Bayern kommen mit Robben, aber ohne van Bommel

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Die Bayern sind schon da - oder zumindest ihr Bus. Der wurde nämlich am Dienstagmittag bereits vor dem Novotel am Aachener Bushof gesichtet. Tatsächlich hat der deutsche Rekordmeister vier Mannschaftsbusse - und Spieler wurden bislang in Aachen noch nicht gesichtet. Foto: Lars Brepols

Aachen. Auch ohne seinen zum AC Mailand gewechselten Kapitän Mark van Bommel will Titelverteidiger FC Bayern München am Mittwoch einen erneuten DFB-Pokal-K.o. bei Alemannia Aachen unbedingt verhindern. „Wir müssen das schaffen”, sagte Trainer Louis van Gaal am Dienstag.

2004 und 2006 waren die Bayern gegen den aktuellen Zweitligisten zuletzt jeweils ausgeschieden. Vor dem Viertelfinale am Mittwochabend auf dem Aachener Tivoli plagen die Münchner jedoch Personalsorgen. Topstar Arjen Robben ist ebenso erkrankt wie Daniel van Buyten. Abwehrspieler Diego Contento fällt wegen einer Rückenverletzung definitiv aus.

Arjen Robben nahm nach einem Infekt am Dienstag zwar nicht am Abschlusstraining des deutschen Rekordmeisters in München teil, sollte aber anschließend mit nach Aachen reisen. Es sei „alles okay” bei Robben, teilte Mediendirektor Markus Hörwick mit. Robben habe im Fitnessbereich auf dem Laufband und dem Fahrrad trainiert.

Kapitän Mark van Bommel wechselt mit sofortiger Wirkung ablösefrei zum AC Mailand. „Es ist alles sehr schnell gegangen. Der AC Mailand hat am Sonntagabend meinen Berater angerufen und wollte mich unbedingt. Und für mich war es auch nicht sehr schwierig”, sagte der niederländische Nationalspieler am Dienstag nach der Auflösung seines ursprünglich noch bis 30. Juni 2011 laufenden Vertrages in München. Seine Flucht nach Italien erfolgt laut van Bommel allein aus „sportlichen Gründen” - das einst gute Verhältnis zu Trainer Louis van Gaal galt als gestört.

In einem gemeinsamen Gespräch mit van Bommel und dessen Berater kam der Bayern-Vorstand mit Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner sowie Sportdirektor Christian Nerlinger dem Wechselwunsch des Profis nach. „Es war Marks ausdrückliche Bitte, ihn aus sportlichen Gründen vorzeitig aus seinem Vertrag zu entlassen, um sofort zum AC Mailand wechseln zu können”, erklärte Rummenigge: „Mark war immer ein vorbildlicher Profi, ein wichtiger und erfolgreicher Spieler für den FC Bayern und darüber hinaus ein großartiger Kapitän. Aufgrund seiner Verdienste um den Verein haben wir Marks Wunsch entsprochen”.

Van Bommel, der auch beim VfL Wolfsburg im Gespräch war, betonte, dass er mit dem Verein und den Verantwortlichen „gar keine Probleme” gehabt habe. Er lobte unter anderem das „Super-Verhältnis” zu Rummenigge. „Es tut sehr weh, dass ich den Verein verlasse”, erklärte er. Aber sportlich sei die Situation nicht mehr so gewesen, „wie ich sie mir vorgestellt habe”.

Sein Stammplatz war ihm bei van Gaal nicht mehr sicher, ebenso wohl auch die Position als Kapitän. Dass der Rekordmeister zudem schon im Winter den am liebsten auf seiner Position spielenden Brasilianer Luiz Gustavo für 17 Millionen Euro aus Hoffenheim geholt hatte, sei für ihn jedoch nicht ausschlaggebend gewesen: „Ich hatte keine Angst, weil sie einen anderen Spieler verpflichtet haben.” Die Bayern-Führung hatte van Bommel jedoch schon mitgeteilt, dass sein am Saisonende auslaufender Vertrag nicht noch einmal verlängert würde.

Van Bommel verabschiedete sich am Dienstag noch bei seinen Münchner Teamkollegen, die erstmals am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD und Sky) im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Zweitligisten Alemannia Aachen ohne ihren bisherigen Kapitän antreten müssen. „Ich habe immer Lösungen”, sagte van Gaal am Dienstag dazu ungerührt - allerdings noch bevor van Bommels Abschied endgültig perfekt war.
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