Aachen - Alemannias Vorfreude nach 77 Tagen Pause ist groß

Alemannias Vorfreude nach 77 Tagen Pause ist groß

Von: Helga Raue
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Froh, dass es endlich losgeht: Aachens Kapitän Timo Staffeldt. Foto: imago/Dünhölter

Aachen. 77 Tage ohne Punktspiel – bei Alemannia Aachen hat man genau gerechnet. „Und für mich waren es sogar zweieinhalb Monate, da ich das letzte Spiel gegen Oberhausen verpasst habe. Ich habe noch nie zuvor eine so lange Wintervorbereitung gehabt“, sagt Timo Staffeldt und der Kapitän von Alemannia Aachen lässt keinen Zweifel daran, dass er und seine Kollegen froh sind, dass es am Samstag endlich wieder losgeht.

Nachdem die Partie in Sprockhövel (Nachholtermin 15. März) am vergangenen Wochenende abgesagt worden war, ist der SC Wiedenbrück am Samstag, 14 Uhr, auf dem Tivoli der erste Gegner 2017 in der Fußball-Regionalliga.

„Man hat schon in den letzten Wochen gesehen, dass die Jungs sich auf den Wiederanpfiff gefreut haben. Um so ärgerlicher war es, dass das erste Spiel ausfiel“, sagt Fuat Kilic, der mit seinen Mannen aber die Zeit intensiv nutzte. „Wir haben in verschiedenen Bereichen, vor allem taktisch, konditionell und an der defensiven Abstimmung, gearbeitet und uns in kleinen Spielformen auf Wiedenbrück vorbereitet. Gegen diesen Gegner ist eine gewisse Grundaggressivität nötig.“

Die „verschiedenen Bereich“ resultieren vor allem aus den Erfahrungen des Hinspiels im beschaulichen Ost-Westfalen vor genau einem halben Jahr, das 0:0 endete. Die Partie ist allen noch in lebhafter Erinnerung, fühlte sich das torlose Remis aufgrund der vergebenen Großchancen doch fast wie eine Niederlage an. „Zweimal Mohr, und dann noch Gödde, der sich mit Fejzullahu nicht einig war. Das allein waren die drei Hundertprozentigen, die wir nicht genutzt haben“, hat Kilic die Partie noch lebhaft vor Augen.

Zwar war der Alemannia-Coach damals durchaus mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden gewesen, doch hatte sich bereits das Problem abgezeichnet, das Aachen durch die Hinrunde begleiten sollte: Es werden zu viele hochkarätige Chancen nicht genutzt. Die Wiedenbrücker hatten im Hinspiel geschickt agiert, zwar selbst kaum eigene Möglichkeiten kreiert, aber die Räume gut zugestellt, mit einer dicht gestaffelten Abwehr auch in der Rückwärtsbewegung überzeugt.

„Uns erwartet ein schwieriges Spiel“, warnt Kilic davor, den Gast an der Tabelle – aktuell Platz 13 – festzumachen. „Wiedenbrück verfügt über enorme Qualität und wurde in der Winterpause noch einmal verstärkt.“ Einer der Neuzugänge ist in Aachen bekannt: Daniel Brinkmann spielte von Januar 2008 bis Juni 2009 für die Schwarz-Gelben. Der 31-Jährige kommt von Zweitligist Bielefeld, wo er in der Hinrunde ohne Einsatz blieb. Mit Innenverteidiger Michael Wiemann (Atletico Baleares) und Rechtsverteidiger Lars Bleker (Osnabrück) wurde zudem die Defensive weiter verstärkt.

Alemannia ist gewarnt und weiß, was zu erwarten ist. „Wiedenbrück ist ein robuster Gegner, der in den Zweikämpfen konsequent zur Sache geht. Das Pressing und das starke Umschaltspiel sind uns aus dem Hinspiel bekannt“, sagt Kilic auch mit Blick auf die Auswärtsbilanz der Gäste, die in der Ferne in zehn Spielen nur einmal als Verlierer vom Platz gingen. „Wir müssen von der ersten Minute an dagegenhalten und versuchen, unser Spiel durchzubringen. Und natürlich müssen wir unsere Chancen effizienter nutzen.“

Nach der Vorbereitung ist Kilic zuversichtlich: „Die Testspiele haben gezeigt, dass wir uns da nach vorne bewegt haben – nimmt man den Knacks im Spiel gegen Steinbach heraus. Nun muss die gute Vorbereitung noch mit Punkten eingerahmt werden“, hofft er. Verzichten muss Aachens Coach dabei Dennis Dowidat (Leiste), der wohl noch länger ausfallen wird, Karim Kucharzik (Entzündung), für den ein Einsatz noch zu früh kommt, und Neuzugang Senol Ak (Rückenbeschwerden). Zudem hat auch Meguru Odagaki erst wieder die zweite richtige Trainingseinheit hinter sich und wird nicht im Kader stehen. „Ich warte den letzten Eindruck ab, ein zwei Positionen sind noch offen.“

Das gilt nicht für Staffeldt, der auf der „Sechs“ gesetzt ist. Bildlich gesprochen scharrt der Alemannias Kapitän bereits mit den Hufen. „Wenn man auswärts so glasklare Chancen hat, muss man auch etwas mitnehmen. Aber das wir überhaupt so viele Chancen hatten, zeigt unsere Qualität“, will Staffeldt. „Wir werden offensiv mit einer Dreierkette spielen, dürfen uns aber nicht dazu verleiten lassen, blind daruflos zu rennen“, warnt der 33-Jährige ebenfalls.

Der Fettdonnerstag fiel für die Spieler wegen der Vorbereitung auf das heutige Spiel aus. „Doch mit einer guten Leistung gegen Wiedenbrück und am besten auch Punkten können die Jungs sich selbst belohnen und dürften dann an den restlichen tollen Tagen auch etwas feiern“, hat der Wahl-Rheinländer Kilic durchaus Verständnis für das hiesige Brauchtum.

Voraussichtliche Aufstellung: Nagel - Propheter, Löhden, Ernst, Winter, Staffeldt, Kühnel, Mohr - Rüter, Gödde

Bisherige Bilanz: 8 Spiel/ 5 Siege/1 Remis/ 1 Niederlage für Aachen

Schiedsrichter: Niklas Dardenne (Nettersheim).

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