„Ein Torhüter hat nicht mehr Druck als andere”

Von: Klaus Schmidt
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Extrovertiert - aber nur auf dem Platz: Thorsten Stuckmann. Foto: imago/Reichwein

Aachen. Nur in Teilen kann Thorsten Stuckmann darüber berichten, was und wie viel die Mannschaft gemacht hat seit dem letzten Pflichtspiel vor fast zwei Wochen. Alemannia Aachens Torhüter ließ sich erst mal einen Weisheitszahn ziehen und blieb fünf Tage zuhause. „Ich denke, es war ein bisschen ruhiger”, in dieser Woche wurden die Zügel wieder angezogen.

Vorbereitung auf Koblenz und „wie wir das spielerisch organisieren”, das Thema „Torschuss” nahm einen großen Raum ein.

Koblenz. Knapp zwei Jahre ist es her, dass Thorsten Stuckmann hier sein Liga-Debüt für Alemannia gab. Noch vor der Pause ging er wieder runter vom Platz, Rote Karte, zwei Spiele Sperre. Dennoch verlor Stephan Straub den Platz unter der Latte.

„Stucki”, 198 Zentimeter vom Scheitel bis zur Sohle, 94 Kilogramm Kampfgewicht, knüpfte an die Leistungen an, die ihn bei Eintracht Braunschweig zu einem der zuverlässigsten Keeper der 2. Liga gemacht hatten. Bis heute stand Stuckmann 61 Mal zwischen den Aachener Pfosten, 26 Mal spielte er „zu Null” - eine überdurchschnittliche Bilanz, „auch wenn so etwas immer auch am gesamten Team liegt” und an „einer richtig guten Innenverteidigung mit Nico Herzig und Seyi Olajengbesi”.

Keine neue Diskussion

Seit der F-Jugend ist der heute 28-Jährige Torhüter; die Diskussion über seine Fuß-Fertigkeit verfolge ihn „schon die ganze Karriere”. In Bielefeld und gegen Union Berlin patzte Thorsten Stuckmann in zwei Spielen nacheinander, „das ist Fakt”.

Die teils höhnischen Reaktionen des eigenen Publikums zuletzt bei gelungenen Aktionen gegen Hansa Rostock waren für ihn keine neue Erfahrung. „Das gab´s auch mal in Braunschweig.” Aber immer noch fällt Stuckmann „dazu nichts ein. Ich weiß nicht, ob man so mir oder der Mannschaft hilft.”

Thorsten Stuckmann wollte in den letzten Wochen öffentlich nichts sagen. Da lege er lieber im Training „eine Schüppe mehr drauf, um das Selbstvertrauen wieder dahin zu bekommen, wo es sein sollte”. Und wie könnte man das besser als mit der Arbeit an den Stärken? Viele Schüsse aufs Tor, „meine Stärken liegen halt auf der Linie”.

Über Torhüter und ihre besondere Rolle im Spiel gibt es seit jeher Diskussionen und Interpretationen. Thorsten Stuckmann, ein umgänglicher, freundlicher Mensch, ist im Spiel - das sagt er selbst - „extrovertiert”.

Es gehöre dazu, zu dirigieren, „es ist für mich die Möglichkeit, 90 Minuten am Spielbetrieb teilzunehmen”. Er kommentiert auch Szenen, „für mich selber”. Er will und wird nichts ändern an seiner Art, „im Spiel drin zu sein”. Eine besondere Last? „Ein Torhüter hat nicht mehr Druck als andere.”

Stuckmann wundert sich nur darüber, dass aus seinen „Stockfehlern” immer „ein Riesendrama gemacht wird”. Noch am Mittwoch habe er jemanden gesehen (Manuel Neuer gegen die Elfenbeinküste), „von dem man dachte, er könne mit dem Ball am Fuß umgehen”. Darüber rede keiner.

„Im Großen und Ganzen kann man sich auf mich verlassen”, in Augsburg und gegen Rostock habe er das wieder gezeigt. Was davor war, „ist abgehakt”. Zuletzt gab es wieder zwei Mal „die größte Belohnung für einen Torhüter - zu Null spielen”, so oft wie möglich ist das persönliche Ziel vor einer jeden Saison.

Koblenz. „Ein Sechs-Punkte-Spiel”, sagt Thorsten Stuckmann. „Gewinnen wir, bleibt die TuS bei 9, wir aber hätten 19.” Am besten so weitermachen wie in den beiden jüngsten Spielen, 1:0, 1:0, oder „besser 2:0. Damit wir nicht bis zum Schluss zittern müssen.”
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