Aachen - Das vorzeitige Ende eines „Seuchenjahrs”

Das vorzeitige Ende eines „Seuchenjahrs”

Von: Klaus Schmidt
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Einziger Einsatz, einziges Tor in dieser Saison: Markus Daun beim 3:0 gegen Schermbeck in der NRW-Liga. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Auch am Donnerstagmorgen war Markus Daun wieder im Umkleidetrakt des alten Tivoli. Der 29-Jährige kann zwar nicht trainieren, aber er lässt sich von den Alemannia-„Physios” behandeln. „Und ich versuche, so oft es geht bei der Mannschaft zu sein. Damit ich mich nicht eines Tages wieder neu vorstellen muss.”

So wie es aussieht, wird „Dauni” in dieser Saison kein Spiel machen: Der Schmerz beim Aufwärmen in Kaiserslautern Ende August, das immer wieder „dicke Knie”, die Schaden-Diagnose und schließlich vergangene Woche die Operation in Köln bei Dr. Peter Schäferhoff - es ist das Ende eines „Seuchenjahrs”, wie der gebürtige Eschweiler es in seiner Karriere noch nicht erlebt hat.

Schon im Februar hatte Daun unter dem Messer (Innenbandriss und Meniskusschaden) und anschließend drei Monate auf Eis gelegen. Trotz 21 Einsätzen war da aber auch stets „eine Unzufriedenheit, geprägt durch schlechte Stimmung selbst in erfolgreichen Phasen”. Das irritierte den Offensivspieler, „es hat mich gestört. Vielleicht habe ich zu sehr in der Vergangenheit gelebt”, in diesem halben Jahr seines ersten Engagements in Aachen. „An meinem ersten Arbeitstag gleich die Razzia wegen der Koffer-Affäre, später mit dem Klingelbeutel in der Fußgängerzone, am Ende der Klassenerhalt, der mit einem Aufstieg gleichzusetzen war - eine super-schöne Zeit.”

Mit Bremen holte Daun später das Double und mit Duisburg stieg er auf, doch diese Sehnsucht nach Alemannia erlosch nie. „Ich kenne ja viele Fans, bin mit vielen befreundet und weiß, was sie sehen wollen und was nicht.” Dahinter steckte auch die Idee der Rückholaktion im Sommer 2008: „Wieder dafür zu sorgen, was an Werten in diesem Verein gefragt ist.” Markus Daun: „Es ist mir aufgestoßen, dass ich da gebremst wurde. Bei unserem neuen Trainer habe ich allerdings den Eindruck, dass man das wieder sehen will”, Leidenschaft, Hingabe und Identifikation mit dem Verein.

Am Montagabend, gegen Hansa Rostock, wird Daun wieder auf der Tribüne sitzen. „Ich denke schon, dass wir genug Qualität und genug kluge Köpfe in der Mannschaft haben, die wissen: Es funktioniert nur so wie in Augsburg. Ich hoffe, wir können nachlegen und eine kleine Serie starten”, es gehe jetzt erst mal darum, „da unten rauszukommen”.

In 13 Tagen wird Daun zum hoffentlich letzten Mal operiert, „in der nächsten Saison will ich dann wieder angreifen”. Einer, der Alemannia lebt. Und dem man es abkauft, wenn er das Vereins-Emblem auf seinem Trikot küsst.

Kevin Kratz wieder im Training

Kevin Kratz hat nach seiner schweren Schulterprellung das Training wieder aufgenommen. Auf dem überraschend schnellen Weg der Besserung ist auch Thomas Unger (Pfeifersches Drüsenfieber). Der Ersatzkeeper kann vielleicht schon nächste Woche ins Training zurückkehren.
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