Bleibt Sascha Marquet am Tivoli?

Von: Christoph Pauli
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Bleibt er, oder geht er? Sascha Marquet. Foto: sport/Revierfoto

Aachen. Alemannias torgefährlichster Spieler ist wieder bei der Arbeit, die Probleme am Hüftbeuger sind auskuriert. Mit ziemlicher Sicherheit wird Sascha Marquet am Montag (20.30 Uhr/Sport1 live) gegen den KFC Uerdingen auflaufen können. Der 24-Jährige ist die größte Attraktion in Aachens Offensive.

Um was geht es noch in der Saison?

Marquet: Wir wollen den Fans nach der schwierigen Hinrunde zeigen, dass wir uns entwickelt haben. Dazu gehört auch, dass man seine Leistung abruft, wenn es um nichts mehr geht.

Wann war es eine gute Spielzeit?

Marquet: Die Rückrunde war schon ordentlich. Wir haben uns nach den Niederlagen sofort wieder gefangen, wir sind durch Rückschläge nicht mehr aus der Spur geraten.

Sie haben jetzt zwei Abstiege in Aachen mitgemacht, sind jetzt in der 4. Liga unterwegs. Kann man sich in der Regionalliga weiterentwickeln?

Marquet: (grinst) Ich hatte vorher schon mitbekommen, in welcher Liga Alemannia spielt. Da habe ich mich gezielt drauf eingelassen, auch wenn ich in der 3. Liga hätte bleiben können. Ich habe einiges gelernt, denn ich gehörte zu den Spielern, die vorangehen mussten. Mir ist die Situation in Aachen vertraut, wenn der Erfolg ausbleibt und der Druck wächst. Mit solchen Situationen muss man umgehen. Ich bin noch jung, aber dennoch erfahren. Meine Rolle hat sich geändert, ich war ein Gelegenheitsarbeiter in der letzten Saison, jetzt einer der Anführer, der sich auch in schwächeren Phasen zeigt.

Ihr Ex-Trainer René van Eck hat in der letzten Saison kritisiert: „Eine gute Aktion, dann schaltete Sascha wieder ab. Er war zu schnell zufrieden.“ War der Hinweis berechtigt?

Marquet: Die Kritik kam Mitte der Hinrunde, und im ersten Moment war ich nicht sonderlich begeistert. Ich habe es dann aber angenommen. Er hatte nicht so unrecht, deswegen habe ich konstant gearbeitet und war Stammspieler in der Rückrunde. Durch diese Situation bin ich am stärksten gewachsen. Da habe ich mehr gelernt als durch die Abstiege.

Angefangen haben Sie in der Saison vor der Abwehr, dann ging es mal auf die rechte, mal auf die linke Seite, zuletzt in die Spitze. Wo würden Sie sich bevorzugt aufstellen?

Marquet: Im zentralen Mittelfeld, vielleicht auf der 8, fühle ich mich am wohlsten, wenn ich mit dem Ball nach vorne preschen kann. Im Laufe der Saison wurde ich dann auf den Außenbahnen gebraucht, aber das war ja kein Neuland für mich. Und auch im Sturm habe ich bei Bayer Leverkusen gespielt. Ich spiele dort, wo mich die Mannschaft am stärksten braucht.

Bei Transfermarkt.de wird Ihr Marktwert mit 200.000 Euro angegeben. Empfinden Sie das als angemessen?

Marquet: Keine Ahnung, höre ich zum ersten Mal. Ist nicht wichtig, was da steht.

Ihr Vertrag läuft aus. Stehen die Bewerber beim torgefährlichsten Alemannia-Spieler Schlange?

Marquet: Ich spiele hier die Saison vernünftig zu Ende, dann schauen wir weiter. Ich habe bislang keine Gespräche geführt.

Liga-Rivale Rot-Weiß Essen hat Interesse bekundet. Macht ein Wechsel innerhalb einer Liga sportlich Sinn? Sie haben aus Ihrem Ziel, mindestens 3. Liga zu spielen, nie einen Hehl gemacht.

Marquet: Als Fußballer braucht man ein Ziel. Mein Ziel ist es nicht, lebenslang in der 4. Liga zu spielen. Ich will Fußball spielen und davon leben können. Ich will nicht mit 35 Jahren aufhören und es dann nicht geschafft haben. Ich will als Profi arbeiten.

Ist es sicher, dass Sie nach über drei Jahren Aachen wieder verlassen werden?

Marquet: Das steht nicht fest. Ich habe im Sommer gesagt, dass Aachen mit seinen Möglichkeiten, seinen Fans, seinem Stadion, der Stadt, eine Herzensangelegenheit ist. Es ist offen. Der Verein braucht vielleicht am Ende des Insolvenzverfahrens etwas mehr Zeit. Wir werden uns sicher zusammensetzen, um zu sehen, wie es weitergeht.

Am Montag ist das Flutlicht an, das TV überträgt. Ist das noch mal ein Spiel im Schaufenster, um Interessenten anzulocken?

Marquet: So ein Spiel hat für jeden Spieler seinen Reiz. Wir gucken mittwochs Champions League und sind dann montags selbst im Fernsehen, das ist schon schick, auch wenn es nur die 4. Liga ist. Es bleibt eine Fernseh-Übertragung, und da will sich jeder gut präsentieren. Und als Mannschaft wollen wir am Ende gut abschneiden. Ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Spiel abliefern werden.

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