Aachen - Ein Hoffnungsschimmer für die Alemannia

Ein Hoffnungsschimmer für die Alemannia

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Die Forderung gegen Alemannia ist bis Ende Mai gestundet. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Für Alemannia Aachen ist es ein Hoffnungsschimmer. Der Bundesrat hat eine gesetzliche Grundlage für den so genannten „Sanierungserlass“ vorgeschlagen.

Danach soll die Steuerfreiheit am Ende der Insolvenz möglich sein, wenn das Unternehmen eine Perspektive hat.

Der Große Senat des Bundesfinanzhofs hatte vor ein paar Wochen reklamiert, dass für den bislang praktizierten Steuererlass auf Sanierungsgewinne die gesetzliche Grundlage fehle. Nach dem Urteil drohen Firmen oder Gesellschaften am Ende der Insolvenz hohe Nachforderungen von Kommunen und vom Finanzamt, die die Buchgewinne besteuern könnten.

Alemannia müsste 2,4 Millionen Euro nachzahlen, was die nächste Insolvenz bedeuten würde. Der Fußball-Regionalligist ist nicht alleine mit seiner juristischen Skepsis, auch Fachverbände geben zu bedenken, dass eine Fortführung eines Unternehmen quasi unmöglich würde, falls die Forderung durchgesetzt werden kann.

Die Forderung gegen Alemannia ist bis Ende Mai gestundet. Alemannia Aufsichtsratsvorsitzender Christian Steinborn begrüßte die Initiative des Bundesrats. „Für uns ist das die logische Konsequenz des Sanierungsverfahrens. Es kann nicht darum gehen, Betriebe virtuell zu besteuern, sondern sie zukunftsfähig zu machen“, sagte er.

Verzicht auf Nachforderungen

Der Bundesrat will in Zusammenarbeit mit dem Bundesfinanzministerium festlegen, dass die Verwaltungen auf Nachforderungen in Millionenhöhe verzichten. Bis Ende Mai soll das Gesetz verabschiedet sein. Die Regelung soll auch rückwirkend gelten. Es bliebe die Gefahr, dass das Sanierungsgesetz später von der EU in Brüssel noch gekippt würde, falls man dort eine ungerechtfertigte Beihilfe durch das neue Gesetz ausmachen würde. Viele Verfahren wären von einem möglichen Veto aus Brüssel aber nicht mehr betroffen, weil die Steuernachforderungen dann verjährt wären.

Den Aachenern läuft die Zeit davon, wenn es zeitnah zu einem Einstieg der Investoren kommen sollte. Die Gruppe hatte als Voraussetzung für ein Engagement ab Sommer zwei Dinge gefordert: Der Etat muss ausgeglichen, die steuerliche Problematik gelöst werden, was der Klub nicht ohne Hilfe der Behörden schaffen kann.

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