Ben Mangas Karriere nach der Karriere

Von: Helga Raue
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Konzentriert bei den Beobachtungen auf dem Platz, aber auch immer mit der Außenwelt in Kontakt: Ben Manga. Foto: Imago/Jan Huebner

Aachen. Statt der Hansestadt Hamburg ist es nun doch überraschend Frankfurt geworden: In Hessen bei der dortigen Eintracht, die der Rückversetzung in die Zweite Fußball-Bundesliga erst in der Relegation knapp entgangen war, ist nun Ben Manga am Ruder.

Erstmals als Chefscout in verantwortlicher Position. „Das hat mich natürlich sehr gereizt, zumal es der nächste logische Schritt in meiner Karriere ist“, genießt Manga die neue Herausforderung.

Der 42-jährige Ex-Profi hat in den vergangenen Jahren eine ziemliche Karriere neben dem Platz gemacht. Von 1997 bis 2000 spielte der in Äquatorial-Guinea geborene Manga, der zuvor u. a. 1995 mit Fortuna Düsseldorf in der zweiten Rundes des DFB-Pokals Bayern München geschlagen hatte, bei Alemannia Aachen. Weitere Stationen waren der Karlsruher SC, Wormatia Worms und der GFC Düren, ehe Manga seine Spielerkarriere von 2003 bis 2006 beim damaligen Oberligisten Alemannia Aachen II ausklingen ließ.

Daneben arbeitete er schon an der Karriere nach der Karriere, war ab Sommer 2003 bei den Schwarz-Gelben als Trainer und Scout in den Jugendbereich eingebunden. So betreute er unter anderem verantwortlich die U 17 am Aachener Tivoli und war bis April 2011 in der NRW-Liga Co-Trainer der damaligen U 23.

Dann folgte der nächste Schritt für den Wahl-Aachener, der mit Ehefrau Sandra weiterhin in Stolberg lebt. „So ein Angebot konnte man nicht ausschlagen“, blickt Manga zurück. Im April 2011 wechselte er in die Scouting-Abteilung der TSG 1899 Hoffenheim. „Ich sollte vor allem Talente in Westdeutschland, Belgien und den Niederlanden unter die Lupe nehmen“, so Manga.

Schon nach einem Jahr folgte der Wechsel innerhalb der Bundesliga, von Hoffenheim zum VfB Stuttgart. Dort machte der 42-Jährige sich in der Branche einen guten Namen, so kamen etwa Filip Kostic und Emiliano Insua auf die Empfehlung von Ben Manga zum VfB Stuttgart, wo sein Vertrag im Sommer endete.

Schon bevor der Stuttgarter Abstieg feststand, „erlag“ Manga, der mehrere Angebote vorliegen hatte, im März dem Werben des Hamburger SV – und trat dort seine neue Stelle nie an. „Bei HSV sollte ich in Zusammenarbeit mit Sportdirektor Peter Knäbel als Kaderplaner und Scout arbeiten“, erläutert Manga.

Doch Anfang Mai trennten sich die Hamburger von Knäbel. Und Klubboss Dietmar Beiersdorfer übernahm dessen Aufgaben. „Beiersdorfer verfolgt ein anderes Konzept“, sah Manga, dass sein Betätigungsfeld in Hamburg nicht wie abgesprochen aussehen würde. Da kam der Anruf von Fredi Bobic gerade recht.

Schon beim VfB, wo Bobic von Juli 2011 bis September 2014 als sportlicher Leiter bzw. Sport-Vorstand tätig gewesen war, hatten die beiden gut zusammengearbeitet. Seit Juni ist der Ex-Profi neuer Sportvorstand der Frankfurter Eintracht und stellt den Bundesligisten personell neu auf. Und holte seinen Wunsch-Chefscout.

„Fredi hat mir das Angebot gemacht, dass ich nicht nur als Chefscout verantwortlich bin, sondern auch als Kaderplaner“, freut sich Manga, der beim HSV vor Amtsantritt um Vertragsauflösung gebeten hatte, über den Vertrauensbeweis seines früheren VfB-Weggefährten. In Frankfurt soll der 42-Jährige, der den von Bobic entlassenen Bernd Legien als Chefscout beerbte, eine neue Scouting-Abteilung aufbauen.

Gleich zum Dienstantritt kam eine Menge Arbeit auf Manga, der Stolberg als Wohnsitz beibehalten wird, zu, denn der neue Kader der Eintracht stand noch nicht. Daneben wird Manga natürlich vor allem weiter den Nachwuchs beobachten, um Talente nach Hessen zu lotsen. „Zuerst die U 19-EM in Baden-Württemberg, weiter zu einem Turnier der U 20 in Spanien und dann direkt mit den Profis ins zweite Trainingslager – das ist mein Plan bis in den August hinein“, erzählt Manga, der einen Dreijahresvertrag bei der Eintracht unterschrieben hat, schmunzelnd.

Nicht nur die Familie zieht Manga immer wieder ins Dreiländereck zurück. Wenn es zeitlich passt, sieht man ihn auch wieder in seiner alten sportlichen Heimat – bei der Alemannia auf dem Tivoli.

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