Aachen - Dominik Ernst ist „endlich angekommen“

Dominik Ernst ist „endlich angekommen“

Von: Helga Raue
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Verteidiger mit viel Vorwärtsdrang: Dominik Ernst. Foto: sport/team 2

Aachen. Als Alemannia Aachen an einem recht unfreundlichen Märzabend bei Aufstiegsaspirant Sportfreunde Lotte einen Punkt holte (1:1), sah Peter Schubert nicht nur eine engagierte Leistung seiner Mannschaft. Vor allem stach Aachens Cheftrainer der rechte Verteidiger der Gastgeber ins Auge.

„Seither habe ich ihn beobachtet“, sagt der 48-Jährige, der den Kontakt zu Dominik Ernst aufnahm und ihn schließlich vor dieser Saison an den Tivoli lotste. Bisher hat sich der gerade 24-jährige Verteidiger mit dem starken Offensivdrang als Glücksgriff erwiesen.

„Aachen hat sich sehr um mich bemüht. Ich hatte seit Anfang Mai mit Peter Schubert telefonischen Kontakt“, blickt Ernst zurück. „Ich sollte zuerst in Lotte verlängern, habe aber lange auf ein Angebot gewartet, das nicht kam. Ich wollte nicht weiter warten, also habe ich auf meinen Bauch gehört und Alemannia zugesagt.“ Eine Entscheidung, die der 24-Jährige ganz und gar nicht bereut hat. „Am Tag der Zusage war ich mir schon sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.“

Den Tivoli kannte Ernst – nicht erst seit dem Hinspiel vergangene Saison, in dem er eingewechselt wurde und das Lotte 2:1 gewann. „Schon mit verschiedenen Jugendmannschaften bin ich hier vorbeigefahren und habe mir vorgestellt, wie es wohl wäre, da zu spielen. Nun ist es unter anderen Vorzeichen so gekommen“, sagt Ernst lachend.

Trainer suchte den Kontakt

Der gebürtige Gelsenkirchener kam schon ziemlich rum in Sachen Fußball, spielte in der Jugend von Schalke, Bochum, Rot-Weiß Essen und Erkenschwick, ehe er über den Wuppertaler SV zu Schalkes U 23 und im Sommer 2013 nach Lotte kam. Und nun Alemannia Aachen: „Ich fühle mich wohl in der Stadt, der Mannschaft – ich bin endlich angekommen bei einem Verein“, macht Ernst aus seinem Herzen keine Mördergrube. Das liegt auch und besonders an Peter Schubert: „Er hat mir von Beginn an gezeigt, dass er mich wollte und mir sein Vertrauen ausgesprochen. Und ich versuche in jedem Spiel, diesen Vertrauensvorschuss zurückzuzahlen.“

Angesichts seiner Auftritte – bei der Premiere in Wattenscheid schoss er das entscheidende Tor in der 90. Minute – wurden schon Fragen laut, wie Aachen an diesen Mann kam. Ernst lacht: „Ich hatte schon Anfragen aus der Dritten Liga, es gab auch Gespräche, die sich aber zerschlagen haben. Definitiv: Ich wäre zu keinem anderen Regionalligisten als Alemannia gegangen, das ist einfach ein Klub mit Tradition.“

Dass Aachen – ungeschlagen seit fünf Spielen – einen so guten Saisonauftakt hinlegte, hat Ernst nicht überrascht: „Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung. Die Mannschaft hat sich schnell gefunden. Der Kern ist ja ohnehin zusammengeblieben, dazu kamen qualitativ gute Verstärkungen.“ Auch hier machten Peter Schubert und Reiner Plaßhenrich aus Sicht des Neuzugangs einen guten Job: „Alle passen charakterlich sehr gut zusammen, wir haben einen tollen Zusammenhalt. Auf dem Platz kämpft jeder für jeden.“

Die Mannschaft – das Kollektiv steht bei Ernst an erster Stelle. „Ich stelle mich ganz in den Dienst der Mannschaft, bin mit Herz dabei“, unterstreicht der 24-Jährige, der sich selbst so auf dem Platz charakterisiert: „Ich bin ehrgeizig, versuche meine Qualitäten einzubringen, das sind meine Schnelligkeit, mein defensives Zweikampfverhalten und mein Offensivdrang. Ich versuche, der Vorbereiter der Tore mit meinen Flanken zu sein.“ Und abseits des Platzes könnte er fast schon ein Rheinländer sein: „Ich versuche immer, gute Stimmung in der Kabine zu machen. Ich bin ein spaßiger Typ, aber auf dem Platz bin ich sehr ernst.“ Nomen est omen...

Am Montag trifft er auf dem Tivoli auf seinen Ex-Klub, der allerdings sein Gesicht sehr verändert hat: „Alleine acht Stammspieler sind weg, 14 Neue dabei. Michael Boris hat nicht die Spieler bekommen, die er wollte. Bisher läuft es nicht so wie erhofft“, so Ernst, der seinen Ex-Klub in der Partie bei Rot-Weiß Essen beobachtete. Die Punkte sollen am Montag klar in Aachen bleiben: „Gegen Köln II haben wir alle – ich eingerechnet – nicht das gezeigt, was wir können. Wenn wir wieder mit der Aggressivität auftreten und den permanenten Druck aufbauen, wie gegen Düsseldorf II, dann werden wir gegen Lotte gewinnen.“

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