Alemannias Marquet: „Das ging an die Psyche“

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
4940610.jpg
Schnell, technisch versiert – und endlich konstant: Sascha Marquet, hier im Spiel gegen Borussia Dortmund II im Duell mit Marcel Halstenberg. Foto: Lindemann

Aachen. Dieses Jahr fällt Karneval aus für den Karnevalisten Sascha Marquet, seine Profession verbietet, das Brauchtum zu pflegen und kostümiert mit Freunden durch Leverkusen zu ziehen. Marquet ist seit dieser Saison Berufsfußballer bei Alemannia Aachen, die nächste „englische Woche“ steht auf dem Programm, „die Vorbereitung geht natürlich vor“.

Freitagabend (19 Uhr Liveticker) haben der Offensivspieler und Kollegen eine Begegnung, wie sie herausfordernder nicht sein kann, mit Drittliga-Primus Karlsruher SC. Was Marquet versprechen kann: „Wir kriegen eine gute Mannschaft auf den Rasen, die versucht, den KSC zu schlagen.“ Über den 23-Jährigen sind ein paar Eckdaten bekannt. Im Januar 2011 kam er aus der Zweiten Mannschaft von Bayer Leverkusen zu Alemannias U 23, nachdem ihm Ulf Kirsten einen Wechsel nahegelegt hatte.

Bei Ralf Aussem war Sascha Marquet eine fixe Größe, Peter Hyballa belohnte die Leistungen, ließ den Rechtsfuß mit den Profis trainieren und nahm ihn mit in die Sommer-Vorbereitung. Als Hyballa und auch Friedhelm Funkel nicht mehr da waren, zog Aussem den Blondschopf hoch in den Zweitliga-Kader. „Dass ich in Duisburg zu meinem Debüt kam, hatte ich erst kurzfristig erfahren – ich glaube zu meinem eigenen Schutz, damit ich nicht nervös wurde.“ Aussem habe er „sehr viel zu verdanken“, auch seinen ersten Profivertrag nach dem Abstieg. „Doch das erste Halbjahr in dieser Saison ist für mich nicht so gut gelaufen.“

Die Einsatzzeiten blieben überschaubar und gingen sogar zurück, als René van Eck übernommen hatte. „Zu große Schwankungen“ nennt der Trainer als Grund, warum er Marquet selten berücksichtigte. „Eine gute Aktion, dann schaltete Sascha wieder ab. Er war zu schnell zufrieden.“ Dass Marquet im neuen Jahr alle Spiele über 90 Minuten bestritten hat, „dafür ist er selbst verantwortlich“.

„Ich hatte in der Winterpause Zeit zum Überlegen. Und heute muss ich sagen: Die Kritik war absolut gerechtfertigt. Ich habe nicht konstant trainiert, vom Kopf her hat bei mir der letzte Wille gefehlt.“ In der Hinrunde habe er das schwer verstanden, so wenig zu spielen. „Das ging an die Psyche und ließ einen fast verzweifeln. Meine Freundin und meine Familie haben mir geholfen, aus dem Loch raus zu kommen.“

Bis zum Ende seiner Zeit bei Bayer und insgesamt neun Jahre lang war Sascha Marquet als klassischer Mittelstürmer unterwegs. Den Wechsel auf die Flügel hat er selbst betrieben. „Ich hatte schon in Leverkusen im Training gemerkt, dass ich schnell genug für die Außenposition bin und die Technik habe. Außerdem bekommst du öfter den Ball als in der Zentrale. Das war nicht mein Ding und ist eigentlich nicht normal, wenn ein Spieler selbst so etwas feststellt. Aber in Leverkusen konnte ich die Trainer nie davon überzeugen.“

Bei Alemannia spielte Marquet von Anfang an die Linien rauf und runter, Ausnahmen bestätigen die Regel: Die zweite Halbzeit beim 0:0 in Dortmund und 80 Minuten beim 1:1 in Offenbach verbrachte er, aus der personellen Not heraus, wieder als Stoßstürmer. Gegen Karlsruhe wird Denis Pozder auf diese Position zurückkehren. Marquet spielt dahinter, auch weil Robert Leipertz ausfällt. Marquet hat seine Lektion gelernt: „Nie zufrieden sein mit dem, was man hat. Es geht immer noch besser.“

Mögliche Aufstellung: Flekken – Wilschrey, Erb, Herröder, Strujic – Andersen, Marquet, Murakami – Heller, Pozder, Kefkir

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover) Punktspielbilanz gegen Karlsruhe: 27 Spiele – 16 Siege, 7 Remis, 4 Niederlagen

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert