Ein Patent auf torlose Spiele

Von: Christoph Pauli
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Rasenverletzung: Alemannias Re
Rasenverletzung: Alemannias Reinhold Yabo ist nicht zu bremsen, Teamkollege Mauel Junglas (links) hat Schwierigkeiten mitzuhalten. Foto: Steindl

Paderborn. Die größte Überraschung des Abends stand am Ende auf der Anzeigetafel. Die Partie zwischen dem SC Paderborn und Alemannia endete 0:0. Dieses Remis kündete von guten Abwehrreihen, aber das genaue Gegenteil war der Fall.

21 Ecken, mindestens so viele Chancen hatten sich ergeben. Am Ende stand das dritte torlose Ergebnis der Aachener in Folge, die darauf allmählich ein Patent erwerben. Aachens Trainer Peter Hyballa verließ das Stadion enttäuscht und kopfschüttelnd. Die Mannschaft kommt nicht in Fahrt, das so ersehnte Erfolgserlebnis stellte sich wieder nicht ein.

Die Partie war noch nicht einmal vier Minuten alt, da wankte die Null schon. Zweimal konnte Matthew Taylor im Fünfmeterraum nachfassen, nur das Schienbein von Aachens Keeper Boy Waterman verhinderte den Einschlag. Mit der Konzentration war es dahin, wie ein Tropfen Tinte in Wasser verbreitete sich die Unsicherheit.

Aachens Abwehr wurde von Schüttelfrost befallen und wurde ihn so schnell nicht mehr los. Der SC Paderborn brannte kein Feuerwerk ab, vielmehr profitierten die Westfalen von Fehlern, wie man sie in der Liga in der Vielzahl auch nicht häufig sieht. Eine Fehlpassquote auf Kneipenliga-Niveau.

Proschwitz verzog nur knapp, als ein Querschläger von Rechtsverteidiger Radjabali-Fardi ihn im Strafraum erreichte (10.), Thomas Bertels scheiterte unbedrängt an Waterman (14.), Kara traf den Außenpfosten (25.).

Die Bälle zischten im Minutentakt auf das Aachener Tor. Brinker verzog nur knapp aus 16 Metern (44.). Und als die Aachener kurzfristig die Partie beruhigen konnten, versuchte Waterman im eigenen Strafraum eine überflüssige Zirkusnummer: Sein plumpes Dribbling gegen Taylor wurde fast mit einem Gegentreffer bestraft (40.). Die schlechteste Mannschaft der Liga wurde ihrem Ruf gerecht.

Das Urteil muss man für die erste Halbzeit so hart fällen. An eigenen Ideen mangelte es gewaltig, die Bälle flogen übers Mittelfeld hinweg, das Umschalten nach Ballgewinn klappte nicht im Ansatz. Das Team wirkte verängstigt.

Stiepermann hatte die erste Chance, kurvte von der rechten Seite nach innen, und knallte den Ball nur knapp über den Kasten (32.). Wie beängstigend torungefährlich diese Mannschaft ist, demonstrierte Manuel Junglas kurz darauf anschaulich.

Innenverteidiger Palionis schubste ihm den Ball fröhlich zu, Junglas sauste unbedrängt seinem Treffer entgegen, mehr Chance geht fast nicht. Aber auch diese Gelegenheit endete mit kollektivem Haareraufen, Junglas scheiterte an Keeper Lukas Kruse (40.). „Ich hatte zwei Ideen im Kopf”, analysierte er später.

In der Pause verteilt Hyballa Mut-Pillen, die Mannschaft folgte ihm, zumindest die Korrektur klappte, was kein schlechtes Zeichen ist. Das Team griff früher an, „kam ein bisschen in den Fußball”, beobachtete der Coach.

Radjabali-Fardi zirkelte den Ball an die Unterkante der Latte (57.), der Treffer rückte tatsächlich näher. Benny Auer hätte seinen Klassiker aufführen können, die scharfe Flanke von Stiepermann hätte er ins Tor lenken können (67.). Hätte. Alemannias Stürmerfüße sind immer noch nicht richtig justiert.

Von der Trainerbank kamen Signale zur Offensive: Hyballa warf die jüngsten Neuzugänge Odonkor und Hadouir in die Partie. Und zumindest Odonkor zündete einige Male. Bei zwei Fernschüssen schrammte er nur knapp an der Torschützenliste vorbei. „Für die Mannschaft gilt das gleiche wie für mich: Wir haben nur gute Ansätze.”

So bleibt Tobias Feisthammel mit einem Treffer in sieben Spielen der Top-Scorer der Mannschaft, „der auch ein dreckiger Sieg” (Junglas) gereicht hätte. Am Ende wurde es noch ein glückliches Remis. Genau wie beim letzten Spiel in Rostock rettete Waterman gekonnt in der letzten Sekunde des Spiels gegen Proschwitz. Das war das kleine Trostpflaster an diesem Abend: Die Null hielt auch bei den Gegentreffern.
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