Die Unzufriedenheit bei Fuat Kilic wächst

Von: Christoph Pauli
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Kein schöner Abend für Fuat Kilic (links) und sein Trainerteam: Die Alemannia musste sich am Freitag nach einem schwachen Auftritt Aufsteiger Bonner SC mit 0:4 geschlagen geben. Foto: Jérôme Gras

Bonn. Die Besucher im VIP-Raum des Bonner SC mussten lange auf Aachens Trainer Fuat Kilic warten an diesem Abend. Beklagt hat sich keiner. Nach der furiosen Ballparty und dem deutlichen 4:0 herrschte durchaus Bierzeltfröhlichkeit beim Aufsteiger und seinen Anhängern.

„Das Team ist über sich hinausgewachsen“, zog Bonns Trainer Daniel Zilken zufrieden einen Schlussstrich unter den Abend.

Fuat Kilic saß schmalllippig neben ihm. Seine bislang höchste Niederlage mit Alemannia Aachen hatte Spuren hinterlassen. Den Blick hatte er starr nach vorne gerichtet, und man meinte, Gewitterwölkchen um seinen Kopf zu sehen. Der 42-Jährige war verspätet zur Pressekonferenz gekommen, weil er noch am Unfallort ein paar Dinge in der Kabine sehr deutlich ansprechen wollte. Damit wollte Kilic nicht warten bis zum nächsten Morgen, der Ärger brauchte sofort ein Ventil. Seine Mannschaft wirkte zerstreut, sie bekam keinen Zugriff, die Innenverteidiger steckten sich mit ihren Fehlern an, das Mittelfeld blieb anonym oder führte lotteriehaft aneinandergereihte Pässe vor.

Das Spiel ohne Ball war kümmerlich, die Spieler auf den Außenbahnen schafften keine Tiefe. Die Versäumnisliste war lang, die Kilic nach der Partie abarbeitete. Schon beim ersten Gegentor – ein präziser Fernschuss von Dario Schumacher – stand der Schütze sträflich ungedeckt im Rückraum nach einem Einwurf. „Warum machen wir ausgedehnte Videobesprechungen, weisen auf solche Dinge hin, wenn sich doch keiner daran hält?“, war Aachens Trainer durchaus frustriert.

Ohne Leidenschaft und Gier

Der Rückfall kam durchaus unerwartet nach dem guten Jahresauftakt gegen Wiedenbrück. Aber Leidenschaft, Euphorie und die notwendige Gier waren nicht mit nach Bonn gekommen. „Wir müssen auch uns hinterfragen“, sagte Kilic nach dem kollektiven Ausfall nahezu aller Feldspieler im Duell mit dem Aufsteiger. „Vielleicht haben wir zu nett reagiert, als wir über Karneval zwei Tage freigegeben haben.“

Aachens Trainer wirkt dabei zunehmend unzufrieden. Die fehlende Perspektive beim Klub nagt an ihm. Gespräche mit Spielern kann der Kaderplaner nicht führen, weil der finanzielle Rahmen erst spät im späten Frühjahr feststehen wird, wenn andere Vereine schon fast das Mannschaftsbild planen. Und auch die eigenen Gespräche für eine Vertragsverlängerung ziehen sich seit Monaten hin, weil der Vorstand nicht absehen kann, mit welchem Etat es weitergeht.

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