Die Alemannia kommt noch einmal zurück

Von: Roman Sobierajski
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So viel Durchschlagskraft ist selten: Keeper Thorsten Stuckmann lässt seine Fäuste sprechen. Foto: Mathias

Frankfurt. Die beste Nachricht vorneweg: Alemannia Aachen hat nach einem Rückstand immerhin noch ausgeglichen. Die schlechte obendrauf: Der Gegner hieß FSV Frankfurt, Tabellenvorletzter und zuletzt schon einmal im eigenen Stadion mit fünf Toren bedient worden. Soviel Großzügigkeit genehmigten sich die Schwarz-Gelben allerdings nicht, sondern hatten nach dem 1:1 nur einen Punkt im Gepäck.

Aachens Trainer Michael Krüger hatte mit dem 4-3-3-System bei Ballbesitz eine neue taktische Variante aus der Schublade geholt, doch das in Aussicht gestellte hohe Anlaufen und der Druckaufbau klappten nur in den ersten zehn Minuten leidlich, bevor sich die Alemannia dem von den spielerisch arg limitierten Frankfurtern dargebotenen „Langholz” anschloss. „Wir haben es versäumt, Fußball zu spielen”, ärgerte sich Stürmer Benny Auer. „Zudem haben wir drei, vier Riesendinger, wenn wir nur eines davon auch reinmachen, gehen wir hier klar als Sieger vom Platz.” Dabei war es der 29-Jährige selbst, der nach sieben Minuten die erste Großchance nicht nutzte und das Zuspiel von Babacar Gueye aus fünf Metern volley in den Frankfurter Himmel jagte.

Vielleicht war es aber auch nur der Anblick des FSV-Stadions, das eher an den Atombunker der Bundesregierung als an einen Fußballtempel erinnert, der die Schwarz-Gelben derart einschüchterte, dass die Platzherren plötzlich das deutlich stärkere Team waren und mit dem Schuss von Cidimar (19.) und einer Doppelchance von Aziz Bouhaddouz und erneut Cidimar im Nachschuss (27.) klare Torchancen hatte. Zwei Mal musste Thorsten Stuckmann Blitzreaktionen zeigen, um den frühen Rückstand zu verhindern. Beste Torchance für die Alemannia bis zum Seitenwechsel: eine Kopfballrückgabe des Frankfurters Alexander Voigt.

Zu den zweiten 45 Minuten kamen die Schützlinge von Michael Krüger mit deutlich mehr Engagement aus der Kabine, auch wenn spielerisch statt des versprochenen Pfeffers wieder nur Maggi auf den Tisch des Hauses kam. Was auch daran lag, dass die Mannschaft das System mit zwei Stürmern auf den Halbpositionen und Auer im Angriffszentrum erneut mit zu viel Kompliziertheit belud.

„So ist das bei meiner Mannschaft, sie versucht häufig, einen Grand Hand zu spielen, wo Karo einfach die vielversprechendere Idee wäre”, ärgerte sich Krüger und machte eine Anleihe beim Skat.

Gueye trifft Aluminium

Trotzdem kam die Alemannia in einer zehnminütigen Sturm-und-Drang-Phase zu mehreren hochkarätigen Gelegenheiten, in Führung zu gehen. Doch Babacar Gueye hatte erneut einen gebrauchten Tag erwischt und scheiterte - wie schon vier Minuten zuvor Thorsten Burkhardt mit einem Kopfball - völlig freistehend zunächst an Torwart Patric Klandt (55.), dann an der Latte (60.), und auch bei den beiden Nachschuss-Gelegenheiten zauderte der Stürmer zu lange. „Gueye weiß, dass das schlecht war, und ärgert sich. Aber als Trainer ist man dann mit seinem Latein am Ende”, meinte Krüger, der bei den dann üblichen Mechanismen Zuschauer war: Gjasula zirkelte den Ball auf den Kopf von Alex Voigt, der den bisherigen 14 Treffern der Frankfurter den 15. hinzufügte.

Es war dann Schiedsrichter Christian Bandurski, der mit für den Aachener Ausgleich sorgte. Voigt wurde aus kurzer Distanz angeschossen, der Unparteiische aus Oberhausen pfiff Handspiel (Voigt: „Meine Niere liegt noch draußen auf dem Platz. Wenn das Hand war, gehöre ich ins Tor der Nationalmannschaft”). Den fälligen Freistoß legte sich entschlossen Cristian Fiel zurecht, der alte Kapitän fand den Kopf des neuen, und Benny Auer schraubte das Konto der Aachener Tore nach Standards auf sieben (81.).

Kevin Kratz hat übrigens am Samstag gegen Rot-Weiß Oberhausen Zwangspause: Der Mittelfeldspieler sah die fünfte Gelbe Karte.
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