Alemannias Rückkehrer Heller: „Es ist ein anderer Weg geworden”

Von: Klaus Schmidt
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Ein bisschen Kraft kann nicht
Ein bisschen Kraft kann nicht schaden: Alemannias Rückkehrer Marcel Heller lebt jedoch auch weiterhin von seiner Leichtfüßigkeit. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wer weiß, wie diese Karriere ohne die verhängnisvolle Begegnung mit Thimothée Atouba verlaufen wäre. Man schrieb den 24. Februar 2007, Marcel Heller - gerade vom Regionalligisten Sportfreunde Siegen zu Eintracht Frankfurt gewechselt - bestritt schon sein viertes Bundesliga-Spiel.

„Da sprang mir Atouba mit dem Knie in den Rücken”, es braucht nicht viel Phantasie, um sich die Wucht des damaligen HSV-Profis gegen den schmächtigen Heller vorzustellen.

„Wie eine Lähmung fühlte sich das an”, das Gefühl verschwand, der Offensivspieler kam weiter zum Einsatz. Drei Monate später, bei der U 21 gegen Japan, wurde das ganze Desaster aus der Vorgeschichte erkennbar: Lendenwirbel-Bruch. „Ich konnte mich kaum bewegen, war bei fast jedem Arzt in Deutschland.” Erst eine Spritzen-Therapie machte Heller wieder fit - doch eineinhalb Jahre waren dahin. „Eine anstrengende, bittere Zeit, in der ich komplett den Anschluss verloren habe.”

In den Haaren gelegen

Nun sucht Marcel Heller dort sein Glück, wo vor sechs Jahren kein Platz für ihn war: bei den Profis von Alemannia Aachen. „Es ist ein anderer Weg geworden.” Der damalige Torjäger der „Zweiten” hatte sich Hoffnungen gemacht, mit dem Zweitliga-Kader ins Trainingslager zu fahren - und eine Beschwerde bei Sportdirektor Jörg Schmadtke deponiert, als er sich schlecht behandelt fühlte. „Wir haben uns in den Haaren gelegen.” Eine Hinrunde in Siegen mit dem Debüt als U 20-Nationalspieler genügte, um das Frankfurter Interesse zu wecken. Doch die üble Verletzung holte Heller von den Beinen. Er wurde an den MSV Duisburg ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln, und versuchte sich aufs Neue bei der Eintracht.

Den Durchbruch schaffte der gebürtige Frechener nicht mehr, im vergangenen Sommer wechselte Marcel Heller zu Dynamo Dresden. Bilanz: nur 15 Einsätze, ein Riss des Syndesmosebands und die Erkenntnis, „dass ich mit der Mentalität nicht klargekommen bin. Ich habe mich in Dresden nicht wohlgefühlt.”

In Aachen kennt der 26-Jährige alles, „eine bessere Möglichkeit als bei Alemannia gibt es nicht, wieder Anschluss und zu alter Stärke zurück zu finden”. Als die letzte Saison beendet war, startete Heller gleich mit der Vorbereitung und engagierte einen Personal Trainer. Ab dem ersten Tag unter Ralf Aussem stand der schnelle Mann für die rechte Außenbahn voll im Saft, zuletzt sorgte er für den Sieg gegen den 1. FC Köln. „Das war erst das dritte Kopfballtor in meiner Karriere”, was bei 1,73 Meter Körpergröße wenig überrascht.

So überzeugend die spielerische Idee der neuen Mannschaft am Dienstag auch vorgetragen wurde - blenden lässt sich Marcel Heller davon nicht. „Wir müssen den Ball immer noch flach halten. Einer der wichtigsten Punkte in der Dritten Liga ist, auch körperlich dagegen zu halten. Nur mit spielerischen Mitteln hast du keine Chance. Das wird schwer genug nächsten Freitag in Bielefeld und überhaupt in der Saison.” Hellers zweite Chance am Tivoli: „Ich hoffe, dass mal ein Jahr komplett ohne Probleme läuft.”

Im letzten Test gegen Rot-Weiß Essen wird die Mannschaft durchgemischt

Für Timo Brauer ist das ein schnelles Wiedersehen mit seinem Ex-Klub: Am Samstag (17.00 Uhr, Tivoli) trifft Aachens Zugang im achten und letzten Testspiel auf Regionalligist Rot-Weiß Essen. Auch Alemannias Cheftrainer Ralf Aussem stand früher an der Hafenstraße unter Vertrag, drei Jahre lang, bevor er 2010 Alemannias U 23 übernahm.

Sechs Tage vor dem Saisonstart der Dritten Liga bei Arminia Bielefeld „werden wir die Mannschaft ein bisschen durchmischen und ein paar Positionen ändern”, sagt Aussem.

Definitiv nicht zum Einsatz kommen Torhüter Michael Melka, der wegen einer Wadenverletzung seit fast zwei Wochen aus dem Trainingsbetrieb ist, Dario Schumacher (Oberschenkel) sowie zur Vorsicht Florian Müller (Wade) und Kristoffer Andersen (Adduktoren).

„Wenn es hart auf hart ginge, könnten die beiden spielen”, sagt Ralf Aussem. „Aber es macht keinen Sinn, ein unnötiges Risiko einzugehen.”
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