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Das vorletzte Heimspiel mit Fuat Kilic?

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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In Gedanken: Fuat Kilic will das künftige Budget kennen, um eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft zu treffen. Foto: imago/Manngold
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Fotomontage von Alemannia-Fans: Sogar Lionel Messi spricht sich für Kilics Verbleib in Aachen aus.

Aachen. Zuletzt hatte sich sogar noch Lionel Messi eingeschaltet. Auf einem Foto, das in den unendlichen Weiten des Internet kursiert, ist der beste Fußballer der Welt mit einem Shirt zu sehen, auf dem steht: „Pro Kilic“. Möglicherweise ist das dann auch nur eine Montage einiger kreativer Aktivisten, die sich dafür engagieren, dass Fuat Kilic Trainer bei Alemannia Aachen bleibt.

Es spielen sich gerade viele rührende Szenen ab, um den 43-Jährigen davon abzubringen, den Insolvenzklub im Sommer zu verlassen. Statistisch wird ein Trainer bei Alemannia nach etwa 15 Monaten unter Absingen schmutziger Lieder wieder weggeschickt. Bei Kilic ist es andersherum: Er wird nach 15 Monaten in Aachen bekniet zu bleiben.

Die Zuneigung ist nicht abgeprallt an Kilic. Aber die Zeichen stehen eher schlecht, dass er seinen Entschluss revidiert. „Es fällt mir schwer, mit Alemannia abzuschließen, aber ich kann nicht nur emotional entscheiden“, sagt der Coach. Vor etwa zehn Tagen hat er ein neues Angebot des Insolvenzverwalters erhalten. Seitdem gab es keinen Kontakt mehr, sagt Kilic.

Das Angebot über einen Zweijahresvertrag lag nach Informationen unserer Zeitung noch unter der Offerte, die der Trainer seinerzeit vom Aufsichtsrat erhielt und ablehnte. „Wir möchten gerne mit ihm weiterarbeiten, das ist unser Plan A“, sagt André Dobiey aus dem Büro des Insolvenzverwalters. „Aber wir sehen die finanzielle Situation und können keine großen Sprünge machen.“ Noch haben sie die Hoffnung, Kilic zu überzeugen. In der nächsten Woche soll eine erste Größenordnung für den künftigen Etat feststehen, sagt der Anwalt. Inzwischen ist klar: „Wir planen die nächste Saison aus eigener Kraft ohne einen Investor.“

Eine Frage der Perspektive

Der Trainer sagt, ihm gehe es auch um die Perspektive des Klubs. Die Zukunft ist noch diffus. Spielen in der nächsten nur noch Halbprofis am Tivoli, was wird aus dem Nachwuchsleistungszentrum, wie ist die Planung für die nächsten Jahre? Noch steht das Konzept nicht. „Man braucht zwei, drei Jahre, um eine Mannschaft aufzubauen, die wieder angreifen kann. Man braucht also Zeit und Geduld von allen Beteiligten“, vermutet Kilic.

Der Coach hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich diese Schwarzbrot-Liga nicht mehr lange antun werde. „Ich werde höchstens noch einmal für die 4. Liga unterschreiben“, sagt er. Martin Fröhlich, Alemannias Interims-Vorsitzender, hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Ich würde mich sehr freuen, wenn es uns gelingen würde, Herrn Kilic in Aachen zu halten.“

Die Zeit drängt beim Viertligisten, auch wenn durch das Insolvenzverfahren wieder eine neue Zeitrechnung gilt. „Mit jedem Tag ohne Klarheit wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass weitere Spieler abgeworben werden“, sagt Kaderplaner Kilic, dem die Hände gebunden sind. Viele Spieler wollen wissen, was aus dem Trainer wird. Auch Jannik Löhden erkundigte sich vor Wochenfrist. Es gab keine konkrete Auskunft, der Verein ist in der Warteschleife. Und so unterschrieb der Verteidiger in Oberhausen.

„Für viele Spieler sind die Überlegungen des Trainers wichtig“, sagt auch Dennis Dowidat, dessen Vertrag ebenfalls ausläuft. Gegen Verl heute Abend ist der 27-Jährige erstmals seit Monaten wieder im Kader. Der Spielmacher ist nach langer Verletzung zwar erst wieder eine Woche im Training, hat sich zuvor aber schon auf das Comeback vorbereitet. Er hat noch keine Pläne über die Saison hinaus. „Die Gefahr besteht, dass wir nur noch zwei Heimspiele zusammen am Tivoli sind.“ Es droht der Abschied auch vom Trainer. „Ich muss das künftige Budget und das Konzept kennen, um meine Entscheidung endgültig zu treffen“, sagt er.

Mögliche Aufstellung: Nagel - Winter, Propheter, Löhden, Mohr - J.- L. Mickels, Staffeldt (Kühnel), Mohammad, Fejzullahu - Hammel, Rüter

Schiedsrichter: Jörn Schäfer (Iserlohn)

Bilanz: 17 Spiele/7 Siege/4 Remis/6 Niederlagen/26:26Tore

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