Aachen - Bälle fliegen noch lange nicht vom Parkhausdach

Bälle fliegen noch lange nicht vom Parkhausdach

Von: Christoph Pauli und Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Ein Plan, dessen Umsetzung vorerst lückenhaft bleibt: Aufgrund aktueller finanzieller Engpässe kann Alemannia die beiden Trainingsplätze auf dem Parkhaus neben dem Stadion nicht bauen. Auch beim Amateurstadion gibt es noch finanzielle Hürden. Die A- und B-Jugendteams müssen derweil weiter „auswärts” trainieren.

Aachen. „Wir werden möglichst viel in den Sport zurückfließen lassen.” Sagte Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer Anfang Juli, als das Geld nach dem Transfer von Lewis Holtby in der Kasse klingelte.

Und mit dem „Sport” meinte Kraemer damals nicht nur die Verstärkung des Kaders, sondern Investitionen in die sportliche Infrastruktur - etwa für ein Nachwuchs-Leistungszentrum oder auch das Werner-Fuchs-Stadion für die zweite Mannschaft. Die weitere Verbesserung der Infrastruktur zieht sich hin. Die beiden geplanten Kunstrasen-Trainingsplätze auf dem Parkhaus - Kostenpunkt: 750.000 Euro - werden auf absehbare Zeit nicht gebaut.

Der Start der Bauarbeiten ist zum zweiten Male verschoben. Und auch beim Bau des Amateurstadions gibt es finanzielle Hürden, die noch übersprungen werden müssen.

Der Verein hat finanzielle Engpässe. Unverschuldet, sagt Frithjof Kraemer. „Wir erwarten seit längerer Zeit Gelder, die uns zugesagt wurden. Die Crux daraus ist, dass wir geplante Projekte verschieben und Zahlungen strecken müssen.” Kraemer will sich nicht konkreter über die genannten Außenstände äußern.

Seit Beginn der Bauarbeiten für den neuen Tivoli werden die ebenfalls unter dem Dach der GmbH geführten A- und B-Jugendmannschaften von Hü nach Hott gekarrt, damit sie - teilweise auf Asche - trainieren können. Wenau, Eilendorf, Landgraaf, Stolberg, ja bis nach Düren führt diese Trainingsodyssee. Und das bei Nachwuchsteams, die beide in der jeweils höchsten Spielklasse unterwegs sind. Die Deutsche Fußball Liga zertifiziert seit Jahren die Nachwuchsarbeit, Alemannia geht seit Jahren ohne jeden Stern aus, weil die Strukturen nicht stimm(t)en. Fraglich bleibt, ob die Jugendlichen in Aachen 2010 wieder zusammengezogen werden können.

Der Baubeginn für die beiden Kunstrasenplätze ist offen. Ohne seriöse Finanzierung wird die Baustelle nicht eröffnet, signalisierte der Geschäftsführer. Die Kosten seien nicht Bestandteil des 50-Millionen-Budgets für den Stadionbau gewesen, erklärt Kraemer.

Und auch beim neuen Amateurstadion rollen die Bagger noch nicht an, solange die Finanzierung nicht steht. Bis Ende 2010 müssen die Amateure den alten Tivoli verlassen haben, dann will die selbst klamme Stadt die Filetstücke in Innenstadtnähe vermarkten und damit bis zu zehn Millionen Euro einnehmen. Damit will man die - mittlerweile auf weit über zehn Millionen Euro explodierten - Kosten für die Infrastruktur des „Sportpark Soers” (Vorplatz, Busspuren, Brücke etc.) zumindest teilweise gegenfinanzieren.

Apropos finanzieren: Im Nach-Lizenzierungsverfahren der DFL droht Alemannia kein Unheil, der Klub hat keine neuen Auflagen erhalten - anders als viele Konkurrenten. Die Ertragslage des Vereins sei mit dem Stadionneubau deutlich verbessert, ebenso die Vermögenssituation, meint Kraemer. „Es gibt nur Problemchen bei der aktuellen Finanzlage.”

Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Linden sagte auf Anfrage, die Finanzierung der weiteren Bauten müsse „Schritt für Schritt” geklärt werden. Man müsse Kreditgeber finden und die Kredite absichern. Insgesamt räumt er ein, dass das „sicher kein Idealzustand” sei.

Die gute Nachricht: Im Sportetat ist noch etwas Spielraum, um in der Winterpause nachzubessern. Der ist auch dadurch entstanden, weil die Berufsgenossenschaft die Gehälter für Langzeitverletzte übernehmen muss.
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