Aachen - Cristian Fiel geht von Bord

Cristian Fiel geht von Bord

Von: Christoph Pauli
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„Ich muss das akzeptieren, wenn sie eine neue Mannschaft ohne mich aufbauen wollen”: Cristian Fiel verlässt den Tivoli. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Überraschung hielt sich für Cristian Fiel vermutlich in Grenzen. Rechts und links von ihm wird verhandelt, manchmal auch verlängert, während für Alemannias dienstältesten Spieler - im Verein seit dem 6. Januar 2004 - kein Angebot hereinflatterte.

Die Wege trennen sich, der 30-jährige Mittelfeldlenker hat seit Mittwoch definitive Klarheit. Erik Meijer, einst sein Kapitän, heute sein Sportdirektor, teilte ihm die Entscheidung mit. „Wir versuchen jetzt einmal etwas anderes, um einen Schritt nach vorne zu machen”, begründete Meijer die Entscheidung. „Wir wissen welche Fähigkeiten er besitzt, wir wissen auch, welche Fähigkeiten er nicht besitzt.” Für Meijer war es ein „Sch...gespräch”, weil er einem ehemaligen Mitspieler den Abschied mitteilen musste. „Aber das gehört jetzt zu meinem Job.”

„Ich hätte hier gerne weitergespielt”, urteilte Fiel anschließend professionell, „aber Sportdirektor und Trainer sind anderer Meinung. Ich muss das akzeptieren, wenn sie eine neue Mannschaft ohne mich aufbauen wollen.”

Fiel ist wohl die schwierigste Personalie am Tivoli. Der stolze Spanier war sechs Jahre lang Stammspieler (175 Spiele/11 Tore), ist letzter „Überlebender” des Aufstiegsteams - wenn man von den kniegeplagten Stehle und Plaßhenrich absieht. In diese Saison ging er folgerichtig als Kapitän. Das Amt legte er zu Beginn der Rückrunde nieder, als er sich für wenige Spiele auf der Auswechselbank wiederfand. Die eilige Aktion bekam keinen Sonderapplaus von den Verantwortlichen.

Zu schnell aufgegeben?

„Ich fand es nicht gut, dass er als Kapitän so schnell aufgibt. Auch ein Kapitän kann mal aussetzen, das hat nichts mit einem Vertrauensentzug zu tun”, sagt sein Trainer Michael Krüger. Fiel wunderte sich damals, dass nach nur achttägiger Winterpause aus der Stammkraft unverhofft zunächst ein Bankangestellter wurde.

Die Episode aus dem Januar war sicherlich nicht ausschlaggebend für die Entscheidung. Die Mannschaft wird gerade umgekrempelt. „Wir wollen einen kleinen Umbruch einleiten”, sagt Krüger. Stammkraft Fiel, der erneut eine gute Saison spielt, gilt dabei als ausgemachter „Härtefall”.

„Aber wenn man eine neue Mannschaft für höhere Ziele aufbauen will, sind solche Schnitte manchmal notwendig”, meint Krüger. Der Nachfolger ist bereits verpflichtet, der erfahrene, 36-jährige Thomas Zdebel soll die vielen jungen Wilden im Mittelfeld lenken. „Er hat die Fähigkeit, sie anzuleiten”, sagt Krüger über seinen neuen Abfangjäger im defensiven Mittelfeld. „Wir brauchen solche Leader”, urteilt Meijer.

Fiel macht keinen Hehl daraus, dass er an der Stadt („meine beiden Kinder wurden hier geboren”) und dem Verein hängt. „Meine Priorität für die nächste Saison war Alemannia, denn ich hatte hier sechs schöne Jahre. Jetzt werde ich mich neu orientieren.” Auch in schwerer Stunde verzichtet der eskapadenfreie Fiel auf unbedachte Äußerungen. „Ich bringe das hier sauber zu Ende, der Blick in den Spiegel bleibt das Wichtigste.”

Nach Angaben seines Beraters gibt es für den Techniker mehrere Anfragen, auch ein Auslandsaufenthalt scheint denkbar. „Ich werde sicherlich jetzt nicht mit dem Fußball aufhören”, sagt Fiel.
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