Alemannias Serie hält auch bei Gladbach II

Von: Klaus Schmidt
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Leichtfüßig und treffsicher: Alemannia-Stürmer Joy-Lance Mickels (rechts) setzt sich gegen Gladbachs Kapitän Oliver Stang durch. Foto: imago/foto2press

Mönchengladbach. Joy-Lance Mickels gab sich wenig Mühe, seine Verärgerung zu verbergen. Neun Minuten vor dem Schlusspfiff nahm ihn der Trainer vom Feld, dabei hatte sich der zweifache Torschütze bereit gefühlt für einen dritten Treffer. „Ich hatte heute das Glück auf den Füßen“, sagte Mickels, gleich nach Spielende sprach er mit Fuat Kilic, „alles ist wieder gut“, Alemannias Nummer 11 strahlte wie eh und je.

Es hatte mal wieder nach einem Auswärtssieg gerochen, zumindest nach dem neunten ungeschlagenen Spiel in Serie. Am Ende hielt der Aachener Fußball-Regionalligist immerhin einen Punkt in den Händen. Mit 3:3 trennten sich die Schwarz-Gelben im Rheydter Grenzlandstadion von Borussia Mönchengladbach II, nach zweimaliger Führung in einem flotten Spiel. Punkt gewonnen oder zwei Zähler verloren? „Das kann man so und so sehen“, sagte Fuat Kilic. „Wir haben leider zwei Mal gepennt und uns um den Sieg gebracht. Denn eigentlich haben wir Gladbach gut bespielt.“

Drei Wechsel hatte der Trainer nach dem 1:1 gegen den SC Verl in der Startaufstellung vorgenommen. Mark Depta stand für den verletzten Pascal Nagel zwischen den Pfosten, Kapitän Timo Staffeldt (für Meik Kühnel) und Philipp Gödde (für Daniel Hammel) kehrten in die erste Elf zurück. Mit einem verdichteten Mittelfeld vor der Dreierkette mit Jerome Propheter, Jannik Löhden und Maurice Pluntke sollte die Gladbacher Offensive eingebremst werden, vor allem wollte Alemannia direkte Laufduelle gegen die flinken Borussen verhindern.

Das wäre nach durchaus dominantem Start fast daneben gegangen: Nach einem langen Ball der Gastgeber verschätzte sich Pluntke; Löhden und der herausgeeilte Depta konnten sich nicht einigen, wer denn nun klärt, Kraus hielt den Fuß dazwischen und scheiterte mit einem Lupfer nur knapp (8.).

Im Gegenzug führte ein „Bock“ der Borussen zu Alemannias Führung. Mayer verlängerte den von Löhden geschlagenen Ball mit dem Kopf, Joy-Lance Mickels nahm die Vorlage dankend an und vollstreckte aus halbrechter Position flach ins lange Eck (9.). Die Schwarz-Gelben bewahrten sich ihre Spielfreude, sie hielten das Team von Arie van Lent weitgehend vom Strafraum fern und kreierten Chancen zum 2:0.

Tobias Mohr setzte sich auf dem linken Flügel durch, bediente Mickels, der Ball verfehlte aus spitzem Winkel knapp das Ziel (18.). Zwei Minuten später war Gladbachs Keeper Nicolas einen Tick vor Gödde am Ball. Nach einer knappen halben Stunde scheiterte Mohr mit einem Freistoß, der noch zur Ecke abgefälscht wurde. Und sieben Minuten vor der Pause schlenzte Mickels von der Strafraumgrenze aus knapp vorbei. Aachen hätte schon in diesen ersten 45 Minuten fette Beute machen können, der Ertrag schmeichelte den Borussen.

Der schnelle Ausgleich nach dem Seitenwechsel war für Alemannia umso ärgerlicher. Nkansah nutzte seinen Freiraum zur Vorlage ebenso wie Ndenge zum Abschluss, Aachen hatte nicht energisch genug in den Zweikämpfen zugepackt (47.). Der Frust währte aber nicht lange. Nils Winter setzte sich auf der rechten Seite durch, er passte den Ball in den Strafraum, Mickels profitierte von einem Gladbacher Querschläger und staubte zur erneuten Führung ab – Saisontor Nummer fünf und zweiter Doppelpack nach dem 4:1 gegen Rödinghausen (49.).

Innerhalb von vier Minuten bog Alemannia dann von der Sieger- auf die Verliererstraße ab, ohne erkennbare Vorzeichen, verursacht ohne Not durch Schlampereien in der Abwehr (Löhden, Pluntke). Simakala kam zum Schuss, völlig unbehelligt, als hätte er die Beulenpest, flach ging der Ball zum 2:2 ins Netz (64.). Und dann zog Kraus aus der Distanz ab, traf in den Giebel zum 3:2 (68.).

Es waren noch nicht mal Chancen, die Gladbach da verwertete, aber das gnadenlos effizient. Alemannias Bemühungen, noch was zu retten vor 882 Zuschauern, verpufften. Bis Staffeldt aus 30 Metern draufhielt, der Ball wurde noch vom eingewechselten Ryo Suzuki (den Schiedsrichter Sven Waschitzki als Torschützen in den Spielbericht eintrug) abgefälscht zum 3:3 in der 90. Minute. „Sicher glücklich“, sagte der Kapitän. Verdient war es allemal.

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