Einige Probleme sind die alten

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen / Benjamin Auer
Mehr Zug zum Tor und einen energischen Abschluss: Nicht nur Benny Auer ist gefordert, sondern auch das Mittelfeld. Foto: imago/Reichwein

Aachen. Es war der 30. August des vergangenen Jahres: Alemannia Aachen schlug den FSV Frankfurt mit 3:0. Benjamin Auer schoss nicht nur den ersten Aachener Treffer, er gab auch die Vorlage zum 2:0, bevor er wieder selbst für den Endstand sorgte. Dennoch führte der 29-Jährige nach der Partie deutlichen Gesprächsbedarf in der Mannschaft an.

Die Feinabstimmung habe nicht gestimmt, es seien nur fünf Torchancen gegen einen schwachen Gegner herausgearbeitet worden, der Vortrag sei eher uninspiriert gewesen. Das Ende ist bekannt: Die Partie gegen Frankfurt war der letzte Auftritt von Trainer Jürgen Seeberger, der noch vor dem Wochenende beurlaubt wurde.

Eine Halbserie später geht es für die Schwarz-Gelben am Sonntag erneut gegen den Tabellenvorletzten - und einige Probleme sind die alten geblieben. Fünf Monate später erspielt sich die Alemannia immer noch nur wenige Torchancen, die auch nur zu wenigen Toren führen. „Ich erwarte nicht von meinem treffsichersten Spieler, dass er jede Chance nutzt”, nimmt Trainer Michael Krüger eben jenen Benny Auer in Schutz. „Ich weiß aber auch nicht, woran es liegt, dass wir nicht mal aus 20 oder 25 Metern draufhalten”, fordert er von seinen Mittelfeld-Akteuren mehr Biss, zum Torerfolg zu kommen.

So unterbrach der 55-Jährige die Trainingsspiele in dieser Woche oft mit Trillerpfeife und „Abschluss, Abschluss”-Rufen. „Die Mannschaft hat den Hang, Situationen aus der Abwehr heraus spielerisch zu lösen, und vorne sterben wir in Schönheit”, moniert Krüger. „Abschluss ist Abschluss und besser, als leichtfertig die Bälle zu verlieren, weil man zu kompliziert spielt.”

Die Pflichtaufgabe in Bornheim wird sicherlich auch nicht dadurch erleichtert, dass Cristian Fiel seine Kapitänsbinde abgegeben hat, weil er in den Partien gegen Karlsruhe und Kaiserslautern nicht berücksichtigt wurde. „Ich bin der Meinung, dass ich das uneingeschränkte Vertrauen des Trainers haben muss.

Dieses Gefühl hatte ich zuletzt nicht mehr”, begründet der 29-Jährige seinen Schritt. „Bis zum 30. Juni (Ende der Vertragslaufzeit) gebe ich für die Alemannia alles in jedem Training und in jedem Spiel”, meint Fiel weiter - ohne den Rücktritt vom Kapitänsamt als ersten Schritt auf dem Weg zum Abschied vom Tivoli gedeutet haben zu wollen.

Eine leichte Aufgabe sieht Krüger in dem Gastspiel in Frankfurt ohnehin nicht: „Die Tabellensituation ist trügerisch. Wir müssen den Gegner von der ersten Minute an anlaufen und attackieren.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert