Bornemann: Noch keine Bilanz, aber „eine gute Entwicklung”

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„Wir haben die Dinge nicht mehr in der Hand”: Alemannias Sportdirektor Andreas Bornemann. Foto: imago/CoverSpot

Aachen. Nur noch 180 Spielminuten - oder doch noch mehr? Mit Alemannia Aachens Sportdirektor Andreas Bornemann sprach Christoph Pauli.

Packen Sie den berühmten Rechenschieber ein, wenn Sie heute in den Zug gen München steigen?

Bornemann: Wir haben die Dinge nicht mehr in der Hand, für uns geht es nur darum, unsere Spiele zu gewinnen. Es wäre natürlich grandios, wenn wir am letzten Spieltag noch auf die anderen Plätze schielen könnten, weil es noch eine rechnerische Möglichkeit geben würde.

Haben Sie sich schon entschieden, ob Alemannia gerade eine gute, normale oder enttäuschende Saison spielt?

Bornemann: Für eine Bilanz braucht man noch die letzten zwei Spieltage. Für meine Zeit in Aachen kann ich sagen, dass die Mannschaft zuletzt eine gute Entwicklung gemacht hat.

Welcher Punktverlust schmerzt Sie am stärksten?

Bornemann: Der Rückrundenstart in Wehen war nicht gut. Und in Ingolstadt haben wir eine große Chance verpasst, in einen Lauf hineinzukommen, nachdem wir ein paar Tage vorher Nürnberg 6:2 geschlagen hatten. Dieses Remis mit den Platzverweisen war ein ungünstiger Auftakt vor den wegweisenden Partien gegen Duisburg und Freiburg. Auch das Unentschieden gegen Oberhausen schmerzt, mehr noch als die Niederlage gegen Osnabrück.

Es ist Mitte Mai, noch ist kein Spieler verpflichtet. Ist es in diesem Jahr besonders schwierig, neue Spieler für Aachen zu gewinnen?

Bornemann: Nein, daran liegt es nicht. Wir haben uns nur in dieser Transferperiode vor dem Wechsel ins neue Stadion verabredet, uns Zeit zu lassen. Wir wollen eine gute Mischung hinbekommen. Parallel war und ist unsere sportliche Ausgangslage nicht geklärt, da wollen wir bis zum letzten Spieltag unseren Jungs die Möglichkeit geben, sich zu empfehlen. Wir haben ja auch noch den ungeklärten Fall Holtby. Sollte er wirklich wechseln, hätten wir auch andere Möglichkeiten bei der Kaderzusammenstellung.

Können Sie autark entscheiden, ob Sie einem Wechsel zustimmen, oder gibt der wirtschaftliche Rahmen mit enormen Tilgungsleistungen nicht den Transfer vor?

Bornemann: Von Seiten der Geschäftsführung gibt es keine Auflagen oder Ideen.

Bislang war es Brauch, dass Spieler mit auslaufenden Verträgen bis Ende März Bescheid wussten, weil sie bis dahin sich beim Arbeitsamt gemeldet haben mussten, um ihre Ansprüche zu wahren. Warum gehen Sie anders vor?

Bornemann: Die Tatsache, dass wir weder Ab- noch Zugänge veröffentlicht haben, ist kein Indiz, dass nichts passiert. Natürlich gibt es seit langem Gespräche mit den Beratern. Und in dem einen oder anderen Fall ist die Entscheidung besprochen, in anderen Fällen gibt es die Verabredung, das Ende der Saison abzuwarten.

Spieler wie Matthias Lehmann wissen angeblich noch nicht, ob man mit ihnen plant.

Bornemann: Die Wahrnehmung hat mich verwundert. Ich habe schon zwei-, dreimal mit ihm gesprochen und natürlich auch mit seinem Berater.

Der talentierte A-Jugendspieler Christoph Moritz heuert bei Schalkes Amateuren an. Ist es nicht ein Versäumnis, dass man mit solchen Spielern nicht langfristige Vereinbarungen schließt?

Bornemann: Wir haben ihm die Perspektiven im Verein aufgezeigt mit allen Möglichkeiten der Förderung. Er hätte die Vorbereitung bei den Profis komplett mitmachen können. Letztlich hat er sich mit seinem Berater (Thomas Noack, der auch Lewis Holtby berät; d. Red.) für Schalke II entschieden, auch weil er dort seinen ehemaligen Jugendtrainer wieder trifft. Da sieht er bessere Entwicklungsmöglichkeiten. Das muss man akzeptieren.

Können Sie die Kaderkonturen etwas konkreter abstecken? In welchem Bereich fahnden Sie?

Bornemann: Manuel Junglas und Abdul Özgen haben gerade Profiverträge unterschrieben, so gibt es im Sturm wenig Handlungsbedarf. Unser Schwerpunkt liegt in der Position vor der Abwehr und im zentralen Mittelfeld. Und gegebenenfalls müssten wir auch auf einen Abgang von Lewis Holtby reagieren.

Wird Lauterns Aimen Demai zum neuen Tivoli wechseln?

Bornemann: Alles offen. Es lohnt sich, sich mit einem Spieler seines Alters, dessen Vertrag ausläuft, zu beschäftigen.

Wer bekommt am nächsten Sonntag die Uhr zum Abschied?

Bornemann: Das wäre jetzt eine Bekanntgabe durch die Hintertür, oder? Bei ein oder zwei Spielern entscheidet es sich in dieser Woche, andere sind längst informiert.

Bei Ihren „Knie-Fällen” Stehle und Plaßhenrich werden Sie kurzfristig keine zuverlässigen Erkenntnisse haben, ob und wie die Karriere fortgesetzt werden kann. Wie gehen Sie mit so verdienten Spielern um?

Bornemann: Wir sind mit den Spielern und den Ärzten im Gespräch. Beide werden aller Voraussicht nach beim Saisonauftakt nicht zur Verfügung stehen. Deswegen haben jetzt die aktuellen Spieler und die Neuzugänge Priorität. Aber die beiden werden jetzt nicht verabschiedet.
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