Dennis Dowidat: Der „freischaffende Künstler“ in Aachens Offensive

Von: Klaus Schmidt
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Im Vorwärtsgang: Alemannias Dennis Dowidat – hier im Spiel gegen Schalke II – hat in der Offensive viele Freiheiten. Foto: W. Birkenstock

Aachen. Der Mann braucht ohnehin etwas mehr Zeit, um nach Spielen wieder runterzukommen. Der vorletzte Freitagabend wühlte Dennis Dowidat noch länger auf als üblich. „An Halloween feiern war nicht zu denken. Es war ein 50/50-Spiel, in dem wir den Lucky Punch gesetzt haben, ein sehr forderndes Spiel.“

Kräftezehrend „vor allem für den Kopf“, eine gewisse Müdigkeit befiel den Geist. „Ich musste mich in die Trainingswoche reinkämpfen.“ Mit seinem Siegtreffer kurz vor Schluss bei Viktoria Köln brachte Dowidat seine Mannschaft ganz dick ins Geschäft der Fußball-Regionalliga West, das Interesse an Alemannia Aachens heutigem Heimspiel gegen den SV Rödinghausen (14.00 Uhr) lässt eine Kulisse von 10.000 Zuschauern erwarten, das wäre Saisonrekord.

Forsche Töne schlagen die Schwarz-Gelben aber auch nach dem „Big Point“ in Köln nicht an, Dowidat verweist auf die Enttäuschung gegen den FC Kray. „Wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenze gehen, werden wir auch Rödinghausen nicht schlagen.“

Dennis Dowidat, 24, ist Aachens Mann für die besonderen Momente. Schon gegen die Sportfreunde Lotte holte er noch einen Punkt aus dem Feuer. „Meine beiden Tore bisher waren sicher nicht ganz unwichtig. Das ist auch für mich ein schönes Gefühl. Ich spüre großes Vertrauen der Mannschaft, und der Trainer gibt mir meine Freiheiten.“

Dowidat sucht sich seine Räume, „ich interpretiere die Rolle in der Offensive sehr flexibel“. Auf eine exakte Position ist er nicht festgelegt, vergangene Saison in Essen wurde er sogar mal als Spitze aufgeboten. „Wenn er gespielt hat, dann hat er immer gezeigt, welch wichtige Impulse er der Mannschaft geben kann“, sagt Chefcoach Peter Schubert – und registriert zufrieden, dass Dowidat sein Mitwirken an der Defensivarbeit ausgeweitet hat.

Erst seit drei Spielen gehört der Düsseldorfer wieder zur Startelf. Dowidat ist „noch nicht zu 100 Prozent im Rhythmus“. In seiner ersten Saison am Tivoli warfen ihn ein Syndesmosebandanriss und eine Adduktorenverletzung zurück, die am Ende der Sommer-Vorbereitung und nach dem Spiel in Wiedenbrück wieder aufbrach. „Da kamen mehrere Dinge zusammen – falsche Belastung, Probleme im Beckenbereich, längere Zeit die Einlagen nicht gewechselt. Seitdem das erkannt ist, habe ich die richtige Behandlungstherapie und hoffe, dass die Geschichte erledigt ist.“

Dowidat ist einer von vielen Spielern, die bei Alemannia ihre Karriere noch einmal anschieben wollen. „An meinem ersten Tag standen mehr Probespieler auf dem Platz als Spieler mit Vertrag.“ Nun ist er Mitglied eines Ensembles, das „einen schmalen Grat“ bewältigen muss: „Selbstvertrauen tanken aus den Erfolgen, aber keine Einstellung daraus ableiten, dass wir nun alle sowieso schlagen. Aber diese Gefahr sehe ich nicht. Niemand nimmt einen Gegner auf die leichte Schulter.“ Die große Kampfansage gibt es nicht. „Auch für den Sieg in Köln gab es nur drei Punkte. Es ist viel zu früh, über das Wort Aufstieg zu reden. Was bringt mir das, nach dem 14. Spieltag darüber nachzudenken?“ Nächstes Jahr im Frühling vielleicht. „Oder zwei Spieltage vor Schluss.“

Mögliche Aufstellung: Löhe – Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan – Jerat, Lünenbach, Thackray, Dowidat – Duspara, Graudenz

Schiedsrichter: Thomas Altgeld (Bochum)

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