Aachen - Benbennek: Neue Tonart und Änderungen in der Aufstellung

Benbennek: Neue Tonart und Änderungen in der Aufstellung

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Abweichung vom Kuschelkurs: Christian Benbennek fordert Taten seines Teams ein. Foto: sport/team 2

Aachen. Die Tabellensituation verspricht wenig Aufregung: Der Siebte der Regionalliga erwartet den Neunten. Alemannia empfängt den SC Verl, der die letzten vier Spiele verloren hat. Erwartet werden am Samstag 6500 Zuschauer am Tivoli. Und doch gibt es eine spannende Frage: Wie präsentiert sich Alemannia?

Nach dem verkorksten Auftritt in Düsseldorf kündigt Christian Benbennek personelle Konsequenzen an. Der Cheftrainer hat die schützende Hand von seinem Ensemble abgezogen. Unser Redakteur Christoph Pauli unterhielt sich mit dem 43-Jährigen.

Ist bei diesem Spiel in Düsseldorf etwas zerbrochen?

Benbennek: Wir hatten nach der starken zweiten Halbzeit gegen Essen die Hoffnung, dass der Knoten geplatzt ist. Nach der letzten Partie müssen wir feststellen, dass es dieses Ereignis nicht gibt. Wir haben trotz nahezu identischer Aufstellung den Schwung nicht mitnehmen können. Es gibt diese Schwankungen, wir schaffen es nicht, ohne Gegentor auszukommen. Deswegen wird es jetzt Veränderungen geben.

Es schwingt eine große Enttäuschung mit.

Benbennek: Es ist frustrierend, dass diese Entwicklung so lange dauert. Wir hatten früher mit einer gewissen Konstanz gerechnet. Jetzt müssen wir feststellen, dass wir unverändert einen schwierigen Weg vor uns haben, den wir konsequent gehen werden.

Was macht diesen Weg so schwierig, was sind die Widerstände?

Benbennek: Der zweite Platz der letzten Saison ist für uns in dieser Hinrunde mehr Fluch als Segen. Im Leben bekommt man nichts ohne Arbeit geschenkt. Das versteht nicht gleich jeder Spieler. Vielleicht sind einige zu naiv, zu bequem oder zu jung. Es gibt kein Anrecht auf Erfolg, den muss man sich erarbeiten. Das müssen wir ihnen beibringen.

Was nährt Ihre Hoffnung, dass Sie diesen Weg zu Ende gehen können, wenn die Ergebnisse ausbleiben?

Benbennek: Als Trainer bin ich davon überzeugt, dass ich den Umschwung schaffe. Sollte das nicht der Fall sein, muss man schauen, wie die Situation analysiert wird. Es ändert nichts daran, dass ich meinen Weg kerzengerade und konsequent gehen werde.

Sie haben ja schon einige Methoden aus dem Handbuch für Trainer ohne nachhaltigen Erfolg ausprobiert. Wachsen da Selbstzweifel, ob man am richtigen Ort ist?

Benbennek: (lacht) Ich habe dieses Handbuch leider nicht am Ende des Lehrgangs bekommen. Nein, ich bin am richtigen Ort. Ich bin auch nicht rat- oder hilflos. Wir sind alle enttäuscht, weil der Weg zum Erfolg länger dauert. Auch wenn ich die schützende Hand von den Spielern abgezogen habe, werde ich nicht über Interna aus der Kabine sprechen. Es gibt verschiedene Prozesse, die wir in den Griff kriegen müssen.

Welche sind es?

Benbennek: Wir fordern eine andere Mentalität der Spieler ein. Die Umstellung auf einen neuen Trainer ist schwierig. Dazu kommt der persönliche Frust über die schlechten Ergebnisse. Diese Prozesse müssen wir moderieren. Gleichzeitig müssen die Spieler erkennen, dass es nicht um Einzelschicksale, sondern um Alemannia Aachen geht. Wir haben alle einen Auftrag, den wir zu erfüllen haben. Und wenn es mit guten Worten nicht geht, müssen wir eben Konsequenzen ziehen und anderen Spielern die Chance geben.

Gehen Sie damit ins Risiko, weil Sie nun auf unerfahrenere Spieler setzen?

Benbennek: Nein, ich könnte wieder dieselbe Mannschaft wie zuletzt aufstellen. Es gibt keine Garantie, dass es funktioniert. Es gibt eher die Garantie, dass es so schwankend bleibt. Deswegen habe ich die Pflicht, etwas zu ändern. Wir probieren etwas Neues aus, um mehr Stabilität zu erhalten.

Rüter, Zieba, Demai fallen sicher aus, Müller ist angeschlagen. Wie wird sich die Aufstellung ändern?

Benbennek: Es wird Veränderungen vor allem in der Abwehr geben, vielleicht sind das auch ein paar überfällige Maßnahmen. So geht es nicht weiter, vielleicht muss es mal knallen. Entgegen der sonstigen Gepflogenheiten werde ich die Aufstellung nicht vorab mitteilen.

Demai spielt nicht, auf Hackenberg verzichten Sie vielleicht. Wer wäre Ihr Kapitän?

Benbennek: Lassen Sie sich überraschen.

Zuletzt sind Spieler wie Philipp Gödde oder Shpend Hasani nur noch bei der zweiten Mannschaft eingesetzt worden. Können Sie der Mannschaft nicht weiterhelfen?

Benbennek: Ich traue mir zu einzuschätzen, wann der Spieler reif ist für eine Einwechslung, wann für einen Starteinsatz, wie ich ihm helfen kann in seiner Entwicklung. Ich arbeite jeden Tag mit ihnen zusammen.

Wie kann man sich die Arbeit mit der Mannschaft in dieser Woche vorstellen? Ist der Coach kurz angebunden, wird die Distanz vergrößert?

Benbennek: Wir haben uns sehr auf die Arbeit fokussiert. Jeder soll sein Ding machen, nicht so viel nachdenken, rausgehen und kämpfen.

Gibt es schon Rückmeldungen zur Änderung der Tonart?

Benbennek: Nein, das ist auch nichts, was mich beeinflussen würde. Jeder sollte bei sich anfangen, es geht nicht um Einzelne, sondern um den Erfolg der Mannschaft. Ende der Durchsage.

Ist Selbstkritik eine herausragende Eigenschaft bei Profis?

Benbennek: Mit Sicherheit nicht. Aber man kann es lernen.

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Propheter, Löhden, Winter - Müller, Staffeldt, Dowidat, Graudenz - Ito - Maier

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Bilanz: 14 Spiele/5 Siege/3 Remis/6 Niederlagen/19:24 Tore

Liveticker und Zusammenschnitt ab etwa Mitternacht unter: www.an-online.de und az-web.de

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