Alemannias Murakami: Erlebnisse in Aachen „nicht zu toppen“

Von: Christoph Pauli
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Am Sonntag erstmals im Aachener Kader: Norikazu Murakami. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Er kam, unterschrieb – und durfte zunächst einmal ein halbes Jahr lang nur zuschauen. Der japanische Stürmer Norikazu Murakami soll bereits verbindlich bei einem indischen Erstligisten unter Vertrag gestanden haben. Mit dem 31-Jährigen, der am Sonntag erstmals im Kader steht, sprach Christoph Pauli.

Seit Dienstag sind Sie endlich spielberechtigt. Was ist schief gelaufen, dass Sie solange auf dem Abstellgleis standen?

Murakami: Ich habe in Indien bei einem Erstligaklub einen Vertrag unterzeichnet und bin innerhalb der vereinbarten Zeit aus diesem wieder ausgestiegen. Aber leider hat dieser Klub keinerlei Anfragen beantwortet, um dies zu bestätigen. Das Resultat war eine sechsmonatige Sperre.

Gibt es irgendwelche Versäumnisse von Alemannia?

Murakami: Nein, der Verein hat sich mächtig ins Zeug gelegt und mir zur Seite gestanden. Gewünscht hätte ich mir nur die Beauftragung eines Rechtsanwalts, aber angesichts der finanziellen Situation war dies nicht möglich. Hierfür habe ich Verständnis.

Ihr Vertrag ruhte quasi seit September. Sie haben auf Ihr Gehalt verzichtet. Gab es Reaktionen von Fans?

Murakami: Ja, viele empfanden den Verzicht als eindeutige Solidaritätsbekundung zum Verein. Während der ganzen Zeit halfen mir tröstende und herzliche Worte der Fans, es wurde sogar finanzielle Hilfe angeboten. Während meiner Zeit als Profi in vielen Ländern der Welt, habe ich viel Anerkennung und Bewunderung erlebt, aber was ich in Aachen erlebt habe, war einmalig und ist nicht zu toppen. Vielen Dank!

Sie waren fast weltweit als Profi unterwegs. Haben Sie Rückmeldungen aus dem Ausland zu Aachen bekommen?

Murakami: Ich war mehr als überrascht, in kürzester Zeit ging die Nachricht durch die halbe Welt.Rückmeldungen gab es sehr viele, alle von positiver Natur u.a. aus den USA, Brasilien, Singapur , Südafrika, Mosambik, Indien, dem gesamten asiatischen Raum und unendlich viele aus meiner Heimat.Einer der ersten Glückwünsche kam übrigens von Ernst Middendorp direkt aus Durban in Süd- afrika.

Der Klub, für den Sie noch nie gespielt haben, ist insolvent gegangen. Wie sehen Sie Ihre Perspektive in Aachen?

Murakami: Ich habe viel Zuneigung und Herzlichkeit erfahren, alleine deshalb möchte ich bis zum bitteren Ende für den Erhalt „meiner Alemannia“ kämpfen. Ich möchte die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen, und wer weiß wie sich noch alles entwickelt.

Ihnen fehlt seit über einem halben Jahr der richtige Wettkampf. Wie spielfit sind Sie?

Murakami: Topfit, für mich ist jedes Training ein Wettkampf. Der Trainer hat mich top vorbereitet, und selbst an jedem trainingsfreien Tag habe ich noch in der Fußballschule von meinem Freund Gert Engels , der jetzt Nationaltrainer in Mosambik ist, trainiert. Ich bin „heiß“ auf den richtigen Wettkampf.

Ihr Trainer wird Sie am Sonntag in den Kader berufen. Was haben Sie sich vorgenommen für die Rückrunde?

Murakami: In der Hinrunde haben wir viele Punkte unnötig liegen lassen, das möchte ich gemeinsam mit dem Team in der Rückrunde verhindern.

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