Aachen - Bleibt Alemannia in der Erfolgsspur?

Bleibt Alemannia in der Erfolgsspur?

Von: Christoph Pauli
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Könnte sein Comeback am Sonntag gegen RW Essen feiern: Tobias Mohr fiebert dem alten Westschlager entgegen.
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Spiel gegen den Ex-Klub: Martin vom Hofe.

Aachen. An seiner Handynummer kann man die berufliche Veränderung ausmachen. Bis vor ein paar Monaten endete die nämlich noch auf der 1907, inzwischen muss man die . . . 1900 anwählen, um Alemannia Aachens Geschäftsführer zu erreichen.

Martin vom Hofe hat sich nach 13 Jahren bei Rot-Weiss Essen für Alemannia und dann auch für das Geburtsjahr des Klubs entschieden. Seinen Wechsel zum älteren Traditionsverein hat er auch nach 50 Tagen noch nicht bereut, grinst er. Auch wenn es an Arbeit erwartungsgemäß nicht mangelt. Die Geschäftsstelle des Fußball-Regionalligisten war fast ein halbes Jahr lang ein bisschen verwaist, zudem sind die Vermarkter von Infront durchaus unfröhlich ausgezogen. Das ist dann auch die Doppelaufgabe für den neuen kaufmännischen Leiter. Er muss intern den Laden mit seinen Mitarbeitern organisieren und extern um Sponsoren werben. Als er am 1. September sein Büro bezog, lag die Etatlücke noch bei 220.000 Euro, inzwischen ist die Summe auf einen fünfstelligen Betrag zusammengeschmolzen. Am Sonntag messen sich die beiden Klubs auf der grünen Tivoli-Wiese ab 17 Uhr.

In Essen war der Sponsoringetat doppelt so hoch wie in Aachen. Die Ausgangslage dort war einfacher, nicht nur, weil die Stadt mehr als doppelt so groß ist. In Essen war das neue Stadion ein erkennbarer Neubeginn nach der Insolvenz. In Aachen war der Stadionneubau ein erkennbarer Verursacher für die Insolvenzen. „Ich nehme die Herausforderung an, wir können nur mit ehrlicher und harter Arbeit überzeugen“, sagt er. Gute, verlässliche Mitarbeiter findet er derzeit auf dem Spielfeld. Die Entwicklung der blutjungen Mannschaft überrascht – und sie öffnet Türen. „Für die Arbeit von Fuat Kilic und seinem Team gibt es großen Zuspruch“, sagt vom Hofe.

Als die beiden Vereine im Februar 2015 am Tivoli mit 30.313 Zuschauern einen Ligarekord aufstellten, organisierte vom Hofe drei VIP-Busse aus Essen. Die Euphorie hüben wie drüben war damals riesig. Diesmal herrscht in Essen Tristesse, was nicht ausschließlich am vorzeitigen Abschied des ehemaligen Marketing-Chefs liegen wird. Nur 100 Karten sind beim ewigen Westrivalen im Vorverkauf abgesetzt worden, obwohl doch der neue Trainer Argirios Giannikis sein Debüt am Tivoli geben wird.

Erwartet werden mehr als 7000 Zuschauer. Fuat Kilic findet, dass sein Team mehr Interesse verdient hätte. „Es wäre schön, wenn wir die Zuschauerzahl wie beim Auftaktspiel gegen Mönchengladbach II (9100; Anm. d. Red.) erreichen könnten.“ Aus seiner Mannschaft ist in den letzten Wochen eine ziemliche stabile Verbindung geworden. Auch einfache Aufgaben wie das Pokalspiel bei einem Sechstligisten werden zupackend gelöst. „Solche Spiele werden nur über die Einstellung entschieden“, sagt er zufrieden nach dem 6:2 gegen Lindenthal-Hohenlind am Donnerstagabend. In der Partie wurde der „zweite Anzug“ getestet. Die Erkenntnis: „Die Leistungsdichte im Kader hat zugenommen.“ Angeschlagen ist derzeit nur Ilias Azaouaghi, ohnehin könnte der Dauerläufer durch den wiedergenesenen Tobias Mohr ersetzt werden. Weitere personelle Wechsel sind nicht wahrscheinlich. Die Mannschaft hat sich in den letzten Wochen gefunden.

Die Favoritenrolle nimmt Kilic dennoch nicht an. „Es wird ein enges, hartes Match“, ist seine Vorhersage. Die Gäste haben unter dem neuen Trainer Formation und Ausrichtung geändert, so war schon beim Pokalspiel gegen SW Essen (2:0) in dieser Woche zu besichtigen. Kilic vertraut dem Trend der letzten Wochen. „Ich hoffe, dass sich die Mannschaft für ihren Aufwand belohnen kann.“ Die finanzielle Belohnung folgt erst ab Tabellenplatz 8. Vor der Saison hatte das Team zwei Modelle zur Auswahl. Punktprämien unabhängig von der Platzierung oder höhere Prämien erst ab Platz 8. Das Team hat sich für die riskantere Variante entschieden.

Mögliche Aufstellung: Nettekoven - Heinze, Pluntke, Damaschek - Winter, Pütz, Kühnel, Mohr, Fejzullahu, Torunarigha, Yesilova

Schiedsrichter: Miltja Stegemann (Niederkassel)

Bilanz: 80 Spiele/29 Siege/15 Remis/36 Niederlagen/104:128 Tore

TV: ab 16.55 Sport 1

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