Die Alemannia vergisst in Oberhausen das Toreschießen

Von: Christoph Pauli
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Verfolger: Oberhausens Kapitän Benny Weigelt (rechts) kann Fabian Graudenz nicht stellen. Aber auch der Aachener Stürmer kam gestern kaum zu Abschlüssen. Foto: Foto: Revierfoto

Oberhausen. Eher gelangweilt trug Oberhausens Stadionsprecher die Aufstellung von „Arminia Aachen“ vor. ARMINIA? Man hätte gerne zur Strafe vorgeschlagen, dass der gute Mann noch mindestens acht Mal im Verlauf des Spiels Erfolge von ALEMANNIA hätte ansagen müssen. Indes: Er brauchte nur zwei Aachener Auswechslungen zu vermelden. Wie im April endete die Partie 0:0.

Doch es gab ein paar deutliche Abweichungen zum damaligen Wettkampf. Diesmal blieb alles laut Veranstalter friedlich. Und diesmal war das Ergebnis schmeichelhaft für die harmlosen Gastgeber. „Wir haben zwei Punkte hier verloren“, fasste Peter Schubert zusammen.

Der Aachener Trainer war ein bisschen hin- und hergerissen. Einerseits hatte sein Team wohl das beste Auswärtsspiel dieser Saison absolviert, aber andererseits war die verdiente Ernte ausgeblieben. „Wenn man so wenig anbietet, muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein“, freundete sich dagegen der RWO-Kollege Andreas Zimmermann innerhalb von Sekunden mit dem Ergebnis an.

Thackray für Hackenberg

Trainer Schubert hatte seine Mannschaft nur auf einer Position verändert, den gesperrten Peter Hackenberg vertrat Kris Thackray. Nach über einem Jahr durfte der Brite noch einmal Innenverteidiger spielen, streute allerdings ein paar Querschläger zuviel in sein Spiel ein.

Ein bisschen sind die Muskeln bei den Aachenern in den letzten Wochen gewachsen, die Mannschaft war nicht als Punktelieferant ins Ruhrgebiet gefahren. „Wir wollten alle drei Punkte“, fasste Marcus Hoffmann zusammen. Die Gäste attackierten sehr früh, stibitzten sich viele Bälle in der gegnerischen Hälfte. Bastian Müller, Tim Jerat (3. Aachener Kapitän im 10. Spiel) und Tim Lünenbach übernahmen das Schaltpult im Mittelfeld.

So ergaben sich viele Räume, Aachen dominierte die Partie, aber es fehlte das Durchsetzungsvermögen in der roten Zone. Der finale Pass blieb fast immer im Abwehrgestrüpp hängen. So war ein Kopfball von Marcus Hoffmann nach der ersten Ecke von Michael Lejan (7.) die beste Gelegenheit. Der Innenverteidiger köpfte aber genau in die Torwarthandschuhe von Philipp Kühn.

Der RWO-Keeper war ein gefragter Mann an diesem Nachmittag, immer wieder landete der Ball bei ihm, weil seine Mitspieler nicht wussten, wohin mit dem Spielgerät. Die durchaus ambitionierte RWO-Mannschaft fand keinen Schlüssel zu diesem Spiel. Ein Weitschuss von Patrick Schikowski aus 35 Meter war die einzig erwähnenswerte Offensivaktion (22.).

RWO hatte ein paar gute Minuten zu Beginn des zweiten Akts, Chancen sprangen nicht dabei raus, dann übernahm Aachen wieder die Kontrolle. Jerat verfehlte nach feiner Vorlage von Graudenz nur um wenige Zentimeter die Führung (59.). Die Gäste wollten mehr, Hoffmann knöpfte sich noch auf dem Spielfeld Behrens vor, als dieser schludrig nachsetzte. Hier war mehr drin. Schubert wechselte Sahin Dagistan und Aimen Demai für den Schlussspurt ein.

Aachens Kapitän bekam Sekunden später schon eine vorzügliche Freistoßchance aus 16 Metern. Schiedsrichter Martin Thomsen akzeptierte eine breite Mauer schon am Elfmeterpunkt, auch diese Chance war vertan (75.). Auch in einer anderen strittigen Szene fühlten sich die Aachener benachteiligt vom Spielleiter. Felix Herzenbruch senste Fabian Graudenz im Strafraum um (72.). Für Thomsen hatte der Aachener bereitwillig eingefädelt, für die Aachener hatte Herzenbruch klar gefoult.

Weil sich RWO in den letzten Minuten verschanzte, lag die letzte Aachener Hoffnung bei den ruhenden Bällen. Hoffmann schmetterte einen Kopfball nach einem Eckball an die Latte (87.), dann köpfte Lünenbach knapp vorbei (89.). „Es fehlte heute nur die Effektivität“, fasste der Schütze zusammen.

Dann war Schluss, und wenn Kopfschütteln unter Strafe gestellt gewesen wäre, hätte man locker die Mannschaftskasse für den Mallorca-Ausflug am Saisonende füllen können. Dennoch: „Wir wachsen weiter“, beobachtete Schubert am Spielfeldrand. „Wenn wir weiter an uns glauben, sind wir auf einem guten Weg.“

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