Aachen - Der Tag des Kopfschüttelns am Tivoli

Der Tag des Kopfschüttelns am Tivoli

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Da sah‘s noch gut aus für Alemannia: Sascha Marquet erzielt das 2:1 gegen Lippstadts Torhüter Björn Bussmann. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Für Sascha Marquet war es eine Wiederholung, der Spielverlauf kam ihm allzu bekannt vor. „Wir kommen nicht gut rein, kriegen nach einem Treffer nichts mehr geregelt, kämpfen uns wieder ran und werden durch das altbewährte Standardtor bestraft.“ So kann man die Dinge sehen.

Ein bisschen „ah“ und sehr viel „hm“ – so ein Spiel war das. Bis auf den Ball und die Schiedsrichter verließen alle Akteure das Spielfeld kopfschüttelnd.

2:2 endete die Regionalliga-Partie zwischen Alemannia Aachen und dem SV Lippstadt, und nach Lage der Dinge fand das Resultat wenig Anhänger. Die Gäste haderten, weil sie nach 81 Minuten noch in Führung lagen, die Gastgeber zürnten, weil sie erst in der Nachspielzeit den finalen Treffer kassierten. „Das fühlt sich eher an wie eine Niederlage“, fasste Alemannias neuer starker Innenverteidiger Marcus Hoffmann seine Tivoli-Premiere zusammen.

Zu viel Angst?

Co-Trainer Reiner Plaßhenrich war aufgebracht: „Nach zehn Minuten fehlten uns Leidenschaft und Willen.“ Über die Gründe für den Tugendverlust konnte er nur spekulieren. „Vielleicht haben einige zu viel Angst, am Tivoli zu spielen, vielleicht können sich einige nicht richtig konzentrieren, wenn ein paar tausend Leute im Stadion sind.“

Lippstadt hätte schnell den Sekundenschlaf von Marvin Ajani nutzen können. Björn Traufetter verpasste eine Chance, wie man sie sonst nur im Jahresrückblick sieht: Freistehend, zwei Meter vor dem leeren Tor, knallte er den Ball noch übers Tor. Die Aachener Abwehr hatte einen Wackelkontakt, und schon der nächste Angriff brachte die Gästeführung. Ein harmloser Kopfball flog zentral aufs Tor, Keeper Löhe verließ sich auf Verteidiger Hoffmann und umgekehrt, und der lachende Dritte war Moritz Fritz, der zum 0:1 einspitzelte (18.). Und damit stürzte das gesamte Programm ab.

„Wir schaffen es noch nicht, nach einem Rückstand stabil und kompakt zu bleiben“, analysierte Plaßhenrich. Der Co-Coach übernahm das Spielcoaching, während der heftig erkrankte Cheftrainer Peter Schubert die Ansprachen in der Kabine übernahm und ansonsten die Partie aus einer Loge beobachtete.

Die beste Nachricht zur Pause aus Aachener Sicht: Die abstiegsgefährdeten Gäste führten nur 1:0, ihr Goalgetter Viktor Maier köpfte noch freistehend über das Tor (43.). Die Trainer sortierten neu. Abel und Ajani mussten für Moslehe und Strujic weichen, im 4-1-4-1-System kehrte das Team zurück. Und Sascha Marquet, der eine Halbzeit lang wie nahezu alle Mitspieler anonym geblieben war, rückte in die Zentrale.

Plaßhenrich zog seinen letzten Joker, brachte nach 80 Minuten Domagoj Duspara, dem in seiner Aachener Zeit bislang nicht viel gelungen war. Bis zum Samstag. Nach einem Marquet-Solo passte Duspara zentimetergenau auf Mazan Moslehe, der mühelos zum Ausgleich einschob (82.). Es war die feinste Kombination an diesem Nachmittag.

Sekunden später wurde aus dem Rückstand eine Führung: Duspara steckte durch für Marquet, der sich energisch durchsetzte und das 2:1 erzielte. Das Projekt Happyend scheiterte dennoch. In der Nachspielzeit köpfte Julian Stöckner, 14 Sekunden vorher nur für diese eine Ballberührung eingewechselt, die letzte Ecke des Spiels ein.

Kapitän Peter Hackenberg wurde bei einem Zweikampf die Nase gebrochen – schmerzhaftes Ende dieses Nachmittags.

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