Alemannias Weichen sollen in großer Runde neu gestellt werden

Von: Christoph Pauli
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Endet die Insolvenz bald? Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning (links) lädt eine große Herrenrunde. Kritisierte ehemalige Funktionäre sind auch dabei. Rechts im Bild: Interims-Geschäftsführer Michael Mönig. Foto: Andreas Steindl
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Endet die Insolvenz bald? Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning (rechts) lädt eine große Herrenrunde. Kritisierte ehemalige Funktionäre sind auch dabei. Links im Bild: Interims-Geschäftsführer Michael Mönig. Foto: Andreas Steindl

Aachen. In Loge 22 sollen am Donnerstag am Tivoli die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning hat eine große Herrenrunde geladen. Überschrift der Veranstaltung: „Jetzt muss geklärt werden, wer das Ruder übernimmt.“

Der Zeitplan zur Abwicklung der Insolvenz hat sich ein bisschen beschleunigt, die unselige Zeit könnte für den Klub noch vor Weihnachten zu Ende gehen. Vermutlich drängen auch Vermarkter und potenzielle Geldgeber auf eine schnelle Normalisierung am Tivoli. Laut Mönning wird der Gläubigerausschuss am Freitag bereits den Entwurf des Insolvenzplanes mit der Rechtspflegerin der Amtsgerichts beraten und sich positionieren. Mönning: „Unterstützt der Ausschuss den Plan, wird dieser im Anschluss offiziell eingereicht.“ Dann würde das Gericht den Plan prüfen und einen „Erörterungs- und Abstimmungstermin“ festlegen.

Dieser finale Termin könnte am 16. oder 23. Dezember stattfinden. „Bei Annahme des Plans erfolgt dessen Bestätigung noch im Termin.“ Alemannia müsse dann über neue Strukturen verfügen, um nicht führungslos zu werden, „denn das Amt des Insolvenzverwalters endet in der Sekunde, in der das Amtsgericht das Verfahren aufhebt“, schreibt Mönning in seiner Einladung. Und auch das Engagement von Interims-Geschäftsführer Michael Mönig endet mit dem Abschluss des Verfahrens. Ein Nachfolger steht trotz monatelanger Recherche noch nicht fest. Mönning versteht das Treffen als perspektivisch: „Die Weichen müssen also jetzt gestellt werden.“

Die Einladungsliste überrascht dann doch etwas. Monatelang hatte der Jurist immer wieder für einen Neuanfang mit unverbrauchten Kandidaten geworben. „Wenn ich in einem solchen Gremium sitze, muss ich die Verantwortung selbst wahrnehmen, nachfragen, prüfen und beaufsichtigen. Darum heißt es ja Aufsichtsrat. Wenn ich immer vor die Wand laufe, muss ich die Konsequenzen ziehen“, hatte er zum Beispiel über den Aufsichtsrat gesagt. Aber auch die zurückgetretenen Aufsichtsräte Helmut Kutsch und Michael Nobis sind am Donnerstag geladen.

Auf der Liste steht auch Carlo Soiron. Der gut vernetzte Aachener Rechtsanwalt wird häufig gerufen, wenn sich die Lage am Tivoli zuspitzt. Vor einem Jahr bat ihn auch Ex-Präsident Meino Heyen dazu, als die finanzielle Misere immer deutlicher wurde. Mit zu den Weichenstellern heute gehören die Mitarbeiter der Vermarktungsfirma Infront und die verbliebenen Präsidiumsmitglieder.

Zum Kreis gehört Doc-Morris-Chef Olaf Heinrich ebenso wie Dieter Rehfeld, Geschäftsführer der „regio IT“. Und auch die Männer des vor Monaten aufgelösten Wirtschaftsbeirat sind willkommen. Die Arbeit mit ihnen hatte Mönning zwar in seinem Gutachten als „nicht konfliktfrei“ skizziert. Die Hilfe von Leuten wie Tim Hammer, Jochen Dimter, Dirk Kall oder Thomas Deutz ist vermutlich wieder höchst willkommen in windigen Zeiten.

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