Aachen - Der „Koch” für Krügers Rezept: Kämpfen, laufen, Fußball spielen

Der „Koch” für Krügers Rezept: Kämpfen, laufen, Fußball spielen

Von: Roman Sobierajski
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Auf den Spuren von Jürgen Klinsmann: Der temperamentvolle Manuel Junglas schont weder sich noch das Mobilar. Foto: Birkenstock

Aachen. „Bundesliga, gegen Bielefeld, eingewechselt für Jan Schlaudraff”, kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort von Alemannias dienstältestem Spieler auf die Frage, ob er noch weiß, was er am 17. März 2007 gemacht hat.

Tatsächlich: Manuel Junglas, der 2004 vom SC West Köln zur B-Jugend an den Tivoli wechselt, hat fast eine Minute Bundesliga-Erfahrung. „35 Sekunden waren es”, präzisiert der 20-Jährige, „hat sich aber angefühlt, als wären es 90”.

Nach diesem 35-sekündigen beruflichen Höhepunkt ging es aber nicht nur für die Alemannia in der Folge zunächst wieder abwärts. Auch Manuel Junglas, der bereits als B-Jugendlicher mit den Profis und Trainer Dieter Hecking ins Wintertrainingslager an die portugiesische Atlantikküste gefahren war, hatte einen Knick in der Karriere: „Ich habe mich mit dem damaligen A-Jugend-Trainer nicht verstanden. Das lag aber nicht nur an ihm, sondern auch an mir”, erinnert sich Junglas an die dunkle Zeit. Erst in den Händen von Eric van der Luer ging es über die Zweite Mannschaft der Alemannia wieder aufwärts.

„Der Trainer hat das Ziel, so viele wie möglich nach oben zu bringen. Das hat er mit Abdul Özgen und mir geschafft”, lobt der Mittelfeldspieler die Arbeit des Ex-Profis.

Ein Segen für den 20-Jährigen, der zwar einen Schulabschluss hat, ansonsten aber voll auf die Karte Fußball-Profi gesetzt hat, unterstützt von seiner Mutter, die an den Tagen ohne Fahrdienst freigenommen und ihn zum Training und zu den Spielen gebracht hat. In der laufenden Saison hätte Junglas eigentlich eine makellose Bilanz, wenn ihm im ersten Spiel gegen Karlsruhe nicht „diese Dummheit” unterlaufen wäre: Schon mit Gelb verwarnt leistete sich Manuel Junglas drei Minuten vor Schluss ein völlig überflüssiges Foul und sah Gelb-Rot, was ihm den Einsatz im denkwürdigen Premieren-Spiel auf dem neuen Tivoli gegen St. Pauli „ersparte”.

„Noch Luft nach oben”

Unter Trainer Michael Krüger („Der ist super menschlich”), gehörte der frühere U17-Nationalspieler außer gegen Union Berlin immer zur Startformation. Die frühe Verletzung von Florian Müller spülte den 20-Jährigen dann doch noch ins Spiel. Dem bislang einzigen unter dem neuen Trainer, in dem die Mannschaft sich richtig schlecht präsentierte. Eine persönliche Bewertung durch den 55-Jährigen hat Manuel Junglas auch schon erhalten: „Der Trainer hat mir eine gute Entwicklung bescheinigt, aber auch gesagt, dass ich noch Luft nach oben habe.”

Die „Luft nach oben” will der gebürtige Kölner schnell dünn werden lassen, auch angesichts der heftigen Konkurrenz um die Plätze im offensiven Mittelfeld. „Der Konkurrenzdruck macht mir nichts aus, im Gegenteil”, lautet die vor Selbstbewusstsein strotzende Aussage, „damit kann man sich am besten weiterentwickeln”.

Doch nicht nur Manuel Junglas hat eine Vorgabe durch den Trainer bekommen, sondern das ganze Team hat einen Fahrplan, der leicht verstehbar klingt: „Der Trainer hat gesagt, wir sollen machen, was wir können, und was wir nicht können, sollen wir lassen”. Was das Team nach den Vorstellungen des Trainers kann und was der 20-Jährige kann, ist weitgehend deckungsgleich: „Kämpfen, laufen, Fußball spielen”, lautet die Krügersche (Erfolgs-)Formel. Ob das vor dem Spiel gegen Rostock zum Stammplatz reicht? „Keine Ahnung”, schätzt Junglas realistisch ein, „im Fußball darf man sich niemals sicher sein.”

Überraschung im Kader?

Den Gegner hat Alemannia in den letzten Wochen häufiger beobachtet. „Wir werden vorbereitet sein”, sagt Trainer Michael Krüger. Bei Hansa Rostock könnte Kapitän Retov ausfallen, im Sturm wird Kern für Schied erwartet.

Die Hausherren wollen offensiver auflaufen, „ohne blind und sorglos” nach vorne zu spielen. Nemeth und Kratz sind wieder im Kader. Dort könnte es eine Überraschung geben: Alper Uludag fehlte am Sonntag seiner zweiten Mannschaft. Der junge Angreifer überzeugte zuletzt im Training bei den Profis.

Abdul Özgen wird nach seiner Knieverletzung aus dem Spielbetrieb herausgenommen, ihm fehlen die Grundlagen. Der junge Türke soll dann in der Vorbereitung im Winter wieder durchstarten.
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