Eine Hinrunde der großen Brüche

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Augen zu und doch den Durchblick: Alemannias Innenverteidiger Nico Herzig war der stärkste Spieler der Hinrunde. Foto: Imago/Frey

Aachen. Für Alemannia Aachen war es eine Hinrunde der großen Brüche: Drei Trainer standen in den 17 Ligaspielen an der Bande, der vor Jahresfrist installierte Sportdirektor ist bereits Geschichte.

Der vermeintliche Treibsatz „neues Stadion” zündete nie wirklich, erwies sich in mancher Hinsicht sogar eher als Bürde denn als Ansporn. Die Leistung des Kaders spiegelt diese Berg- und Talfahrt wider. 20 Spieler wurden im bisherigen Verlauf der Saison eingesetzt - eine Einordnung von Roman Sobierajski.

= ganz stark

Ganz stark? Ganz stark war sicher keiner der Alemannia-Spieler. Dafür war die Darbietung des Ensembles zu unterschiedlich, mal ein Orchester aus einem Guss, mal ein dissonanter Blockflötenkreis. Die Stellen des Dirigenten oder Ersten Geigers blieben verwaist.

= prima Auftritte

Nico Herzig: Der Rückkehrer verdrängte Seyi Olajengbesi, der in der Hinrunde 2008/09 der bestbenotete Spieler war, vom „Sterne-Thron”. Dabei profitieren die beiden Innenverteidiger jeweils von den Qualitäten des anderen. Herzig ist unerbittlich in den Zweikämpfen, Olajengbesi besticht durch sein Stellungsspiel.

Cristian Fiel: Hat seine besten Spiele, wenn die Schar der jungen Wilden um ihn herumwuselt und ihm so Luft verschafft.

= noch ausbaufähig

Kevin Kratz: jung, kreativ, schnell, ist mit wachsender Erfahrung ein Versprechen für die Zukunft.

Aimen Demai: Der Neuzugang aus Kaiserslautern ist ein feiner Fußballer, der mit dem Team aufblüht und ebenso einknickt.

Manuel Junglas: hat sich schneller in den Kader gespielt als erwartet, auf der Position im defensiven Mittelfeld einsetzbar, aber vor allem offensiv eine Alternative.

Thorsten Stuckmann: hatte einige rabenschwarze Auftritte, die sich bei Torhütern sofort auf der Anzeigetafel niederschlagen. Bestätigte gerade in Duisburg wieder, dass er das „Hand”-Werk beherrscht.

Daniel Adlung: Zeigte nach Startproblemen zuletzt viel kämpferischen und läuferischen Einsatz.

= kann mehr

Szilard Nemeth: Kann mehr? Zweifellos verfügt der Slowake über das größte fußballerische Vermögen. Trotzdem ist der 32-Jährige das größte Rätsel innerhalb der Mannschaft. Wird er falsch eingesetzt, kann er in seinen Kurzeinsätzen nicht ausreichend viel zeigen? Ist er Systemopfer, oder ist seine Zeit abgelaufen? Fragen über Fragen.

Thorsten Burkhardt: Hat sich bislang nicht als der „bessere Lehmann” entpuppt. Im Gegenteil wirkt er manchmal wie ein Fremdkörper im Gefüge.

Timo Achenbach: Läuft unverändert schnell, aber auch unverändert der Form der letzten Saison hinterher.

Benny Auer: Topscorer mit sechs Treffern, als Ein-Mann-Show überfordert und ausrechenbar. Verhungert oft im Sturmzentrum.

Mirko Casper: landet in dieser Kategorie als perfekter Einwechselspieler. Immer bereit, wenn Not am Mann ist.

Florian Müller: hatte sich bereits in den Vordergrund gedrängt, wurde dann durch seine Verletzung zurückgeworfen.

Babacar Gueye: sollte sich am Ende der Saison weiter vorne wiederfinden - wenn der Stürmer weiter als solcher auflaufen darf.

Patrick Milchraum: Hat im Gegensatz zu früher, als dutzende Bewährungschancen ungenutzt verstrichen, zuletzt die Gelegenheit beim Schopfe gepackt. Die Rückrunde muss zeigen, ob dies nur ein kurzes Intermezzo war.

= das war nichts

Hervé Oussalé: Der junge Stürmer aus Burkina Faso erweckte nie den Eindruck, dass er Fußball als Mannschaftssport begreifen würde. Sinnfreie Aktionen mit dem Ball wechselten sich häufig mit rüden Attacken auf Gegenspieler ab. Die Trennung ist absehbar.

x = nicht zu bewerten

Neben den Langzeitverletzten Thomas Stehle, Reiner Plaßhenrich, Markus Daun und Andreas Lasnik fallen auch Thomas Unger (kein Einsatz), Jerome Polenz und David Hohs (je 1), Lukasz Szukala (3) sowie Abdul Özgen und Alper Uludag (nur Kurzeinsätze) in diese Kategorie.
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