Das Lächeln ist zurück am Tivoli: 3:0 gegen Essen

Von: Christoph Pauli
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Der Schlusspunkt gegen RWE: Yannik Stevens hat das 3:0 erzielt und lässt sich von Marvin Ajani auf den Arm nehmen. Links daneben Dennis Dowidat, Niko Opper und Domagoj Duspara.

Aachen. Die erste durchaus spektakuläre Veränderung gab es vor der Partie. Alemannia Aachen wechselt erstmals im neuen Stadion auf die andere Trainerbank. Kein Aberglaube war das Motiv, „vielmehr sehen wir dort besser, weil kein Schiedsrichter-Assistent vor unserer Nase herumläuft“, begründete Peter Schubert den Schritt.

Kurz vor Spielbeginn kam es noch zu einem spektakulären Wechsel auf der Aachener Auswechselbank. Keine personellen Veränderungen standen da an, eher räumliche. Alemannia wechselte gleich mal die komplette Bank. Wo seit dem Umzug auf den neuen Tivoli die Gästeteams zu finden waren, richtete sich der Hausherr ein.

Kein Aberglaube war das Motiv für die neue Platzwahl, „vielmehr sehen wir dort besser, weil kein Schiedsrichter-Assistent vor unserer Nase herumläuft“, begründete Peter Schubert den kleinen Umzug. Und so hatte Aachens Trainer freie Sicht auf ein durchaus überzeugendes Spiel seiner Mannschaft. Es gab fast nichts, was ihn störte – abgesehen von etwas unkonzentrierten Schlussminuten, als die Partie bereits entschieden war. 3:0 endete der alte Westschlager gegen Rot-Weiß Essen.

Das war nebenbei noch der höchste Sieg in dieser Saison neben dem 3:0 in Wattenscheid, und 9500 Zuschauer sind ebenfalls eine Rekordmarke, auch wenn ein fünfstelliger Zuspruch knapp verfehlt wurde. Das kann aber noch werden, das Lächeln ist zurück am Tivoli. Die Mannschaft holte aus den letzten vier Partien 10 Punkte, sie erlebt gerade ihre bislang beste Phase. Und aktuell gibt es keine Indizien, dass sie in dieser Saison noch einmal in Nöte geraten könnte.

Der Stabilisator Hoffmann

Gegen Essen zog sich das Team wieder etwas zurück, überließ dem Gegner Raum und Ball. Essens Feldüberlegenheit war nur eine Fata Morgana. Das Team glaubte, gut im Spiel zu sein, hatte aber kaum Torgelegenheiten. Einmal köpfte Niko Opper nach einem Eckball auf die eigene Latte (31.), dann zielte noch Marcel Platzek vom Strafraumeck knapp am Tor vorbei (46.). Mehr Essen fand gar nicht statt, Alemannias Abwehr ließ kaum etwas zu. Und vermutlich gibt es einen Zusammenhang mit der Verpflichtung von Abwehrorganisator Marcus Hoffmann vor vier Spielen und dem dann einsetzenden Höhenflug.

Das Spiel bekam kein Gütesiegel für Designfußball, Aachen ist dabei, einen sehr pragmatischen Stil zu entwickeln. Die Mannschaft verteidigt gut organisiert und konsequent, und inzwischen herrscht eine große Zuversicht, im Laufe von 90 Minuten ausreichend eigene Möglichkeiten zu kreieren. Entscheidend war diesmal Standard-Stärke der Gastgeber.

Das ist eine schöne Pointe zur Vorrunde, als Aachens chronische Standard-Schwäche zum Beispiel auch nach dem Hinspiel ein Dauerbrenner war. „Wir sind in allen Kategorien besser, waren heute ganz sicher nicht die schlechteste Mannschaft“, suchte Essens Trainer Waldemar Wrobel nach Spielende Trost in der Statistik-Abteilung. „Der Unterschied lag in den Standards.“

Nach der ersten Aachener Ecke drosch Jochen Schumacher ziemlich humorlos den Ball in die Maschen (9.). Und auch der zweite Treffer fiel am Ende einer bereits abgewehrten Ecke. Der Ball kullerte Rafael Garcia vor die Füße, und der Offensivspieler schoss nicht hart, aber ungemein präzise aus 16 Metern das 2:0 (69.). Und damit war die Partie dann auch entschieden, Essen sammelte noch fünf Gelbe Karten ein, bei ernsthafter Torsuche wurden sie auf dem Seifenplatz nicht mehr gesichtet. Aachen erarbeitete sich die drei Punkte.

Ein gutes Beispiel für Einsatzfreude war Sturmführer Domagoj Duspara, der nach Monaten noch einmal in der Startformation stand. „Er hat auf diesen Tag hingearbeitet“, lobte Schubert seinen Angreifer. Duspara war Aachens vorderster Defensivspieler, der unermüdlich die gegnerischen Innenverteidiger anlief und konsequent nervte. „Ich hatte eine sehr große Motivation“, gab der Kroate nach seinem besten Saisonspiel zu Protokoll.

Aachens letzter Treffer hatte zwar etwas Slapstick-Charakter, aber auch er resultierte aus einem energischen Einsatz. Linksverteidiger Jannik Stevens wehrte entschlossen einen Befreiungsschlag von Kai Nakowitsch ab. Resultat: Eine schöne Bogenlampe kreiselte vom Strafraumeck ins Essener Tor zum 3:0 (75.). „In der Hinrunde wäre so ein Ding nicht reingegangen“, vermutete Stevens nach seinem Premierentor.

So endete ein schöner Aachener Fußball-Nachmittag. Das Team zog an Essen vorbei, hat nun freie Sicht auf einen einstelligen Tabellenplatz. Die kurzfristige Belohnung gab es gleich nach Spielende: ausgedehnte Feier mit den Fans und dann zwei freie Tage.

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