Aachen - Auer hatte es geahnt: „Das wird bestraft”

Auer hatte es geahnt: „Das wird bestraft”

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Alemannia
Alemannia Aachen hat den ersten Sieg unter dem neuen Trainer Michael Krüger verpasst. Die Gastgeber kamen am Freitagabend gegen den Bundesligaabsteiger Energie Cottbus trotz großer Überlegenheit über ein 1:1 (1:0) nicht hinaus.

Aachen. Michael Krüger brauchte erst mal die Zigarette danach. Der Trainer von Alemannia Aachen stand nach seiner Heimpremiere in den Katakomben des neuen Tivoli und verstand die Welt nicht mehr. Da hatte seine Mannschaft fast alles richtig gemacht, dem Kontrahenten in erdrückender Dominanz den Schneid abgekauft - und sie stand doch ohne Sieg da gegen Energie Cottbus.

1:1, das konnten selbst die Gäste kaum fassen. „Ich glaube nicht, dass der Punkt für uns wirklich verdient war”, sagte Torhüter Gerhard Tremmel. „Aber so ist halt der Fußball.”

Hoher läuferischer Aufwand, beweglich in der Spitze, mit schnellen Außen: Energie-Coach „Pele” Wollitz hatte Aachens Stärken schon im Vorfeld erkannt, und sie kamen flugs zum Tragen. Am Ende des Tages taten Krüger seine Jungs leid. „Niemand kann der Mannschaft einen Vorwurf machen. Aber es gibt im Fußball ein paar ungeschriebene Gesetze. Heute haben wir eins davon gesehen.” Das Gesetz: Wer seine Chancen nicht nutzt, ist selber schuld. Benny Auer hatte schon während des Spiels „kurz den Gedanken: Das wird bestraft. Leider ist es so gekommen.”

Als die Nacht zum Spieltag für Michael Krüger beendet war, da verriet ihm sein „Bauchgefühl”: Gegen den Energie-Riegel fahren wir am besten wieder mit dem 4-2-3-1, vom damaligen Interimscoach Willi Kronhardt erfolgreich gegen 1860 München eingeführt. Das kostete Herve Oussale und - einigermaßen überraschend - Aimen Demai den Platz. Florian Müller, so die Erwartung, schien die bessere Wahl gegen den schnellen Sascha Dum.

Der Ex-Alemanne kam erst gar nicht ins Laufen. Vom Anpfiff weg dominierte Alemannia das Geschehen, hielt Cottbus vom eigenen Tor weg und beschäftigte auf der Gegenseite Gerhard Tremmel schon in der 2. Minute durch Benny Auer. Es war der Auftakt einer Serie von Chancen. Kevin Kratz scheiterte mit zwei Freistößen nur knapp, dann musste der Energie-Keeper einen dritten Versuch aus der Distanz entschärfen.

Und dann gab es eine Saisonpremiere. Den anschließenden Eckball zirkelte Timo Achenbach auf den Kopf von Auer, eine noch am Morgen einstudierte Variante, der Goalgetter traf zum fünften Mal (9. Minute) - Alemannia hatte endlich in dieser Spielzeit ein Tor nach einer Standardsituation erzielt. Aachen behielt den Bundesliga-Absteiger unter Kontrolle, Babacar Gueye vergab nach knapp einer halben Stunde zwei Mal den Ausbau der Führung.

Erst in der 29. Minute tauchten die Lausitzer mit dem erkennbaren Versuch eines Torabschlusses vor Thorsten Stuckmann auf, Radu köpfte vorbei und verzog kurz vor der Pause über den Torgiebel. Fast mit dem Pausenpfiff hätte Auer seinen Ruf als „Mister Doppelpack” untermauert, doch der Kopfball landete in Tremmels Armen.

Unheil brach herein

„Die Chancen hätten ja für drei oder vier Spiele gelangt, den Stiefel müssen wir uns anziehen”; selten hatte Benny Auer ein solch dominantes Spiel erlebt. Auer abgeblockt, Auer und Junglas am Tor vorbei, ein Junglas-Kopfball auf den Keeper - Alemannia ging auf den zweiten Treffer und hatte doch Glück, als Dum zwischenzeitlich einen Konter mit anschließendem Patzer von Olajengbesi gegen Stuckmann nicht zum Abschluss bringen konnte. Schließlich brach das Unheil doch über Schwarz-Gelb herein: Der erst drei Minuten zuvor eingewechselte Fandrich glich mit einem Flachschuss ins lange Eck aus (80.).

Da nutzte das „sehr, sehr gute Spiel” (Thorsten Burkhardt) nur noch wenig. Pele Wollitz hatte in der vergangenen Saison als Osnabrücker Trainer nach einem 1:3 „den Fußball nicht verstanden. Heute verstehe ich ihn noch weniger.” Benny Auer beschäftigte sich unterdessen nicht länger mit vergossenem Wein. „Wenn wir unser Spiel jetzt auch auswärts so hinkriegen, dann werden wir noch sehr, sehr viele Punkte holen.”
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