Der neue Tivoli: „Ein Investment für die Zukunft der Alemannia”

Von: Bernd Büttgens
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Geschäftsführer Kraemer gibt gelassen zu: Montagabend liegt schon ordentlich viel Spannung über dem neuen Tivoli.

Aachen. Montagabend, 20.15 Uhr, der Ball rollt im neuen Tivoli, erstmalig, und Frithjof Kraemer trinkt ein Bier. Geschafft! „Ja doch, das lass’ ich mir nicht nehmen, da freue ich mich drauf, irgendwo im Stadion zu stehen mit gutem Überblick und diesen Moment zu genießen”, sagt der Alemannia-Geschäftsführer.

Ein aufregendes Jahr liegt hinter ihm und dem schwarz-gelben Team, ein Jahr mit Höhepunkten und einigen Tiefschlägen, aber auch ein Jahr, „in dem es keinen Zweifel daran gab, dass wir das Stadion am zweiten Spieltag eröffnen werden”.

Ob der Traum vom Bier wirklich aufgeht, wird sich zeigen. Denn wenn Kraemer den ersten Kampftag vor dem inneren Auge sieht, dann fällt ihm auf, dass noch reichlich Arbeit wartet. „Nicht alles ist 100-prozentig fertig, aber das Stadion wird funktionstüchtig sein”, sagt er.

Kein Spiel in Ruhe verfolgt

Man darf anmerken, dass Kraemer in seiner Zeit bei der Alemannia noch nie wirklich in Ruhe ein Spiel verfolgt hat: „Es gibt ja schon noch eine ganze Reihe von Themen, die auch während des Spiels zu regeln sind. Und auch wenn wir gut organisiert und die Zuständigkeiten verteilt sind, will ich doch wissen, ob alles funktioniert.”

Bis Ende des Kalenderjahres, so rechnet die Alemannia-Führung, habe man veranschlagt, um die Unwägbarkeiten, die ein Neubau mit sich bringt, endgültig abzustellen.

Doch zunächst steht die Eröffnung auf dem Programm. Und am Montag stellen sich so viele Fragen.

Finden alle Gäste den Weg zum Platz? Funktionieren das Einlasssystem, das bargeldlose Bezahlen? Läuft die Anzeigetafel? Stimmt der Ton? Finden alle, die im Stadion arbeiten müssen, die Wege zum Arbeitsplatz? Ist die Wurst heiß und das Bier kalt?

„Schon spannend”, lacht der Geschäftsführer, „wir haben zwar in der letzten Woche einige Probeläufe für einzelne Bereiche gestartet, aber wir haben eben kein Testspiel.” Zu eng war der Zeitplan.

Kraemer hat die Verantwortung für den neuen Fußballtempel: Drückt die Last? „Nein”, sagt er, „wer zweieinhalb Jahre für den alten Tivoli bei den dortigen Verhältnissen verantwortlich war, der blickt gelassen auf das neue Stadion.”

Die Vorfreude ist groß. Nicht nur bei Kraemer: „Das Stadion ist ein Megathema in der Region, wir erfahren einen sensationellen Zuspruch, nicht zuletzt weil wir den Standort und den Namen des Stadions beibehalten haben.”

Was der Geschäftsführer zufrieden anmerkt: „Der alte Tivoli ist in den Hintergrund gerückt, jetzt spricht alles vom neuen Stadion, das ja auch von vielen als vorzeigbare Visitenkarte Aachens, als Impuls für die Region gesehen wird.”

Ohne das 50-Millionen-Projekt, sagt Kraemer, hätte sich die Alemannia nicht weiterentwickeln können. Er spricht vom defizitären alten Tivoli, „der völlig ausgepresst war”, er spricht von plausibilisierten Machbarkeitsstudien für das neue Zuhause, die ein 340.000-Euro-Jahresplus erkennen - bei einem Zuschauerschnitt von 22.800 und 70 bis 80 Prozent Auslastung im VIP-Bereich, trotz einer laufenden jährlichen Belastung von 6,0 Millionen.

Von öffentlichen Geldern - die letztlich ausblieben - hätte er geträumt, sagt der Geschäftsführer, und mehr als zufrieden sei er mit seinem 40-köpfigen Team, „das das Stadion, dieses Investment für die Zukunft, zur eigenen Sache gemacht hat”.

Auf all das ein Bier Montagabend, wenn der Ball rollt. Wie gesagt. Der Geschäftsführer lächelt: „Ja, ein kühles Bier”.


Dieser Beitrag stammt aus der 36-seitigen Sonderbeilage „Na, gespannt?” zum neuen Tivoli, die am Samstag, 15. August 2009, in den Druckausgaben von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten erscheint.

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