter am Arbeitsgericht, und seit einem Jahr muss er sich mit einem Streit zwischen Alemannias ehemaligen Jugendtrainer Harald Heinen und dem ehemaligen Geschäftsführer Sport, Alexander Klitzpera, beschäftigen.

Zum Beginn der Verhandlung Donnerstagmorgen versuchte sich der Richter wie auch schon im Gütetermin vor ein paar Monaten als Schlichter. Wie wäre es, wenn sich die anwesenden Sportler einfach die Hand reichen und das Verfahren somit beenden, wollte er wissen?

Die zu behandelnden Themen liegen weit zurück, und vielleicht wäre eine Vertiefung der Vorwürfe nicht sonderlich angemessen, denn andernfalls wären vielleicht einige jugendliche Fußballer involviert. Bei Harald Heinen stieß er mit seinem Appell auf keine Gegenliebe. Der glaubt, dass Klitzpera bereits am 8. März 2015 über vermeintliche sexuelle Übergriffe eines ehemaligen Trainers aus dem Nachwuchsbereich informiert worden sei – und nicht angemessen reagiert habe. „Wir haben in Belgien den Fall Marc Dutroux, das darf sich nie mehr wiederholen. Mir geht es um die Kinder“, formulierte Heinen. Er will, dass die Dinge vor Gericht aufgerollt werden.

In dem aktuellen Verfahren geht es „nur“ um Unterlassungen: Klitzpera will seinem Kontrahenten unter anderem die Behauptung verbieten lassen, dass er im März 2015 über solche Vorgänge informiert worden sei. Mit einer schnellen einstweiligen Verfügung war der Ex-Manager vor einem knappen Jahr erfolgreich.

Laut Heinen seien die Vorwürfe gegen den Ex-Trainer Anfang März 2015 dem damaligen Trainerstab um Peter Schubert und Reiner Plaßhenrich überbracht worden. Der damalige Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Reiner Plaßhenrich habe die schwerwiegenden Behauptungen ein paar Tage später Alexander Klitzpera mitgeteilt. Der Ex-Profi hatte eine andere Wahrnehmung von dieser Unterredung, gab er zu Protokoll. Danach habe ihn Plaßhenrich nur darüber unterrichtet, dass besagter Trainer einer ehemaligen Physiotherapeutin ein paar Aktbilder aufs Handy geschickt habe. Klitzpera bat damals nach eigener Auskunft um Belege. „Dann stellte sich heraus, dass die Frau nicht mehr darüber reden wollte.“

Über die ungleich gravierenderen Vorwürfe, dass sich der Jugendtrainer durchaus fragwürdig gegenüber seinen jungen Spielern verhalten haben soll, habe er erst durch einen anonymen Brief im Oktober 2015 erfahren, sagt Klitzpera. Daraufhin habe er den Aufsichtsrat eingeschaltet, der wiederum wandte sich an die Kripo, die wiederum ergebnislos ermittelte.

Für Richter Brondics ließ sich das Rätsel der abweichenden Aussagen an diesem Tag nicht lösen. Das ist die relevante Frage in dem Verfahren um den Unterlassungsanspruch: Wann wurde Klitzpera denn tatsächlich über die Vorgänge in seinem Klub informiert?

Der Vorsitzende der Kammer vertagte die Verhandlung und möchte beim nächsten Termin neben Klitzpera und Heinen auch noch Plaßhenrich, den ehemaligen Torwarttrainer Ralf Westig, Peter Schubert und den noch amtierenden Athletiktrainer Stefan Kniat hören. Bis auf Kniat alles Leute, die den Verein längst verlassen haben – zumeist unfreiwillig. Am 13. März steht das „Klassentreffen“ an.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert