Aachen - Alemannias Kampfsieg soll nachhaltig in die Erfolgsspur führen

Alemannias Kampfsieg soll nachhaltig in die Erfolgsspur führen

Von: Christoph Pauli
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Die persönliche Wende für Viktor Maier (rechts): Alemannias Stürmer erzielt gegen Wegberg-Beeck seinen ersten Saisontreffer. Foto: Birkenstock

Aachen. Am Morgen danach wurde das Standardtor noch einmal ausführlich besprochen. Nicht jener schmucke Treffer von David Vrzogic, der anschließend mit seinem Schnullerjubel die Zuschauer über den Familienzuwachs informierte. Nein, es ging um das Gegentor in letzter Sekunde.

3:1 gewinnt Alemannia Aachen letztlich ungefährdet gegen Wegberg-Beeck, aber der Gästetreffer blieb ein großes Ärgernis, weil das Team in den letzten Wochen ziemlich anfällig bei ruhenden Bällen gewesen ist.

Dieses Tor war nur ein kleiner Makel an diesem Abend, als Alemannia die wochenlange Pannenserie gegen den Aufsteiger beendete. Das 3:1 war ein schmuckloser Pflichtsieg – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Mannschaft hat sich gut befreit aus einer Situation, in der sie gegen den krassen Außenseiter wenig gewinnen konnte. „Es hat nicht alles geglänzt heute, aber dieser Sieg tut uns einfach gut“, ging Dominik Ernst zufrieden in den Feierabend.

Ein fast vergessenes Gefühl

Die Mannschaft erinnerte sich an ein fast vergessenes Gefühl: Sie geht mit einem Erfolgserlebnis in die Arbeitswoche. 7500 Zuschauer beobachteten die Partie am Tivoli, obwohl es regnete wie aus Hochdruckrohren der Feuerwehr, obwohl der Gegner wenig spektakulär war, obwohl Alemannia zuletzt Einiges dafür getan hatte, das Publikum zu vergraulen. „Das ist schon ziemlich einmalig, was hier passiert“, war nicht nur Innenverteidiger Peter Hackenberg begeistert.

Klassenausflugsstimmung kam nach dem Arbeitssieg deswegen am Tivoli noch nicht auf. Die Mannschaft muss auch in den nächsten Wochen beweisen, dass sie nicht mehr in der Spurrille festhängt. „Wer schon mal Fußball gespielt hat, weiß, wie schwierig es ist, diesen negativen Lauf zu unterbrechen“, urteilte Christian Benbennek. „Wir werden jetzt die Arbeit nicht einstellen, wir müssen dranbleiben.“ Bis zur Winterpause soll der Abstand zur Tabellenspitze ein wenig eingeschmolzen werden.

Zumindest Viktor Maier hat seinen negativen Lauf beendet. Der Rucksack der monatelangen Torlosigkeit ist weg. Das Lachen kehrte beim Angreifer zurück. Diesem Erfolgserlebnis hechelte nicht nur Maier hinterher, auch Fabian Graudenz ist seit 987 Minuten auf der Torsuche in der Saison. Stürmer brauchen gerade in Zeiten anhaltender Baisse das Vertrauen des Trainers wie Bergwanderer festes Schuhwerk. Sein Trainer kündigte bereits vorsorglich an, dass Alemannias bester Torjäger der letzten Saison auch am Samstag in der Startformation stehen wird. „Er arbeitet extrem für die Mannschaft, ist an vielen offensiven Situationen beteiligt, er braucht nur diesen Treffer.“

Geändert wird gerade ohnehin nicht allzu viel im Team. Benbennek hatte die Elf der Vorwoche auch gegen das Schlusslicht nominiert. Die schwankende Mannschaft wird von hinten heraus aufgebaut. Stabilität und körperliche Präsenz zuerst, die Leichtigkeit soll sich später wieder dazu gesellen. In dieser Situation setzt der Trainer eher auf zweikampfstarke Profis. Für spielstarke Akteure wie Aimen Demai oder Dennis Dowidat bedeutet das zwangsläufig weniger Einsatzminuten.

Spiel hinterlässt Spuren

Die erste Elf für den Moment ist gefunden, aber vielleicht muss bereits am Samstag in Velbert aus medizinischen Gründen die Aufstellung verändert werden. Das Kampfspiel hat deutliche Spuren hinterlassen. Bastian Müller hatte bereits vor dem Spiel eine Kehlkopfentzündung angezeigt. Zur Pause wurde er ausgewechselt. Der Mittelfeldspieler bekommt ein Antibiotikum und pausiert vorerst.

Auch Dominik Ernst fehlte am Samstag auf dem Platz, weil die Muskulatur am rechten Bein verhärtet ist. Ebenfalls nur Radfahren können derzeit Florian Rüter und Timo Staffeldt, die beide einen Schlag abbekommen haben. Eine ernsthafte Verletzung könnte sich Jerome Propheter zugezogen haben, der sein Bein derzeit nicht durchstrecken kann. Ein medizinischer Befund steht allerdings noch aus.

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