Antwort auf „einmaligen Ausrutscher”?

Von: Klaus Schmidt
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Mit dem altbekannten Kollegen im Rücken: Nico Herzig (vorne) und Innenverteidiger-Kollege Seyi Olajengbesi lauern auf Patrick Milchraum. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Sportdirektor empfiehlt, das Fiasko des vergangenen Montags „mit einer gewissen Distanz zu den Geschehnissen zu beurteilen”. Nach dem 0:5 zur Stadion-Eröffnung gegen den FC St. Pauli beobachtet Andreas Bornemann nicht zum ersten Mal in seiner fast achtmonatigen Amtszeit bei Alemannia Aachen „die Gefahr, alles in Schutt und Asche zu reden”.

Das will der Manager nicht zulassen, und nun, vor dem Spiel am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern, ist Bornemann „ziemlich sicher, dass wir die Mannschaft wieder dahin kriegen, wo sie gegen Ende der letzten Saison war”. 22 Punkte aus zehn Spielen, die seien ja „nicht von ungefähr gekommen”. Rückbesinnung - „dann haben wir die große Chance, erfolgreicher und besser aufzutreten als am Montag”.

Schon früh in der Saison ist Jürgen Seeberger wieder in die Kritik geraten. „Zweifel führen nicht weiter”, sagt der Trainer, verspricht, dass „alle beim Anpfiff unheimlich konzentriert sein werden”, und hofft, dass das „brutale Ergebnis, so schnell wie es zustande kam, genau so schnell auch wieder abzuarbeiten ist”.

Es ging ordentlich zur Sache in der Freitags-Einheit - verbal und körperlich. Nach Lukasz Szukala, Szilard Nemeth und Abdul Özgen musste kurzfristig auch Florian Müller passen - den Besten des Pauli-Spiels zwickt die hintere Oberschenkel-Muskulatur. Da tauchen plötzlich Sorgen auf der rechten Seite auf, denn Manuel Junglas handelte sich während der Einheit im Duell mit Timo Achenbach ein dickes linkes Knie ein.

Seeberger legte den Schwerpunkt auf die Arbeit des Defensiv-Verbandes mit der Viererkette und den beiden zentralen Mittelfeldspielern. Und neben Kapitän Cristian Fiel gehörte Nico Herzig gleich zu den Wortführern bei den erkennbar lebhaften Diskussionen. Der Innenverteidiger ist nach seiner Rückkehr aus Bielefeld in Kaiserslautern praktisch gesetzt, selbst wenn er betont: „Auch bei Alemannia gibt es keine Garantie, dass ich spiele. Aber die Chance ist größer.”

Am Montag hat Herzig auf der Tribüne gesessen und „mit den Jungs gelitten. Ich weiß, wie sie sich gefühlt haben müssen - ich habe selbst mal mit Burghausen ein 1:8 in Köln erlebt.” Das Jahr in Bielefeld, „es war kein verschenktes Jahr”, er hätte wohl auf 30 Einsätze kommen können, wenn nicht zwei Verletzungen dazwischen gekommen wären. Als nun Alemannia wieder anklopfte, brauchte Herzig nicht lange nachzudenken; innerhalb einer Woche war die Rückhol-Aktion über die Bühne. Sportlich stets unumstritten, begleitet den 250.000-Euro-Transfer auch kein Argwohn - Herzig hatte in Aachen keine verbrannte Erde hinterlassen.

„Ich habe aus dem Bundesliga-Jahr Erfahrung mitgenommen und hoffe, dass sie der Mannschaft zugute kommt”, sagt der Blondschopf, von dem man sich gut vorstellen kann, dass er mit Seyi Olajengbesi wieder ein verlässliches Paar in der Abwehrzentrale bilden wird. „Ich habe die ganze Vorbereitung mitgemacht, ich fühle mich fit.”

Der 25-Jährige ist sicher, dass sich „alles legen wird” nach dem Desaster auf dem neuen Tivoli. „Die Trainingsleistungen in dieser Woche waren gut, und wir haben echt gute Fußballer. Das Spiel gegen St. Pauli, das war ein einmaliger Ausrutscher.”
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