Köln - Der nächste Tiefpunkt für die Alemannia

Der nächste Tiefpunkt für die Alemannia

Von: Klaus Schmidt
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Freud und Leid, ganz nah beieinander: Beim Feiern dürfen die Aachener (in Gelb) nur zuschauen. Foto: Dahmen

Köln. Diesmal kam dann auch Christian Benbennek dazu. „Wir woll’n den Trainer seh’n“, forderten die wieder mal enttäuschten Anhänger, Alemannia Aachens Chefcoach ging an den Zaun und nahm die Beschimpfungen entgegen.

„Ihr sollt wenigstens rennen und kämpfen“, Benbennek hörte das Gleiche wie die Spieler bei den vier Auswärtspleiten zuvor. Doch jetzt war es richtig deftig abgegangen: 0:6 bei Viktoria Köln, die größte Demütigung seit mehr als zwölf Jahren (1:7 in Fürth).

Es fielen Worte wie „niederschmetternd“ (Kapitän Timo Staffeldt) und „Blamage“ (Torhüter Freddy Löhe), und im Anschluss kündigte Sport-Geschäftsführer Alexander Klitzpera an: „Es wird auf jeden Fall in der Winterpause was passieren.“ Die „große Analyse“ habe er „schon im Kopf. Es wird noch mehr Wert auf Mentalität und nicht auf Talent gelegt.“

Nach einer indiskutablen Vorstellung ist Benbennek „mehr denn je entschlossen“ und nach eigener Aussage weit von Ratlosigkeit entfernt. „Wir brauchen nicht drumherumreden, dass in dieser Mannschaft was nicht stimmt. Da müssen wir was glattbügeln und die Saison vielleicht dazu nutzen, um klaren Grund reinzubringen.“ Zwei Spiele sind es bis zur Winterpause, „da kann jeder zeigen, ob er gerne weiter dabei wäre“.

Zum ersten Mal nach seinem Abschied vom Tivoli hatte sich Peter Schubert wieder ein Spiel der ehemaligen Mannschaft angesehen. Sein Erbe – mit Tim Lünenbach in der Innenverteidigung und erstmals in dieser Saison Tobias Mohr (für Fabian Graudenz) in der Startelf – lag schon zurück, bevor die Schwarz-Gelben ihre Pläne zu einem erfolgreichen Spiel vorstellen konnten.

Nach einem schnell ausgeführten Freistoß genoss Lejan alle Freiheiten des linken Flügels, der Ex-Aachener flankte in den Rücken der Viererkette und fand Steegmann in der Lücke zwischen Jannik Löhden und Nils Winter, der dann auch noch am Ball vorbeischlug – 0:1 nach nicht einmal drei Minuten.

Bastian Müller und Viktor Maier leiteten noch die beste Offensivaktion ein, Staffeldt zog aus 16 Metern ab, der Ball prallte von der Brust von Viktoria-Keeper Pellatz (12.). Doch die routinierten Kölner hatten schnell erkannt, wo und wie Aachen zu verwunden war: Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen ließen Platz ohne Ende, die Gäste standen viel zu weit weg vom Gegner. In der 20. Minute hatte Jerat das Gespür für die Gunst des Moments: Der zweite Ex-Alemanne passte auf Reimerink, auch der kam über die Seite von Winter und traf zum 2:0.

Der dritte „Bock“

Fünf Minuten vor der Pause der dritte „Bock“: Löhe ließ den Ball nach Klingenburgs Schuss vor den Fuß von Wunderlich springen, der Viktoria-Kapitän staubte ab. Das Einzige, was Aachen zur Pause mit in die Kabine nahm, war Löhdens Gelbsperre beim Hinrundenabschluss am Samstag gegen den Herbstmeister aus Lotte.

Aggressivität und Entschlossenheit sind weiterhin keine verlässlichen Begleiter des letztjährigen Vizemeisters. Auch im Sportpark Höhenberg gingen Alemannia diese Hoffnung schürenden Qualitäten eines Heimsiegs am Spieltag zuvor wieder ab.

Dann quittierte Aachen auch noch die zweite Sperre am kommenden Spieltag (Gelb-Rot für Dennis Dowidat/75.). In Unterzahl wurde es richtig bitter. Nach einem langen Ball erhöhte Steegmann auf 4:0 (77.) und ging, der eingewechselte Mombongo-Dues schraubte aus kurzer Distanz auf 5:0 (81.) und machte in der Nachspielzeit das halbe Dutzend voll.

Erneut stellte Christian Benbennek die rhetorische Frage: „Hat jeder alles getan? So etwas anzubieten, ist nicht hinnehmbar.“ Alemannia hat einen neuen Tiefpunkt in dieser Saison erreicht.

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