Der Publikumsliebling und sein Konkurrent: Was wurde aus Alemannias Aufstiegshelden?

Von: Alexander Kast, Marvin Bergs und Benjamin Jansen
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Nicht Straub Collage
Hart umkämpft am Tivoli: der Platz zwischen den Pfosten. Stephan Straub (links) und Kristian Nicht wurden in der Bundesligasaison häufig zu Teilzeitkräften. Foto: dpa

Aachen. Auf den 16. April 2006 hatte der Verein Jahrzehnte gewartet. Die Alemannia stieg in die Bundesliga auf, ohne gespielt zu haben; weil Konkurrent Spielvereinigung Fürth in Saarbrücken 0:1 verlor und im Aufstiegsrennen aussichtslos zurückfiel. Die Party begann, und für kurze Zeit erhielt die Kaiserstadt einen schwarz-gelben Anstrich.

Von B wie Bruns bis S wie Šukalo: Wir haben Alemannias Aufstiegskader unter die Lupe genommen und in Erfahrung gebracht, was aus den Spielern geworden ist. Unsere Serie beginnt heute mit den Torhütern.

Stephan Straub:

In der Bundesligasaison stand die T-Frage am Tivoli regelmäßig auf der Tagesordnung. In der Vorbereitung hatte Kristian Nicht den besseren Eindruck hinterlassen, er flog aber bereits im ersten Spiel nach einem Handspiel außerhalb des Sechzehners vom Platz (0:3 in Leverkusen) und Straub übernahm in den ersten drei Spielen zwischen den Pfosten. Nach dem Abschied von Dieter Hecking schenkte Neu-Trainer Michael Frontzeck Nicht erneut das Vertrauen – kurz vor dem Ende der Hinrunde wurde wieder zurück rotiert (siehe unten). Wegen einer Verletzung verpasste Straub dann das letzte Viertel der Saison; Alemannias schlechteste Phase, die mit dem Abstieg endete.

„Straubi“ war bis zur Saison 2009/2010 als Torwart bei den Schwarz-Gelben – die beste Zeit lag da aber bereits hinter ihm. Nur selten kam er in Aachen an den Konkurrenten Nicht und Stuckmann vorbei. Es folgte ein kurzes Engagement bei Fortuna Düsseldorf, wo seine Karriere ohne weiteren Einsatz endete. Straub übernahm zwischen 2010 und 2013 das Traineramt von Concordia Oidtweiler, mit denen er den Aufstieg in die Bezirksliga feierte. Als Torwarttrainer kehrte er bis zum Ende der Saison 2013/2014 zur Alemannia zurück. Diese Tätigkeit setzt er aktuell beim ehemaligen Landesligisten SV Rott fort - und spielt nebenbei in der Ü32 von Oidtweiler.

Kristian Nicht:

Respektiert, aber nicht geliebt – im kollektiven Aachener Fußballgedächtnis reiht sich Kristian Nicht bis heute nicht so wirklich in die Ahnengalerie der Aufstiegshelden ein. Auch, weil er beim Aachener Anhang nie einen leichten Stand hatte, da er Publikumsliebling Stephan Straub verdrängte. Sein Bundesligadebüt ging gründlich daneben (siehe oben), aber Neu-Trainer Michael Frontzeck setzte nach abgesessener Rot-Sperre wieder auf Nicht – der mal mit tollen Paraden, mal mit schweren Patzern auf sich aufmerksam machte, und so am 16. Spieltag abermals Straub weichen musste, wie auch in der darauffolgenden Saison.

Konsequenz: Wechsel in der Winterpause nach Norwegen zu Viking Stavanger. Und seitdem ist Nicht auf Wanderschaft: Nach einem Abstecher nach Karlsruhe ging es in die USA, wo der Jenaer von Indianapolis für ein Spiel nach Montreal ausgeliehen wurde – und plötzlich im Champions League-Finale des CONCACAF-Verbandes stand, das jedoch verloren wurde. Im Februar 2016 wechselte der heute 34-Jährige schließlich in die zweite amerikanische Liga zu Minnesota United.

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