Am Tivoli steht die nächste Insolvenz an

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Tivoli Paniktaster
Aussichtslose Lage: Die nächste Insolvenz am Tivoli ist nicht mehr abzuwenden. Foto: dpa

Aachen. Die offizielle Bestätigung ließ nicht lange auf sich warten. Am Dienstagnachmittag gab der Verein bekannt, was unsere Zeitung bereits eine Stunde zuvor berichtet hatte: Die nächste Insolvenz von Alemannia Aachen ist nicht mehr abzuwenden. Der Insolvenzantrag wurde bereits beim Amtsgericht Aachen eingereicht.

Am Dienstagabend gab es in Krefeld bereits die erste Besprechung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering, Alemannia Aachens Geschäftsführer Timo Skrzypski und ein Anwalt des Vereins schilderten die schwierige Lage des Vereins. Niering, Fachanwalt für Insolvenzrecht, ist vorübergehend der wichtigste Mann am Tivoli. Denn der Klub, vor zehn Jahren noch Fußball-Bundesligist, hat am Dienstag erneut einen Insolvenzantrag wegen „drohender Zahlungsunfähigkeit“ beim Amtsgericht Aachen eingereicht. Die Zahlung der Märzgehälter war nicht mehr gesichert.

Aufgrund der „rechtlichen Vorschriften“ habe man sich „schweren Herzens“ zu diesem Schritt entschlossen, teilte der Regionalligist per Presseerklärung mit. Bis zum Saisonende fehlen etwa 500.000 Euro, Resultat des Zuschauerrückgangs in der laufenden Saison, in der der Regionalligist derzeit Platz 4 bekleidet.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung hatten in den letzten Wochen intensiv versucht, die Lücke im Etat mit Hilfe von externen Geldgebern zu schließen. Vergeblich, belastbare Zusagen gab es nicht, zudem hatte auch noch der Hauptsponsor eine sechsstellige Rate nicht überwiesen. Ein ausgeglichener Etat war aber eine Vorgabe, die mögliche Investoren gemacht hatten. Am Dienstag entschlossen sich die Verantwortlichen erneut zur Notbremse. Der vierköpfige Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Christian Steinborn trat zudem geschlossen zurück. „Wir bedauern zutiefst, dass diese Maßnahme trotz des unermüdlichen Einsatzes von Mitarbeitern und der Unterstützung unserer Sponsoren, denen wir zu Dank verpflichtet sind, alternativlos geworden ist“, teilte der derzeit krankgeschriebene Steinborn mit. Der Insolvenzantrag sei aber die einzige „Handlungsalternative“ gewesen. Cheftrainer Fuat Kilic, der seinen Abschied für den Sommer schon angekündigt hat, sprach am Dienstagabend von „einer brutalen Situation“. Mitarbeiter und Profis wurden am Dienstag zeitnah informiert.

Die Hoffnungen ruhen nun auf Insolvenzanwalt Niering, der sich auch schon erfolgreich um Vereine wie die Sportfreunde Siegen oder Fortuna Köln gekümmert hat. Der Experte soll dafür sorgen, dass der Spielbetrieb am Tivoli aufrecht erhalten bleibt und die Saison zu Ende gespielt werden kann. Der Mannschaft werden neun Punkte abgezogen, so steht es in den Statuten. Der gemeinnützige Mutterverein TSV Alemannia Aachen ist von dem Insolvenzantrag nicht betroffen.

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