„Demo” am Jahrestag des Mauerfalls

Von: Roman Sobierajski
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Der Turmbau zu Aachen: Alemannia feiert das 1:0 - ein halbes Dutzend liegt auf dem Torschützen Aimen Demai. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Einen wahrhaft historischen Tag hatte sich die Deutsche Fußballliga für das West-Ost-Aufeinandertreffen in der Zweiten Liga zwischen Alemannia Aachen und Hansa Rostock ausgesucht. Schließlich wurde der 20. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

Doch Alemannia Aachen war vor 21.274 Zuschauern nicht dazu aufgelegt, die großzügige Vereinigungsparty auf dem Rasen zu feiern und holte mit dem 1:0 über Rostock den dritten Heimsieg auf dem neuen Tivoli im erst fünften Spiel der beiden Vereine, die die meiste Zeit ihrer Geschichte in verschiedenen Staaten oder Ligen verbracht haben.

Von Anfang an herrschte das Gefühl vor, die aktuelle Alemannia-Elf hatte sich den Werbefilm mit den Legenden Michel Pfeiffer, Günther Delzepich und Erik Meijer, die mit historischen Spielszenen für einen Film über den alten Tivoli werben, genau angeschaut.

Bereits nach zwölf Minuten brachte Aimen Demai mit seinem zweiten Treffer gegen einen Ostverein nach Union Berlin die Alemannia in Front: Eine kurze Ecke, ausgeführt von Demai und Achenbach, der Pass zurück auf Demai am Strafraumeck, ein Schlenzer - und der Ball verzierte das rechte obere Eck des Rostocker Tores. Das Tor war eigentlich nur halbgewollt, gestand der Torschütze ein. Allerdings blieb das Cottbus-Gefühl auch für den Rest des ersten Durchgangs bestimmend: Alemannia erarbeitete sich hochkarätige Chancen im Minutentakt, Rostock kam dank des energischen Aachener Pressings nur zu Kurzbesuchen in der Aachener Hälfte - doch der zweite Treffer wollte nicht fallen.

Entweder klärte Tim Sebastian im letzten Moment vor Benny Auer (15./26.), oder Torhüter Alexander Walke parierte einen Freistoß von Timo Achenbach (23.). Entweder traf Babacar Gueye mit seinem Schuss nur Kevin Schlitte (24.) oder zielte knapp übers Tor (45.), und als letzte Möglichkeit blieb noch ein Schuss neben das Tor von Manuel Junglas (41.) Eine Mannschaft mit mehr Selbstvertrauen spielt energisch auf den zweiten Treffer, befand Demai kritisch.

Die Gäste ließen sich im zweiten Durchgang zunächst weder von der drückenden Aachener Überlegenheit beeindrucken, noch von der Tatsache, dass sie in den letzten zwölf Montagsspielen den Platz nicht als Sieger verlassen hatten beeindrucken und entschlossen sich zu ein wenig mehr Gegenwehr. Mit der ersten Chance schoss Enrico Kern jedoch nur den eigenen Mitspieler an (50.). Doch damit endete der Sturmdrang der Hansa-Mannschaft zunächst auch schon wieder. Die Antwort der Alemannia ließ nicht lange auf sich warten: Erst traf Thorsten Burkhardt mit seinem Schuss aus guter Position nur einen Rostocker (62.), dann scheiterte Benny Auer zweimal an Torhüter Walke (65.). Kevin Kratz prüfte mit einem Freistoß den Gäste-Keeper (87.), und Alper Uludag aus der Zweiten Mannschaft bekam noch seinen Profi-Einsatz für drei Minuten.

Den knappen Sieg rettete Schiedsrichter Peter Gagelmann: Der Bremer gab einen Treffer der Rostocker in letzter Sekunde nicht, weil er zuvor ein Foul von Enrico Kern an Nico Herzig gesehen hatte. Stuckmann hatte gegen Orestes gehalten, den Nachschuss Bülow in die Maschen gesetzt. Ich habe nichts gesehen, hielt sich Torwart Thorsten Stuckmann aus der Wertung heraus. Da war ein Riesengerangel vor mir.

Gästetrainer Zachhuber konnte sich auch keinen Reim auf den Pfiff machen: Es wird sein Geheimnis bleiben, was Gagelmann dort gesehen hat. Auch Michael Krüger hielt sich nach dem dreckigen 1:0 zurück: Es war ein glücklicher Sieg, und morgen fragt kein Mensch mehr danach.
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