Alemannias Löhe: „Wir sind wacher im Kopf geworden“

Von: Christoph Pauli
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Fingerzeige: Frederic Löhe hofft am Samstag auf einen Rekordbesuch am Tivoli.

Aachen. Die größte Partie zwischen den Rivalen aus dem Westen war das Pokalfinale 1953 (1:2, Torschütze für Aachen Jupp Derwall). Danach duellierten sich Alemannia und Rot-Weiß Essen immer wieder. Zum 74. Mal stehen sich die alten Klassenkameraden am Samstag gegenüber: Alemannia Aachen trifft auf Rot-Weiß Essen.

„Diese Rivalität ist ja Wahnsinn“, sagt Frederic Löhe, der selbst im Westen (Engelskirchen) geboren wurde. Alemannias Torwart erlebt gerade eine gute Phase mit seiner Mannschaft, die seit drei Spieltagen fleißig punktet.

Quizfrage zum Auftakt: Wer stand beim Hinspiel in der Innenverteidigung?

Löhe: Kris Thackray und (überlegt lange, geht Aufstellung durch) Tim Lünenbach.

Die beiden verletzten sich in Essen, im Laufe der Saison haben auf ihrer Position noch Opper, Ajani, Lejan, Hackenberg und Hoffmann gespielt. Macht diese Fluktuation die Arbeit für einen Torwart schwieriger?

Löhe: Ja, es sollte eine stabile Achse Torwart-Innenverteidiger-defensive Mittelfeldspieler-Stürmer geben. Die braucht man, um sich einzuspielen. Wir hatten ein paar Verletzungsprobleme zu viel.

Ist das Team inzwischen auf einem guten Weg?

Löhe: Wir lassen definitiv nicht mehr so viele Chancen zu. Der Transfer von Marcus Hoffmann hat uns gut getan. Das ist ein guter Junge, er ist präsent, enorm kopfballstark, und er hat Erfahrung, die in dieser jungen Mannschaft nicht so ausgeprägt sein kann. Peter Hackenberg hat sich zudem nach seinem anhaltenden Verletzungspech inzwischen stabilisiert.

Dieses Spiel in Essen war der Auftakt für eine beachtliche Pannenserie. Wo steht die Mannschaft jetzt?

Löhe: Wir sind weiter, sind eingespielter, die Automatismen sind reingekommen. Vom Kopf her sind wir viel wacher, deswegen sind wir nicht mehr so anfällig nach Standards oder in den ersten Spielminuten.

Was sagt ein Torverhältnis von 25:32 über ein Team aus?

Löhe: Als Torwart sind mir das zu viele Gegentore. Ich strebe einen Schnitt von einem Treffer pro Partie an. Das wird eng. Und natürlich haben wir zu wenig Tore geschossen.

Sie haben vor der Saison gesagt: „Es ist erst einmal ein doofes Gefühl, in die Regionalliga zu gehen.“ Wie hat sich das Gefühl nach über einem halben Jahr entwickelt?

Löhe: Ich hatte vorher schon Regionalliga gespielt. Aber es war schon eine Umstellung nach einem guten Jahr in der 3. Liga. Aber ich habe mich bewusst für Alemannia entschieden, wegen der Fans, wegen der Möglichkeiten. Es ist definitiv etwas anderes, mit Gladbach II oder mit Alemannia in Verl zu spielen.

Die Beziehung zu den Fans hat im Einzelfall schon mal gelitten. Nach der Partie gegen Oberhausen setzte es eine Ohrfeige.

Löhe: Die Nerven lagen nach den vielen Niederlagen blank, aber natürlich wurden da von einem Einzelnen Grenzen überschritten. Es war ein Chaot, der sich nie entschuldigt hat. Im Gegenteil, er hat geschrieben, dass seine Tat etwas Gutes bewirkt hat, weil wir danach aufgewacht seien. Hut ab für solche Gedanken. Die Anzeige ist gestellt, das Verfahren läuft.

Am Sonntag wurde aus dem Watschenmann der Zaunkönig, der von den Fans nach dem Spiel in Köln gefeiert wurde.

Löhe (grinst): Ich bin mir nicht sicher, ob die es ernst gemeint hatten, es war ja kein schwieriges Spiel für mich. Aber natürlich freue ich mich. Der Zaun war übrigens schon vorher kaputt, bevor jemand etwas anderes behauptet.

Laut Peter Schubert sind für den ein oder anderen im Team derzeit Auswärtsspiele einfacher. Ist das auch Ihr Empfinden?

Löhe: Ich finde es geil, wenn die Hütte voll ist. Die Fans wie in Essen können mich gerne beschimpfen, das pusht mich noch mehr. Wenn also am Samstag 8000 Aachener uns anfeuern, muss uns das anschieben.

Zuletzt war dennoch zu erkennen, dass der eine oder andere vor der Kulisse die Konzentration nicht hochfahren konnte.

Löhe: Das stimmt schon. Bei zwei, drei Spielern ist es auffällig, dass sie nach einer schlechten Aktion krampfhaft den nächsten Fehler verhindern wollen. Es ist eine junge Mannschaft. Aber alle wollen nach oben, streben nach größeren Kulissen. Da muss man bestehen, wenn man solche Ziele hat.

Kann man davon ausgehen, dass das Team ohne große Probleme in den sicheren Hafen einfahren wird?

Löhe: Rückschläge wird es noch geben, wir werden keine 60 Punkte jetzt holen. Aber ich bin sicher, dass wir nicht noch einmal so viele Niederlagen in Serie hinnehmen müssen.

Mögliche Aufstellung: Löhe – Schumacher, Hackenberg, Hoffmann, Stevens – Lejan - Abel, Neppe (Opper), Marquet, Garcia – Moslehe

Schiedsrichter: Frömel (Ibbenbüren)

Bilanz: 73 Spiele/24 Siege/14 Remis/35 Niederlagen/92:123 Tore

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