Larnaca - Co-Trainer Jakobs: „Am Saisonende wird sich viel bewegen”

Co-Trainer Jakobs: „Am Saisonende wird sich viel bewegen”

Von: Roman Sobierajski
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Und die Mannschaft liegt dem Co-Trainer zu Füßen: Jörg Jakobs hat ein waches Auge auf die Ausführung der Ubungen. Foto: Roman Sobierajski

Larnaca. Die Kommandos hallen leise, aber bestimmt über den Rasenplatz. Während die spielfreie Trainingsgruppe eine taktische Einheit absolviert, arbeitet Dr. Jörg Jakobs mit denen, die abends zuvor ein Spiel hinter sich gebracht haben. Doch der „Ass.”, wie es auf dem Trainingsanzug steht, hat weitaus mehr Aufgaben als Entspannungs- und Dehnübungen zu beaufsichtigen oder Plastik-Hütchen auf dem Rasen zu verteilen.

Der Co-Trainer von Alemannia erfüllt eine Doppel-Funktion: Er ist zum einen das Bindeglied, das Ohr des Trainerstabs in die Mannschaft hinein, zum anderen verantwortlich für den Fitnesszustand des Teams, die körperliche Leistungsfähigkeit.

„In der Winterpause hat man weniger Zeit, die Rückrunde vorzubereiten, als vor Saisonbeginn”, meint der promovierte Sportwissenschaftler, „man kommt aber auch mit weniger Aufwand aus, wenn die Mannschaft aus der Winterpause kommt.” Denn untätig sind die Spieler in der spielfreien Zeit keineswegs gewesen. Jeder hat einen individuellen Fitness-Plan für das Lauf- und Krafttraining bekommen.

Mogeln ist ausgeschlossen, denn die Daten auf den Pulsuhren verraten nicht nur, ob ein Spieler eine Einheit ausgelassen hat oder nicht, am Profil wäre auch zu erkennen, wenn sich jemand anderes mit der umgeschnallten Pulsuhr gequält hat.

Die Vorgaben richten sich dabei nach Einsatzzeiten, Alter und individuellen Möglichkeiten: „Wenn sich Olajengbesi in Nigeria aufhält, findet er ganz andere Sachen vor als in Deutschland. Timo Achenbach mit allen Spielen auf dem Buckel kann eine Woche Pause gut vertragen - und mit zunehmendem Alter nutzen die Spieler die Trainingspausen intensiver”, umreißt Jakobs den Rahmen auf der individuellen Ebene.

Aber auch die Belastungs-Dosierung für den gesamten Kader ist (nicht nur) für die Zeit des Trainingslagers vorausgeplant: „Unsere Philosophie ist, an den ersten Tagen nicht zu überreizen. Jetzt ist die erste Belastungswelle überstanden, dann haben wir ein konkretes Bild”, zieht der Co-Trainer ein Fazit der ersten Tage, „und egal, ob wir am Freitag im Turnier-Finale stehen oder am Samstag gegen einen anderen Gegner testen, die Spieler werden müde sein, weil wir vorher noch eine Belastungsspitze setzen werden, um das Ganze zu sehen.”

Die Vorbereitung ist zunächst einmal auf die erste Hälfte der Rückrunde ausgerichtet. Der körperliche Zustand der Spieler steigt mit den ersten Begegnungen noch Stückchen für Stückchen. Schon mit 100 Prozent in die Rückrunde zu gehen und kontinuierlich auf Höchststand zu bleiben, ist physiologisch kaum möglich, jede Saison ist durch Wellenbewegungen gekennzeichnet.

„Wir hatten wenig Ausfälle in der ersten Saisonhälfte, deshalb ist der Kader bezogen auf die Fitness jetzt in einem homogenen Zustand”, schätzt Jakobs ein. Ende März bietet sich für den Trainerstab erstmals die Möglichkeit, wieder an den Stellschrauben zu drehen, weil wegen des Länderspiels in den Ligen spielfrei ist.

Ziel II ist danach die Vorbereitung auf die entscheidenden Spieltage im April und im Mai. „In den letzten Wochen, am Saisonende, wird sich noch viel bewegen, alles muss so geplant sein, dass dann kein Einbruch mit möglichen Verletzungen kommt”, zeichnet Jörg Jakobs den Weg auf.

Generell ist das Ziel, den Erfolg der Hinrunde (bis auf die große Ausnahme in Augsburg) zu wiederholen - und die Auszeiten, die sich das Team gerne kurz nach dem Seitenwechsel nimmt, zu eliminieren. „Woher das kommt, ist rätselhaft. Aber die Schwächephasen sind kein konditionelles Problem”, ist sich der Co-Trainer sicher - und kann das auch statistisch belegen: Hinter der SpVgg Greuther Fürth ist Alemannia die erfolgreichste Mannschaft der letzten Viertelstunde - einem Gegentreffer stehen neun eigene Tore gegenüber.
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