Der feine Fußballer soll jetzt zünden

Von: Klaus Schmidt
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Ich war‘s – und alle gönnten ihm dieses Tor: Maciej Zieba nach seinem 3:0 gegen Wiedenbrück. Links eilt Dennis Dowidat zur Gratulation herbei. Foto: sport/foto2press

Aachen. Selbst die Angewohnheit, sich nach einem verlorenen Spiel dann doch noch etwas Gutes zu gönnen und eine leckere Mahlzeit zuzubereiten, mochte Christian Benbennek nicht pflegen. Die erste Saisonniederlage gegen Schalkes „Zweite“ hatte dem Cheftrainer von Alemannia Aachen den Appetit „komplett verhagelt“.

Sie war „so ärgerlich, weil sie unnötig und der Gegner nicht besser war“. In der Aufarbeitung durfte sich die Mannschaft noch mal gravierende Fehler anschauen – aber auch Szenen vom 4:1 in Oberhausen und „wie das aussieht, wenn wir richtig Gas geben“.

Nun geht es am Sonntag (14.00 Uhr) zum Nachwuchs des 1. FC Köln ins RheinEnergie-Stadion mit der Ansage, den Dämpfer vom Dienstag „zu korrigieren und klarzustellen, dass wir da oben hingehören“. Erneut winkt die Tabellenführung.

Benbennek hat sich in dieser Woche gefragt: „Warum habe ich die Mannschaft nicht auf den Punkt hinbekommen, dass sie das Beste abruft?“ Die Antworten behält der Coach für sich. Klar ist jedenfalls: Es wird eine andere Aufstellung geben, weil beim bereits gegen Schalke mit Schüttelfrost ausgewechselten Aimen Demai die Erkältung jetzt richtig (Fieber inklusive) ausgebrochen ist.

Der Kapitän hat selbst nur geringe Hoffnung für Sonntag. Erster Kandidat für den frei werdenden Platz, wenn auch auf anderer Position, ist Maciej Zieba. „Der weiß vorher selbst nicht, was er im nächsten Moment macht, kann alle austanzen“, sagt Benbennek. Dass er ein feiner Fußballer sei, „das höre ich oft“, sagt Zieba. Und will nun rechtfertigen, dass es richtig ist, auf ihn zu setzen.

Der Pole war in der letzten Winterpause nach einem halben Jahr ohne Klub an den Tivoli gewechselt. Die Rückrunde unter Peter Schubert verlief „sehr enttäuschend für mich. Die Mannschaft war zwar eingespielt und erfolgreich, aber nach den Trainingsleistungen hätte ich viel mehr Einsatzzeiten bekommen müssen.“ Nur ein halbes Dutzend Mal wurde Zieba losgelassen, nur einmal stand er in der Startelf und insgesamt schlappe 114 Minuten auf dem Platz. Dann wollte sich der 28-Jährige in der Sommervorbereitung unter dem neuen Trainer einen Stammplatz erkämpfen – und schaffte es in den ersten beiden Spielen in Ahlen und gegen Mönchengladbach II nicht mal in den Kader.

Die Ansichten von Coach und Spieler über diese Phase sind durchaus unterschiedlich. Christian Benbennek missfiel die Körpersprache des so gut Veranlagten, Maciej Zieba denkt, dass er auch da schon nicht schlecht trainiert habe. „Natürlich beschäftigt man sich mit der eigenen Situation mehr, als wenn man spielt. Aber man darf auch nicht zu viel nachdenken. Ich hatte immer das Selbstbewusstsein, dass ich meine Einsatzzeiten bekommen müsste.“

In der Wahrnehmung des Trainers zog sein Spieler aber dann dermaßen an, dass er sich zunächst seine Einwechslung gegen Wiedenbrück verdiente und beim ersten Ballkontakt mit dem 3:0 alles klar machte. „Und jetzt gegen Schalke reinzukommen, war sicher nicht leicht. Aber Maciej hatte gleich Aktionen, war sehr beweglich“, lobt Benbennek. Er habe ihn „komplett in Ruhe gelassen“, als das Aufgebot keinen Platz bereit hielt. Jetzt wünscht sich der Coach, dass Zieba seine Klasse „dauerhaft abruft und er zündet“.

Eine massive Zentrale mit Jerome Propheter als „Zehner“ der anderen Art wird es in Köln nicht geben. „Wir werden es anders machen“, kündigt Christian Benbennek an, nach Stand der Dinge mit Maciej Zieba als spielerischem Element und Tempomacher. „Ich spiele am liebsten in der Mitte. Da kann ich mich zwischen die Ketten fallenlassen – und der Weg zum Tor ist am kürzesten.“ Das Startelf-Debüt soll der Beginn für persönlich endlich gute Zeiten in Schwarz-Gelb sein. „Ich werde mein Bestes geben, um meinen Einsatz zu rechtfertigen.“

Voraussichtliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Hackenberg, Löhden, Vrzogic - Müller, Staffeldt, Propheter, Graudenz - Zieba, Rüter

Schiedsrichter: Dr. Lennart Brüggemann (Mesum)

Bilanz gegen Köln II: 10 Spiele/6 Siege, 1 Remis, 3 Niederlagen (13:9 Tore)

Video vom Spiel: az-web.de und an-online.de

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