Larnaka - Dauerläufer Timo Achenbach: Noch keine Sekunde ausgesetzt

Dauerläufer Timo Achenbach: Noch keine Sekunde ausgesetzt

Von: Roman Sobierajski
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Und nach den Trainingskilometern ein Schluck aus der Pulle: Timo Achenbach. Foto: Roman Sobierajski

Larnaka. Es war ein gründlich verdorbenes Jubiläum in seinem 100. Zweitliga-Spiel an diesem 9. Dezember 2007: Die Spielvereinigung Greuther Fürth lag nach zwei schnellen Toren in der zweiten Halbzeit nun schon mit 0:3 zurück beim FC Augsburg, Benny Kern hatte Fürths Linksverteidiger Timo Achenbach ein paar Mal viel älter aussehen lassen als es der Ausweis hergibt.

Und in der 81. Minute ließ sich das linke Laufwunder am Mittelkreis zu einem Frustfoul hinreißen. Platzverweis, drei Spiele Sperre folgten auf dem Fuß und machten die schöne Serie kaputt.

„Das würde mir heute nicht mehr passieren”, schätzt ein entspannter und selbstbewusster Timo Achenbach im Rückblick ein, „und ein guter Schiedsrichter hätte es bei einer Gelben Karte belassen”.

Ohne diesen Ausreißer hätte Achenbach, seit Saisonbeginn in Diensten der Alemannia, mit Ende der Rückrunde nun knapp 7000 Spielminuten in Folge auf dem Buckel, weder zu seinen Zeiten in Fürth seit dem 9. Spieltag der Saison 2006/07, noch bei Alemannia Aachen wurde der gebürtige Wittener auch nur für eine Minute aus dem Spiel genommen - dazu gesellen sich noch sechs komplette Pokal-Begegnungen.

Doch der Rote Karton versaute nicht nur das Jubiläums-Spiel und die schöne Serie: „Weil ich gesperrt war, musste ich die Vorbereitungs-Spiele mit der zweiten Mannschaft mitmachen. Der Platzverweis hat mich um drei Monate zurückgeworfen.”

Schon häufiger dürfte der Name Achenbach in den Blöcken der Vereins-Scouts gestanden haben, richtig durchsetzen konnte sich der 1,85-Meter-Mann aber weder bei Borussia Dortmund noch beim 1. FC Köln, wo er in 17 Spielen mit dafür sorgte, dass der Verein vom Rhein 2005 den Aufstieg schaffte.

„Als ich in Dortmund spielte, war richtig Geld vorhanden, Marcio Amoroso und Tomas Rosicky spielten in der Mannschaft, Dede hat auf meiner Position bestimmt 500 Spiele absolviert. Für mich als junger Spieler war es ungeheuer schwierig, mich in die Mannschaft zu spielen. In Köln bin ich zwar unter Marcel Koller geholt worden, aber am ersten Trainingstag stand Huub Stevens auf dem Platz, der eine ganz andere Philosophie vertrat”, blickt Achenbach ohne Groll auf diese Lehrjahre zurück. Einziger Fehler: „In Fürth hätte ich nach einem Jahr gehen sollen, statt mich durchzubeißen.”

Das Projekt Aufstieg

Die Hoffnung, wieder in der Ersten Liga spielen zu können, führten Timo Achenbach an den Tivoli, das Projekt Aufstieg war Bestandteil der „Schnupper-Gespräche”. „Wir waren in der Hinrunde nicht an unserer Leistungsgrenze”, schätzt Achenbach die Perspektiven für die zweite Saisonhälfte ein, „wenn wir alle zehn oder 20 Prozent drauflegen, dann haben wir gute Chancen, wenn wir zum Saisonende hin Konstanz zeigen.”

Ein weiterer Grund für den Wechsel war auch die räumliche Nähe zu seiner Freundin, die bis Mai nur eine Autostunde entfernt als Referendarin arbeitet - eine Distanz für den 26-Jährigen, der auf dem Platz läuft und läuft und läuft - , die notfalls vielleicht auch noch zu Fuß zu bewältigen wäre.

Für Aachen hat er in den Spielen diese Strecke locker schon einmal bewältigt und begrüßt die Eckfahnen hinten und vorne beim Vornamen. 19 Spiele für die Alemannia, keine Sekunde Auszeit - Achenbach dürfte den „miesesten Stundenlohn” im Team haben.

„Vielleicht sollte ich meinen Vertrag noch einmal neu verhandeln”, meint der 26-Jährige grinsend, sich seiner Ausnahmestellung als Defensiver mit Linksfuß und Offensiv-Qualitäten ohne echten Konkurrenten auf dieser Position durchaus bewusst. Eine Kombination aus Spielminuten und Kilometergeld würde bestimmt das große Geld bringen.

Eitel geworden ist das Ruhrgebietskind auf dem langen Weg nicht - eher selbstbewusst. „Mit 20 war ich scharf auf die Noten im ,kicker, jetzt kann ich selbst gut einschätzen, was ich wert bin.”
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