Der nächste Kampf gegen den „Schweinehund”

Von: Christoph Pauli
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Alemannias Stürmer Babacar Gueye. Foto: dpa

Aachen. Auf seinen drittbesten Angreifer kann Aachens Trainer Michael Krüger auch an diesem Wochenende nicht zurückgreifen. Er hat keine Lust, für Alemannia aufzulaufen. Das ist sogar verständlich, denn der doppelte Eigentorschütze Dino Drpic ist als Verteidiger beim Karlsruher SC angestellt.

Mit zwei Treffern belegt er (neben Aimen Demai) immerhin den dritten Platz in Alemannias Torjägerliste, was das Dilemma trefflich beschreibt. Ein Verteidiger! Aus Karlsruhe! Platz 3 in Aachen!

Krüger wird stattdessen wieder auf seine noch erfolgreicheren Spieler Benny Auer (8 Treffer) und Babacar Gueye (3) am Samstag gegen Rot-Weiß Oberhausen zurückgreifen. Das Aufgebot ergibt sich wieder von alleine. Kevin Kratz brummt die Sperre nach seiner fünften Gelben Karte ab, für ihn rückt der Amateur Marco Höger nach. Aimen Demai ist eine gute Alternative für die Anfangself.

Viel mehr Bewegung im Mini-Kader ist nicht möglich. Jerome Polenz ist der achte Kniefall dieser Saison. Auf Bitten des Spielers/Beraters wird die Verletzung geheim gehalten, weil beim Publikum bzw. nächsten Verein nicht der Eindruck entstehen soll, dass der junge Verteidiger ein verletzungsanfälliges Knie besitzt. In „drei bis vier Wochen” soll Polenz (drei Saisoneinsätze/111 Minuten) nach Auskunft seines Trainers wieder am Start sein.

So bleibt die Fluktuation in der Gruppe minimal. Die Mannschaft ist immer noch nicht richtig in Fahrt gekommen, und niemand weiß, ob sie das an den letzten Spieltagen noch schafft. Auch der neue Trainer hat sie bislang nicht stabilisiert, was seine Position nicht verbessert. „Die Mannschaft hat Schwierigkeiten, den inneren Schweinehund zu besiegen”, sagt Michael Krüger, „das ist der Charakter dieser Mannschaft.” Ein Team, das seit Jahren kein Spiel mehr umgebogen hat, das bei energischem Widerstand zu schnell aus der Bahn gekegelt wird. „Sie fügen sich in ihr Schicksal.”

Es klingt nicht sonderlich hoffnungsvoll, dass sich das Gesicht des Teams in den nächsten Wochen noch ändern wird. Es klingt vielmehr nach großem Umbau der „pflegeleichten, fleißigen” Mannschaft, die sich partout nicht entwickeln will. Über die neue Spielzeit will der aktuelle Coach aber noch nicht reden. Die Gegenwart heißt Oberhausen, ein Kontrahent, der im Hinspiel die Aachener beherrschte. Auf ein „zähes Ringen” stellt der Coach das Publikum ein, aber trotz aller Nöte sagt Krüger auch, „dass wir noch jede Position so besetzen können, dass am Ende ein Dreier möglich sein sollte”.

Die bessere spielerische Qualität soll zum Heimsieg führen. Die Partie ist - Stand Donnerstagabend - nicht gefährdet. Vielleicht bleibt die Zahl der Besucher erstmals im neuen Tivoli unter 20.000, was Krüger immer noch als „gigantisch, weltklasse, sensationell” einstuft.

Bis zum Samstag haben die Spieler ausdrückliches Schunkelverbot, auch wenn das Rheinland außer Rand und Band sein sollte. Arbeit geht vor, sagt der Trainer. Nur bei einem Sieg gegen Oberhausen könne man über das für Sonntag angesetzte Training nachdenken. Andersherum: Spielt die Gruppe schlecht, ist der geplante freie Montag in Gefahr.
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