Der nächste Versuch der außergerichtlichen Einigung

Von: Christoph Pauli
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Der nächste Versuch der außergerichtlichen Einigung: Ex-Sportdirektor Sportdirektor Alexander Klitzpera.

Aachen. Vor ein paar Tagen ist die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Aachen wieder einmal abgesetzt worden. Eigentlich sollten sich dort Alexander Klitzpera und Alemannia Aachen begegnen. Aus den ehemaligen Vertragspartnern sind inzwischen streitende Parteien geworden, nachdem der Fußballverein seinen ehemaligen Manager erst beurlaubt und dann fristlos gekündigt hatte.

Der Termin wurde aufgehoben, weil die Lager noch einmal versuchen, sich außergerichtlich zu einigen. Das dürfte schwierig werden, denn im Raum steht nach Informationen dieser Zeitung eine knapp sechsstellige Forderung der Klitzpera-Seite für Abfindung und Gehälterausgleich. Der Berufseinsteiger war im Februar 2015 gleich mit einem unbefristeten Vertrag ausgestattet worden.

Die Causa Klitzpera ist der größte Makel des Teams 2018, das vor ein paar Jahren antrat, um den Verein zu revitalisieren. Die Stelle des Sportdirektors wurde wieder eingerichtet, als Zeichen der Professionalisierung. Klitzpera war die Idee des damaligen Aufsichtsrats Thomas Deutz, der den Ex-Profi als ideale und langfristige Lösung für den neuen Posten vorstellte.

„Wir waren überzeugt von der Personalentscheidung. Im Nachhinein muss man natürlich sagen, dass er in einigen Dingen unglücklich agiert und es nicht geschafft hat, wichtige Player hinter sich zu bringen“, räumt Aufsichtsratschef Christian Steinborn längst ein.

Klitzpera startete beim Tabellenführer, der ein paar Tage vorher 32.000 Besucher beim Spitzenspiel gegen RW Essen begrüßte hatte. Ein paar Monate später war der Verein eine Ansammlung von Baustellen. Der Aufstieg wurde verpasst, mit Erfolgstrainer Peter Schubert gab es eine öffentliche Fehde, bis Schubert entnervt aufgab. Ein paar Wochen später folgte auch sein Assistent Reiner Plaßhenrich, der desillusioniert den Posten als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums aufgab. Ende des Jahres hatte sich die Mannschaft mit dem neuen Trainer Christian Benbennek überworfen.

Nachdem der Spielerrat weder bei Klitzpera noch bei Deutz, der für den Sport zuständig war, sich ausreichend gut angehört fühlte, schrieb das Team einen Brief, der schnell öffentlich wurde. Benbennek musste gehen, die Mannschaft verabschiedete sich nicht mehr beim Publikum nach dem letzten Heimspiel 2015, die Leistungsträger Peter Hackenberg, Frederic Löhe und Bastian Müller wurden suspendiert. Schon vorher hatte sich Deutz verabschiedet.

Nach 14 Monaten musste auch Klitzpera gehen, „um die Ziele des Vereins nicht zu gefährden“, hieß es in der Begründung. Direkt nach der Beurlaubung war Klitzpera in sein Büro gefahren, um sein E-Mail-Konto zu löschen. Das hätte er nicht gedurft, argumentiert sein Ex-Arbeitgeber.

Wegen Verstoßes gegen Paragraf 303a des Strafgesetzbuches zeigt Alemannia den ehemals wichtigsten Mitarbeiter an. Durch die unerlaubte Datenveränderung seien bedeutende Daten für den Verein gelöscht worden, so ist Alemannias Argumentation. Seit Monaten ermittelt nun die Staatsanwaltschaft in der Angelegenheit. Ein Ende sei noch nicht in Sicht, sagt Katja Schlenkermann-Pitts, Sprecherin der Aachener Staatsanwaltschaft. Alemannia wird vermutlich vor dem Arbeitsgericht erst einmal auf Zeit spielen, bis der Sachverhalt ermittelt ist.

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