Aachen - Boy-Group auf dem Vormarsch

Boy-Group auf dem Vormarsch

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
alembild27
Junge Leute feiern: Kevin Kratz, Zoltan Stieber, Alper Uludag und Marco Höger nach dem 1:0 gegen Paderborn. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Leo Führen hielt es nicht mehr in seinem Sitz. Alemannias Ehrenpräsident sprang als einer der ersten auf und feierte die Mannschaft, die gerade leidenschaftlich unterwegs war gegen den SC Paderborn. Vermutlich war Führen auch am Freitagabend wieder der munterste 87-Jährige im Tivoli.

„Das hat Spaß gemacht”, sagt Führen nach dem Spiel. Er sei sehr überrascht gewesen, dass Aachen mit einer so jungen Mannschaft in die Saison startet. „Aber alles kann man im Leben nicht haben, wir mussten den Spieleretat reduzieren wegen der Belastungen aufgrund des neuen Stadions.”

Führen ist - mit Verlaub - älter als das blutjunge Aachener Mittelfeld gemeinsam. Dort rackerten beim verdienten 2:0 gegen Paderborn Kratz (23), Arslan (20), Höger (21) und Uludag (19). Vier junge Kerle geben Alemannias Takt an. Dazu kommt noch Manuel Junglas (21), der nach seiner schweren Knieverletzung unerwartet schnell wieder in Fahrt gekommen ist. Und vorne rockt Zoltan Stieber, 21, der gerade eine schöne Welle erwischt hat.

„Das Högerchen”

Die Mainzer Boy-Group mischt gerade sportlich die Bundesliga auf. Eine Liga tiefer ist die Aachener Boy-Group zunehmend besser unterwegs. Vier junge, unerfahrene Musketiere prägen Alemannias Spiel im Mittelfeld. „Diese Kratzchen, Uludagchen, Arslanchen oder Högerchen haben kaum Spiele in der 2. Liga gemacht, aber sie werden immer stärker”, grinst Trainer Peter Hyballa. „Unsere Boy-Group entwickelt sich seriös. Wir müssen ihr vertrauen.”

Damit eingeschlossen sind „Fehltritte” sprich Niederlagen. „Das gehört alles dazu, wenn man erwachsen wird.” Aber diese Partie gegen Paderborn war ein Beleg dafür, dass sich der Unterricht schnell auswirkt.

Der Übereifer der ersten Partien war reduziert, die Mannschaft hielt ihre Ordnung bei, kontrollierte das Spiele und sprengte nach einer Stunde die Ketten. Wie junge Windhunde hetzten sie die Paderborner her, deren Widerstand irgendwann erlahmte. Die zweite Halbzeit gegen Paderborn war ein Spiel im Elektrizitätswerk, unter der Aufschrift: Achtung Hochspannung. Trotz der zunehmenden Begeisterung blieb der junge Trainer nüchtern wie ein Schalterbeamter: „Es gibt keinen Anlass, jetzt überschwänglich zu werden, taktisch sind längst noch nicht alle reif für die Universität.”

Als Anführer für das junge Team wurde vor Monaten Thomas Zdebel von Erik Meijer vorgestellt. Es war sein erster Transfer. Um den 37-Jährigen herum, sollte eine Mannschaft entwickelt werden. Es ist anders gekommen, das Projekt „Jugend forsch” hat sich auch hier durchgesetzt. Hyballa setzt auf Kratz, schätzt vor allen dessen „spielerische Fähigkeiten”, ohne ein schlechtes Wort über den tadellosen Zdebel zu verlieren: „Er ist ganz wichtig für das Team, auch wenn er bislang nur wenige Minuten gespielt hat.”

In einem Monat (27. Oktober) werden sich die beiden Boy-Groups aus Aachen und Mainz zum „Rock-Konzert” in Aachen in der nächsten DFB-Pokalrunde treffen. Die Trainer sind befreundet. „Ich finde es perfekt, dass ein Nachwuchstrainer so überzeugt”, sagt Hyballa über Thomas Tuchel. Am Tag der Auslosung hoffte Hyballa noch, „an einem guten Tag” die Mainzer schlagen zu können. Inzwischen revidiert er sein Urteil: „Wir brauchen einen perfekten Tag.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert