Eins der „schlimmen Spiele für einen Trainer”

Von: Klaus Schmidt
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Gleich ist es geschehen: Alema
Gleich ist es geschehen: Alemannia-Keeper Boy Waterman streckt sich vergeblich, um den Schuss von Fabian Müller zu parieren. Bas Sibum (links) und Enrico Kern schauen zu. Foto: dapd

Aue. Wenigstens David Hohs und Seyi Olajengbesi lieferten noch ein brauchbares Ergebnis ab. Doch selbst das Prozedere bei der Dopingkontrolle war eine zähfließende Angelegenheit, ehe etwas herauskam.

Auf dem Platz hatte Alemannia Aachen in den 95 Spielminuten zuvor sich ebenfalls reichlich bemüht, es war ein überzeugender Auftritt zum Saisonstart bei Erzgebirge Aue. Und eins der „schlimmen Spiele für einen Trainer”, denn was wollte Peter Hyballa seiner Mannschaft hinterher sagen? „Wenn der Gegner besser war, wir nichts auf die Kette bekommen hätten - dann kannst du als Trainer richtig schimpfen.”

Alemannia hatte praktisch alles richtig gemacht, dem letztjährigen Tabellenfünften mit Beginn der zweiten Halbzeit die Luft abgedreht - aber 0:1 verloren. Und deshalb auch was falsch gemacht: Beim Tor durch Fabian Müller (53.) - nicht mal eine Chance - ein Mal die Zentrale nicht abgedichtet, Tobias Feisthammel fälschte den Ball auch noch unerreichbar für Boy Waterman ab - und vor allem ein Feuerwerk an Torchancen nicht genutzt.

All die taktischen Dinge, die zuvor angesprochen worden waren, hatte Alemannia „gut gelöst. Fußballerisch und auch mal mit einfachem Weghauen des Balls.” Doch Hyballa wurde „fast wahnsinnig” vor allem bei einer der vielen kapitalen Chancen: Manuel Junglas vergab in der 50. Minute die Krönung seiner Leistung. Es würde den Platz sprengen, all die Situationen aufzulisten, in denen Alemannia alles hätte klarmachen können für den zweiten Sieg in Aue nach 2004.

Selten legte eine Statistik so eindrucksvoll Zeugnis ab von der Überlegenheit eines Teams; in fast allen Disziplinen (siehe Spieldaten) hatte Aachen die Hoheit. „Alemannia war das bessere Team”, sagte Aues Trainer Rico Schmitt, „nur das Toreschießen müssen sie noch lernen.” Die Feststellung, dass man „nicht gemerkt hat, dass Stieber und Höger nicht mehr dabei sind”, war „auf jeden Fall ein Lob”, das Peter Hyballa auch gerne vom Kollegen annahm.

Schon früh in dieser Partie war die Bremse gelöst, waren die Fesseln abgelegt. Ungewöhnlich rasant für ein Auftaktspiel ging es zu an diesem sonnig-warmen Samstagmittag. Der Gastgeber baute jedoch von Minute zu Minute ab. Hyballa: „Die waren nach einer Stunde platt, hatten keine Körner mehr.” Aue besaß nicht mehr die Kraft, auch nur einen Konter konsequent zu Ende zu spielen - und wunderte sich am Ende selber über den Sieg.

„Das sah spielerisch sehr gut aus, nur das Ergebnis hat nicht gestimmt”: Marco Stiepermann zählte zu den Unglücklichen, die die Einladung zum Treffer nicht annahmen. „Das Ding kurz nach dem Rückstand muss ich machen. Bitter.” Die Dortmunder Leihgabe war „etwas nervös” ins Zweitliga-Debüt gegangen, „dann hat es sich gelegt”. Das Zusammenspiel mit dem erfahrenen Kollegen Benny Auer funktionierte immer besser, auch wenn noch nicht jede Situation optimal ausgereizt wurde.

Selbstvertrauen beim Torabschluss reinzukriegen, das ist in dieser Woche das große Thema für Peter Hyballa. Am Sonntag saß der Chefcoach schon wieder im Auto, um sich den kommenden Gegner Eintracht Braunschweig anzusehen. Kevin Kratz: „Ich glaube, das kommt. Wenn wir dranbleiben, uns weiter die Chancen erspielen, dann schlagen wir Braunschweig.” Hyballa munterte seine Mannschaft auf, „wir stecken ja jetzt nicht im Abstiegskampf”. Auf weitere Schönheitspreise könne er aber verzichten: „Das nervt mich selber an, darauf habe ich keine Lust mehr. Ich will jetzt Punkte.”
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