Der Trend ist nicht mehr Alemannias Freund

Von: Klaus Schmidt
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Alemannias Mirko Casper kann heute Abend gegen den VfL Bochum nicht eingesetzt werden. Foto: dpa

Fürth/Aachen. So hatte man Friedhelm Funkel noch nicht erlebt, seitdem er mit dem Auftrag unterwegs ist, Alemannia Aachen in der Klasse zu halten. Keine zehn Sekunden nahm sich der Trainer zunächst in der Pressekonferenz - um Greuther Fürth zum 1:0-Sieg zu gratulieren und dann den Mantel des Schweigens über die Leistung seiner Mannschaft zu hängen.

„Natürlich war der Trainer sauer”, berichtete Mirko Casper aus der Kabine. „Auch wenn Fürth nicht unser Maßstab ist - es war erschreckend, dass wir uns keine klare Chance herausgespielt haben.” Verantwortlich dafür vor allem: die Viererkette im Mittelfeld, die weder über die Außen (Kratz und Uludag) noch über die Zentrale (Demai und Junglas) brauchbare Ideen entwickelte.

Manager Erik Meijer schrieb gerade denjenigen, die nicht immer erste Wahl sind, sich aber für die Startelf berufen fühlen, ins Stammbuch: „Ich darf nicht während der Woche die große Klappe haben, sondern dann, wenn der Schiedsrichter anpfeift.”

Bis zum 0:0 in Düsseldorf war der Trend Alemannias Freund. Nach acht Spielen ohne Niederlage schreiben die Schwarz-Gelben nun an anderen Serien: fünf Mal ohne Sieg, nur ein „Dreier” aus den letzten neun Partien und jetzt seit sechs Stunden und 40 Minuten ohne Tor. Solch eine Flaute hatte es schon in der Hinrunde gegen exakt dieselben Gegner gegeben.

Bedenklich: Aachen kommt nicht mal mehr in die „Verlegenheit”, so etwas wie Gefahr anzudeuten. Nach dem Paderborner Lukas Kruse war der Fürther Max Grün der zweite Keeper binnen Wochenfrist, dessen Tätigkeit darin bestand, sich die Haare wachsen zu lassen. Wenn überhaupt der Name eines Alemannia-Profis in den Notizbüchern der anwesenden Scouts von West Ham United, Fenerbahce Istanbul und FC Brügge gelandet sein sollte, dann der von Boy Waterman. Der Torhüter verhinderte am Freitag eine Tracht Prügel.

Langsam gehts ans Eingemachte, nur noch neun Spiele bleiben, um Drittliga-Fußball im mittlerweile solide finanzierten Stadion zu verhindern. Am Sonntag war Alemannia auf den Relegationsplatz abgerutscht. „Noch mehr Druck geht nicht”, sagt Mirko Casper. „Es ist die schwierigste Situation, die ich in sieben Jahren Alemannia hatte.”
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