Der DFB reagiert auf „eine Sch....-Leistung”

Von: Christoph Pauli
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Aachen. Nach dem Spiel gegen Paderborn eilte Alemannias Co-Trainer Willi Kronhardt zu Schiedsrichter Deniz Aytekin. „Das war heute eine große Scheiße, die Sie hier abgeliefert haben”, verabschiedete Kronhardt den Referee. Sagt zumindest sein Gesprächspartner, der sofort eine Notiz anlegte.

Mit seiner Meinung war der Trainer nicht ganz alleine. Die Kritik in den Medien für Aytekin war eher desaströs, der „Kicker” zog die Tagesschlechtnote „5,5”. Solche Einschätzungen sind durch die Meinungsfreiheit abgedeckt, Kronhardts Statement dagegen nicht.

Aytekin erkundigte sich umgehend bei Trainer Michael Krüger, wer denn der freche Redner gewesen sei. Es folgte ein Zusatzbericht, in dem der Spielleiter zudem auch festhielt, dass Zuschauer „mehrfach” Bälle aufs Spielfeld geworfen hätten.

Der Verein musste bis Mittwoch die schriftliche Stellungnahme beim DFB abgeben. Der emotionale Kronhardt betont, dass er ausdrücklich nicht die Person, sondern nur deren Leistung bewertet hat. Der 40-Jährige trat den verbalen Rückzug an. Er bedauere die Wortwahl, „entschuldigt sich in aller Form”, steht in Alemannias Replik. Er sei emotional aufgewühlt gewesen, aber mit dem Abstand von einigen Tagen tue ihm die Aktion sehr leid.

Kleine Pannenliste

Wenn es schlecht läuft, erhält Kronhardt trotzdem eine Geldstrafe. Aber nicht nur Kronhardt ist beim Verband einmal aufgefallen zu Braunschweiger Zeiten (ebenfalls mit einer Kritik gegen die „schwarze Zunft”), auch wenn Deniz Aytekin mit der Pfeife unterwegs war, bekamen die DFB-Juristen häufig Arbeit, weil die Beteiligten sich mit seiner Leistung nicht so richtig anfreunden konnten. Nicht selten gab es Ärger, wenn der Betriebswirt aus Oberasbach angesetzt war.

Ein kleiner Auszug nur der letzten 15 Monate: Im Juli 2009 kommt es zu Übergriffen auf Aytekin bei der Partie in Liga 3 zwischen Kickers Offenbach und Erzgebirge Aue.

In seinem ersten Bundesliga-Spiel ärgert sich Bremen nach einem Gastspiel in Bochum. „Wir haben heute gegen zwölf Bochumer gespielt, der Schiedsrichter war eine Katastrophe”, wettert Claudio Pizzaro im November 2008. Ein paar Tage später kommt es auch beim zweiten Anlauf ein halbes Dutzend Mal zu Tumulten bei der Partie Köln gegen Hoffenheim. Aytekin verhängt drei Platzverweise. Im gleichen Monat eskaliert die Partie der 3. Liga zwischen Carl Zeiss Jena und dem VfR Aalen, Aytekin wird mit Bechern beworfen.

Im August 2009 brachte der 30-Jährige bei der Partie Mainz gegen Leverkusen Bayer-Sportdirektor Rudi Völler auf die Palme: „Wir sind beschissen worden. Dann gibt es halt ein Foul, wenn die Zuschauer schreien. Dann können wir auch ohne Schiri spielen, dann pfeift der Platzwart.” Von einer Geldstrafe ist nichts bekannt.
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